Energy Challenge

04. Juni 2019 16:01; Akt: 04.06.2019 18:20 Print

Darum sollten wir öfter mit dem Velo zur Arbeit

Effizient, gesund und umweltfreundlich: Es gibt gute Gründe, für den Arbeitsweg das Velo zu nehmen.

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In der Schweiz gibt es gemäss dem Bundesamt für Statistik rund 4 Millionen Pendler. Hiervon arbeiteten im Jahr 2017 über 70 Prozent ausserhalb ihrer Wohngemeinde – deutlich mehr als noch 1990 (59 Prozent). Entsprechend durchziehen heute weitaus grössere Pendlerströme das Schweizer Mittelland und die Alpentäler als noch vor wenigen Jahrzehnten. Basel-Stadt und Zug ziehen gemessen an ihrer Grösse am meisten Pendler aus anderen Kantonen an. Eine Erhebung aus dem Jahr 2017 belegte, dass etwas mehr als die Hälfte der Pendler (52 Prozent) als Hauptverkehrsmittel für den Arbeitsweg das Auto benutzte. 31 Prozent begaben sich mit dem öffentlichen Verkehr zur Arbeit, 15 Prozent zu Fuss oder mit dem Velo.

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Fahren Sie gerne Velo?

Gut ein Drittel der gesamthaft in der Schweiz verbrauchten Energie ist auf den Verkehr zurückzuführen. Dem Bundesamt für Statistik zufolge wird der Energiebedarf für den Verkehr hierzulande zu 94 Prozent mit Erdölprodukten gedeckt. Mit Verbrennungsmotoren betriebene Fahrzeuge stossen ausserdem das Treibhausgas Kohlendioxid aus. 2017 beliefen sich die CO2-Emissionen des Verkehrs in der Schweiz auf insgesamt 14,8 Millionen Tonnen CO2. Dies entsprach 39 Prozent aller Kohlendioxidausstösse der Schweiz, wobei der internationale Flugverkehr noch nicht einberechnet wurde.

Fahrräder verursachen keine CO2- und Lärmemissionen

Rund ein Drittel aller Autofahrten und zwei Drittel der Fahrten im öffentlichen Nahverkehr sind heute kürzer als drei Kilometer. Mit dem Velo könnten diese Strecken oftmals schneller sowie stress- und emissionsfrei zurückgelegt werden. Fahrräder verursachen weder CO2- noch Lärmemissionen und beanspruchen den Boden nur wenig. Der Verbrauch von wenigen Tropfen Öl für die mechanischen Teile, Kautschuk für Bremsen und Pneus sowie die für die Fabrikation eines Velos anfallende graue Energie fallen gegenüber der durch Autos verursachten Umweltbelastung kaum ins Gewicht. Ab und zu auf das Auto zu verzichten und stattdessen mit dem Velo zur Arbeit zu fahren, trägt also stark zum Umweltschutz bei.

Welche weiteren positiven Effekte hat es, sich zweimal täglich in den Sattel zu schwingen und den Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurücklegen? Bewegung steigert das körperliche und psychische Wohlbefinden. Beim Radfahren werden Herz und Lunge trainiert und die Ausdauer verbessert sich mit jedem zurückgelegten Kilometer. Eine Stunde Velofahren verbrennt je nach Durchschnittsgeschwindigkeit, Alter, Gewicht, Fitnesslevel und Geschlecht des Radlers bis zu 600 Kalorien. Insbesondere die Gesässmuskeln werden beim Radeln beansprucht, wodurch der Po definierter aussieht – ohne dass man sich dafür in stickigen Fitnesszentren abrackern muss.

Bereits mehr als sechs Millionen Kilometer geradelt

Schweizweite Aktionen wie Bike to Work oder der Velo-Mittwoch sollen die Schweizer dazu anregen, sich mehr mit dem Velo fortzubewegen. Anfang Juni wurden im Rahmen von Bike to Work von über 70'000 Teilnehmern bereits mehr als sechseinhalb Millionen Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt. Damit konnten gut 900 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Wer jeweils mittwochs mit dem Rad zur Arbeit fährt und damit mindestens drei Kilometer zurücklegt, kann die gefahrene Strecke auf der Velo-Mittwoch-Website eintragen und Gutscheine oder Sachpreise gewinnen.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Felix am 04.06.2019 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Velofahrer

    Eigentlich ist Velofahren ja was Feines. Man ist an der frischen Luft undeutlich was für seine Gesundheit. Aber Fahren in der Stadt ist die Hölle. Aber weniger wegen der Autos, sondern wegen der anderen Velofahrer. Während man selber vorschriftsmässig an der roten Ampel wartet, drängen sich alle anderen irgendwie durch, maulen einen sogar an weil man bei Rot nicht zufährt oder sie fahren gleich über's Trottoir und quetschen sich dann ohne zu schauen wieder in den Verkehr. Ich liebe Velofahren, aber Velofahrer in der Stadt sind die Pest.

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  • Bin Bin am 04.06.2019 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt?

    Ich fahre seit mehr als 10 Jahren jeden Tag, bei jedem Wetter mit dem Velo zur Arbeit. Nicht weil ich grün bin, ans CO2 Märchen glaub ich nicht, sondern weil dies für mich der schnellste Weg ist, von Tür zu Tür zu kommen. Nun gibt es aber viele Leute, die können nicht mit dem Rad zur Arbeit, weil ihr Arbeitsweg dazu viel zu weit ist. Was also sollen solche Ratschläge?

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  • Pascal Freimann am 04.06.2019 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Fahrradinfrastruktur

    Ich fahre etwa 65 Prozent mit dem Fahrrad zur Arbeit bei jedem Wetter. Richtige Fahrradwege sind leider die Ausnahme. Oft ist man als Fahrradfahrer gegenüber dem motorisierten Verkehr benachteiligt? Und durch völlig verblödete bauliche Massnahmen beim Leben bedroht? So schaffen wir ein Umdenken bestimmt nicht! Übrigens bin ich weder ein Grüner noch ein Umweltapostel, sondern ein Fahrradpendler..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lukas am 09.06.2019 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Kann eben nicht jeder

    Schön für die welche zur Arbeit fahren können. Muss leider pendeln 110km pro Tag und versch. Arbeitszeiten. Arbeitet eben nicht jeder am Wohnort oder bei der Stadt.

  • Baslerbebbi am 06.06.2019 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    128 km/Tag

    Ein Weg ist bei mir 64 km - ein wenig ambitioniert....

  • Peter am 06.06.2019 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig absurd

    Stimmt, statt 25min mit dem Auto, könnte ich ja 2h Velo fahren pro Weg...

  • catalena am 06.06.2019 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    ich geh mit dem LKW

    Was solls. Einige haben den Arbeitsplatz um die Ecke, andere nehmen die Bahn, andere die Karre. Schön wer den Arbeitsplatz in der Nähe hat. also nur ein doofes Gequatsche und bringt nichts.

  • Mensch am 06.06.2019 07:24 Report Diesen Beitrag melden

    Das Problem ist

    Die schlimmsten Verkehrsteilnehmer sind Velofahrer warum? Weil jeder/jede velofahren darf

    • Peter am 06.06.2019 08:26 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht ganz

      Die meisten, welche einen Führerschein haben, schleichen mit knapp 70/80 auf die Autobahn, ja nicht das Gaspedal ganz runter drücken, wie es sich gehört. Und dann jeweils auch schon auf 80 herunterbremsen, ehe man die Ausfahrt nimmt, obschon man erst nach dem Abzweigen abbremsen sollte. Wegen diesen zwei Kandidaten gibt es ständig Rückstau auf der Autobahn - sollte geahndet werden.

    • die Ritterin am 06.06.2019 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mensch

      Auto fahren darf leider auvh jeder, obwohl 80% dieser charakterlich dazu ungeeingnet sind. Dazu zählen alle, welche ständig über Velofahrer lästern.

    • Paul am 06.06.2019 13:00 Report Diesen Beitrag melden

      Blitzkasten für Schleicher

      Ein Blitzkasten für Schleicher wäre mal was....

    • Triathlet am 12.06.2019 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mensch

      Ja...es gibt eklige Radfahrer, ich erlebe sie im Auto sitzend! Auf dem Velo radelnd erlebe ich aber leider auch genau so oft gefährliche Autofahrer, welche sich ebenfalls einen deut um die Gesetze oder Gepflogenheiten kümmern ! Nur wer die Perspektiven ändert, kann wirklich mitreden! Was ich auf dem Motorrad erlebe, lasse ich mal weg!

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