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Dr. Energy

23. August 2016 13:26; Akt: 23.08.2016 13:26 Print

Wie sauber ist Solarenergie wirklich?

Für die Herstellung von Solarpanels ist viel Energie nötig. Kann diese durch den erzeugten Strom überhaupt kompensiert werden? Unser Experte klärt auf.

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Es würde mich interessieren, ob es sich lohnt, heutzutage Photovoltaikanlagen in der Schweiz einzubauen. Kann ein Solarpanel über seine Lebensdauer mehr Energie umwandeln, als für die Herstellung und spätere Entsorgung benötigt wird? Es wird auch immer wieder auf die Gefahr durch das enthaltene Cadmiumtellurid hingewiesen. Wie sieht es diesbezüglich aus? Patrik aus Hedingen

Umfrage
Haben Sie bereits eine Solaranlage auf Ihrem Dach installiert?
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Insgesamt 2494 Teilnehmer

Lieber Patrik

Photovoltaik und graue Energie ist erstaunlicherweise ein Dauerthema, obwohl die Faktenlage ganz klar ist: Nach bereits weniger als drei Jahren hat ein Solarpanel die graue Energie amortisiert, die zu seiner Herstellung aufgewendet worden ist (siehe folgende Berechnung). Die Hersteller von Photovoltaik-Modulen zur Stromerzeugung geben Garantien zwischen 20 und 25 Jahren ab. Die effektive Lebensdauer der Module liegt aber schätzungsweise bei 30 bis 40 Jahren. Womit die Rechnung in jedem Fall aufgeht!

Nebenbei sei noch bemerkt, dass ein grosser Teil der Stromproduktion aus Anlagen stammt, die mehr Energie verbrauchen, als dass sie elektrische Energie erzeugen. Es sind dies Atomkraftwerke, Gaskraftwerke oder Kohlekraftwerke. Diese Anlagen müssen nämlich mit Brennstoffen (Uranbrennstoff, Erdgas oder Kohle) versorgt werden, von welchen nur eine beschränkte Menge vorhanden ist. Die Bilanz an grauer Energie ist hier darum von Anfang negativ und verschlechtert sich mit jedem Tag.

Maximale Produktion bei Neigung von 30 Grad

Wie viel Elektrizität aus der eingestrahlten Sonnenenergie herausgeholt werden kann, hängt einerseits von der eingesetzten Technologie ab: In der Schweiz werden fast ausschliesslich monokristalline Zellen und polykristalline Zellen auf Siliziumbasis eingesetzt, welche die besten Wirkungsgrade aufweisen. Eine andere Kategorie bilden Dünnschichtzellen, die vom Wirkungsgrad etwas schlechter sind.

Eine zweite Frage ist die Platzierung der Anlage: Obwohl eine maximale Produktion bei einer Südausrichtung und einer Neigung von 30 Grad erzielt würde, zeigt sich, dass eine sogenannte Ost-West-Anlage wirtschaftlich gesehen besser ist: Die Produktion verteilt sich im Tagesverlauf besser, was den Vorteil hat, dass der Anteil der selbst nutzbaren Elektrizität höher ist.

Was die Entsorgung der Photovoltaik-Module betrifft, sind wir ebenfalls vorbildlich: Wie bei einem Staubsauger wird beim Kauf eine vorgezogene Entsorgungsgebühr bezahlt. Das in den Modulen enthaltene Silizium (übrigens das zweithäufigste Element der Erdrinde und völlig ungiftig) und die anderen Bestandteile lassen sich zudem problemlos rezyklieren. In der Schweiz gibt es einige wenige Dünnschichtanlagen mit Cadmiumtellurid – meines Wissens weniger als eine Handvoll. Ich habe mich persönlich erkundigt und festgestellt, dass der Hersteller über eine vorbildliche Entsorgungskette verfügt.

Besser Solarmodule statt Dachziegel

Es ist mir noch wichtig, darauf hinzuweisen, dass in jedem Produkt graue Energie gespeichert ist. Der Aufwand zur Herstellung von Dachziegeln und PV-Modulen aber unterscheidet sich nicht gross. Wer also sinnvollerweise sein Dach mit PV-Modulen statt Dachziegeln deckt, spart Geld und Energie. So werden Dachziegel – denkmalgeschützte Objekte vielleicht ausgenommen – langfristig der Vergangenheit angehören.

Weitere Fragen zum Thema Energie? Die Infoline von Energie Schweiz hilft weiter unter 0848 444 444 oder gleich online via Webformular.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dark am 23.08.2016 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Sollte schon lange Pflicht sein

    Wir verschwenden so viel potential. Gerade auf dem Dach, dass ja sonst für gar nichts verwendet wird und Landesweit für Energieernte eine wunderbare Chance wär.

  • S. 47gi aus E. am 23.08.2016 16:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauber/HIN oder HER......

    Tatsache ist : wenn Mann/Frau das Geld für eine PV-Anlage hat (Amortisation HIN oder HER) macht es doch SINN so ein Teil montieren zu lassen? Wo wären wir heute, wenn es niemand riskieren würde. Vor 30 Jahren haben auch alle aufgeschrieen, wo z.B. Wärmepumpen-Heizungen auf den Markt kamen. Und Heute: will fast jeder so ein Teil. Also.

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  • T. Jobs am 23.08.2016 13:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vervollständigt

    Nur der Vollständigkeit halber, denn es gibt ja verschiedene PV-Typen: Aktuell haben PV-Module einen Erntefaktor von 4-7 und eine PV-Anlage ist zwischen 3,3 - 6 Jahren amortisiert, also die zur Produktion aufgewendete Energie ist dann wieder "eingespielt". Ab dann gibt es nur noch Plus uns das je nach Typ zwischen 25-40 Jahre. Die Standford Uni hat unlängst eine Beschichtung entwickelt, welche gleich 1% mehr aus den Modulen holt. Es liegt noch viel drin!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Energie Tiger am 24.08.2016 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Öko contra Geld

    Kein Mensch will Energie sparen.....er will Steuern sprich Geld sparen, denn jeder ist sich selbst der nächste. Flüge, Jaccuzi, TV etc. ist viel wichtiger als Energie sparen.

  • Pesche am 24.08.2016 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich bin erstaunt wie viele Skeptiker...

    es gibt wenn ich die Kommentare lese. Solarstrom ist eine der besten und umweltfreundlichsten Energiequellen, und das wollen viele immer noch nicht wahrhaben. ich verstehs einfach nicht.

  • zaza am 24.08.2016 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Finde es super, dass es immer mehr Menschen einsehen! Ist auch ein Industrie-Zweig der Klimalüge!

    • @zaza am 24.08.2016 20:13 Report Diesen Beitrag melden

      Naja...

      Du hast scheinbar entweder nicht gelesen oder aber nicht verstanden

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  • R.Burri am 24.08.2016 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Korrekt

    Bin Fachmann für Energie und Solartechnik und möchte gerne die Anlage sehen, die 20-30 Jahre halten soll. Vergesst das! Funktioniert nur in der Theori. Im Schnitt müsst ihr alle 12-15 Jahre die Anlagenteile austauschen.

    • T. Jobs am 24.08.2016 18:26 Report Diesen Beitrag melden

      @ R. Burri

      Die Solarzellen sicher nicht, nur der Wechselrichter

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  • Dr. Wer es glaubt am 24.08.2016 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ja dann ist ja alles Spitze, oder?

    Der Herr Doktor sollte mal das Energierehaltungsgesetz studieren. Es wird immer mehr Energie "hereingesteckt" als "herauskommt". Das ist Naturgesetz oder warum forscht man nach dem Urknall! Man sagt auch kurz "Wirkungsgrad"! Unter Berücksichtigung von Herstellung (Bau eines Kraftwerkes), Entsorgung, Produktion liegt nach der Wasserkraft die Kernkraft an 2.Stelle. Rechnet man noch die Co2-Belastung dazu ist die Solarzelle auf dem vorletzten Platz. Was die Richtigkeit der Armotisation angeht, sollte die Subvention mit eingerechnet werden!

    • T. Jobs am 24.08.2016 18:29 Report Diesen Beitrag melden

      @ Dr. Wer es glaubt

      Falsch: im weltweiten Mittel wurde der CO2-Ausstoss bei AKW auf 60g CO2/kWh berechnet. Bei den neusten Lagerstätten in Namibia mit mickrigem Gehalt sind es schon 160g CO2/kWh! Und dann kommen noch das CO2 beim Rückbau und der Endlagerung dazu! Zur Erinnerung: Wind macht 14g und PV 38g CO2/kWh

    • andi am 24.08.2016 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. Wer es glaubt

      es ging nichtum die finanzielle amortisation, sondern um ie energetische. daran ändern subventionen überhaupt nichts!

    • andi am 24.08.2016 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. Wer es glaubt

      fehler 2: was hat der energieerhaltungssatz damit zu tun? niemand hat gesagt, die erzeuhen mehr energie an elektrizität, als an licht rein kommt! viel ahnung scheinst du ja nicht zu haben!

    • andi am 24.08.2016 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. Wer es glaubt

      fehler 3: die berechnung möchteich sehen, die sagt, dass pv anlagen am meisten co2 produzieren. am schlimmsten sind kohlekraftwerke, dann kommen schon akws..

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