Kanton Solothurn

04. Dezember 2011 08:37; Akt: 04.12.2011 14:18 Print

Bischof fügt FDP historische Schlappe zu

Pirmin Bischof von der CVP distanziert FDP-Mann Kurt Fluri und zieht in den Ständerat ein. Eine historische Niederlage für die FDP.

Bildstrecke im Grossformat »
Mit der Wahl von Pascale Bruderer eroberte die SP im Aargau erstmals nach über 60 Jahren einen Sitz im Ständerat. Die 34-jährige Bruderer erhielt 93'276 Stimmen und übersprang damit als einzige Kandidatin das absolute Mehr von 89'905 Stimmen. Wiedergewählt wurde im zweiten Wahlgang am 27. November 2011 Christine Egerszegi (FDP). Der Appenzell Ausserrhoder Ständerat Hans Altherr (FDP) ist klar wiedergewählt worden. Der 61-jährige Jurist Altherr, der ohne Gegenkandidat war, erhielt 14 672 Stimmen bei einem Absoluten Mehr von 8044 Stimmen. Ivo Bischofberger (CVP) wurde im Frühling bereits von der Landsgemeinde in Appenzell wiedergewählt. Anita Fetz vertritt den Kanton Basel-Stadt für eine weitere Amtsperiode im Ständerat. Die Sozialdemokratin, die der kleinen Kammer seit 2003 angehört, schaffte die Wiederwahl problemlos und liess ihre bürgerlichen Herausforderer weit hinter sich. Bei den Ständeratswahlen im Kanton Baselland hat der Bisherige Claude Janiak (SP) die Wiederwahl auf Anhieb geschafft. Der 53-jährige BDP-Politiker Werner Luginbühl hat die Wiederwahl in den Ständerat problemlos geschafft. Nach seinem eher unerwartet guten Abschneiden im ersten Wahlgang am 23. Oktober, galt der Berner Oberländer als Favorit für den zweiten Wahlgang und wurde mit Glanzresultat (216'685 Stimmen) gewählt. Als jahrelanger Stadtpräsident hat sich Hans Stöckli in Biel den Namen als Stadtvater erarbeitet. Am 20. November schafft er im zweiten Wahlgang im Kanton Bern überraschend den Einzug in den Ständerat vor SVP-Mann Adrian Amstutz. Die bisherigen Ständeräte Alain Berset (SP) und ... ... Urs Schwaller (CVP) wurden wiedergewählt. Linkes Duo bestätigt: Robert Cramer(Grüne) schaffte es in Genf erneut in den Ständerat. Auch Liliane Maury Pasquier wurde im ersten Wahlgang bestätigt. Die Glarner Vertretung im Ständerat bleibt unverändert: Die Bisherigen, This Jenny (SVP) und ... ... Pankraz Freitag (FDP), wurden erwartungsgemäss bestätigt. Finanzdirektor Martin Schmid beendet eine über 75 Jahre dauernde Durststrecke der Bündner FDP im Ständerat. Er gewinnt den Sitz auf Kosten der SVP. Der ehemalige Bündner Baudirektor Stefan Engler von der CVP zieht neu für Graubünden ins Stöckli ein. Die amtierenden jurassischen Ständeräte Claude Hêche (SP) und ... ... Anne Seydoux-Christe (CVP) schafften die Wiederwahl. Lagen im ersten Wahlgang vorne: Der langjährige FDP-Nationalrat Georges Theiler... ...und der Bisherige CVP-Ständerat Konrad Graber. Sie wurden jetzt in stiller Wahl gewählt. Die bisherigen Ständeräte Didier Berberat (SP) und ... ... und Raphaël Comte (FDP) schafften die Wiederwahl in den Ständerat. Das kleine Nidwalden verfügt sowohl im Nationalrat wie im Ständerat nur über je einen Sitz. Das Ständeratsmandat wurde in stillen Wahlen vergeben. Im Amt bestätigt wurde der 63-jährige Paul Niederberger von der CVP. Der Obwaldner Ständerat Hans Hess (FDP) hat die Wiederwahl problemlos geschafft. Karin Keller-Sutter (FDP) schaffte trotz starker Konkurrenz den Sprung in den Ständerat bereits im ersten Wahlgang. Wer den zweiten Sitz besetzt, muss ein zweiter Wahlgang am 27. November klären. Überraschend schaffte im zweiten Wahlgang am 27. November Paul Rechsteiner (SP) den Sprung ins Stöckli. Der bisherige Schaffhauser SVP-Ständerat Hannes Germann ist am Sonntag klar wieder gewählt worden. Von den übrigen vier Kandidaten erreichte keiner das absolute Mehr. Der parteilose «Vater der Abzockerinitiative» Thomas Minder macht das Rennen um den zweiten Sitz in Schaffhausen. Im zweiten Wahlgang setzt er sich problemlos durch. In Schwyz hat erst ein Ständeratskandidat im ersten Wahlgang das absolute Mehr erreicht: Der bisherige Alex Kuprecht von der SVP. Zum zweiten Wahlgang kommt es am 27. November. Im zweiten Wahlgang am 27. November erobert Peter Föhn den zweiten Sitz für die SVP. Der Solothurner SP-Ständerat Roberto Zanetti hat auf Anhieb die Wiederwahl geschafft. Der zweite Sitz wird erst am 4. Dezember besetzt. CVP-Mann Pirmin Bischof schafft im zweiten Wahlgang den Sprüng ins Stöckli. Er schlägt Kurt Fluri von der FDP klar mit 31'829 zu 23'440 Stimmen. CVP-Mann Filippo Lombardi wurde mit einem Stimmenanteil von 46.91 Prozent sein Mandat für eine vierte Legislatur verteidigen. Lombardi politisiert seit 1999 in der kleinen Kammer. Fabio Abate von der FDP heisst der zweite Tessiner im Ständerat. Abate gehörte seit 1999 dem Nationalrat an, kandidierte 2011 jedoch ausschliesslich für den Ständerat - und setzte sich gegen das ehemlige Politschwergewicht Franco Cavalli (SP) durch. Roland Eberle (SVP) ist im Kanton Thurgau im ersten Wahlgang in den Ständerat gewählt worden. Der ehemalige Regierungsrat und Bundesratskandidat holte 40'688 Stimmen bei einem Absoluten Mehr von 33'358 Stimmen. Brigitte Häberli-Koller von der CVP holt sich im zweiten Wahlgang den Sitz. Bei den Ständeratswahlen im Kanton Uri ist einzig der CVP-Kandidat und Regierungsrat Isidor Baumann im ersten Wahlgang gewählt worden. Zweiter Wahlgang am 27. November. Im zweiten Wahlgang am 27. November schaffte es dann auch der bisherige Markus Stadler (glp). Géraldine Savary (SP) wurde mit 78'263 Stimmen oder 55,62 Prozent Anteil im zweiten Wahlgang gewählt. Luc Recordon (Grünen) kam suf 71'686 Stimmen (50,95%) und schafft ebenfalls die Hürde für den Ständerat. Im Wallis verzichteten SP, SVP und FDP auf einen zweiten Wahlgang. Gewählt sind deshalb die beiden bisherigen CVP-Ständeräte Jean-René Fournier und ... ... sein Parteikollege René Imoberdorf. Die Zuger FDP hat ihren Sitz im Ständerat mit Gesundheitsdirektor Joachim Eder erfolgreich verteidigt. Der bisherige Zuger Ständerat, Peter Bieri (CVP), wurde problemlos bestätigt. Im zweiten Wahlgang, am 27. November 2011, schafften es die beiden bisherigen Verena Diener (glp) ... ... und Felix Gutzwiller (FDP) in den Ständerat. In den Kantonen Bern, Tessin, Waadt und Zürich erreichte kein Kandidat das absolute Mehr. In diesen Kantonen kam es jeweils zu einem zweiten Wahlgang.

Alle 46 gewählten Ständeräte.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Solothurner FDP hat nach 163 Jahren ihren Ständeratssitz verloren. CVP-Nationalrat Pirmin Bischof eroberte am Sonntag in der Stichwahl den noch freien Sitz in der kleinen Kammer. FDP-Nationalrat Kurt Fluri unterlag deutlich.

Das Volk wählte den 52-jährigen Rechtsanwalt Bischof im zweiten Anlauf mit 31 829 Stimmen in den Ständerat. Er eroberte 51,2 Prozent der gültigen Stimmen. Bischof gewann das Rennen damit deutlicher als erwartet.

Der 56-jährige Solothurner Stadtpräsident Fluri scheiterte mit 23 440 Stimmen (37,6 Prozent). Der parteilose Aussenseiter Peter Brudermann vereinte 6844 Stimmen auf sich. Die Wahlbeteiligung betrug 36,74 Prozent.

Die Solothurner FDP wird erstmals seit der Gründung des Bundesstaates 1848 nicht mehr im Ständerat vertreten sein. Die Niederlage hatte sich abgezeichnet: Bereits im ersten Wahlgang vor sechs Wochen lag Bischof deutlich vor Fluri.

In den vergangenen 20 Jahren war die FDP mit Ständerat Rolf Büttiker in der kleinen Kammer vertreten gewesen. Der 61-Jährige trat nicht zur Wiederwahl an.

FDP: «Das ist sehr schlimm»

Fluri zeigte sich enttäuscht, den historischen FDP-Sitz verloren zu haben. «Das ist sehr schlimm für mich und meine Partei», sagte er der Nachrichtenagentur SDA. Der Verlust tue «sehr weh».

Zahlreiche SP-Politiker hätten ihn unterstützt, hielt Fluri fest. Offensichtlich seien viele SP-Wähler jedoch nicht an die Urne gegangen. Die FDP habe wohl Mühe, einen Kandidaten aus eigener Kraft in den Ständerat zu bringen. Vielleicht habe es auch an seiner Person gelegen.

FDP-Kantonalpräsident Christian Scheuermeyer führte ebenfalls die tiefe Wahlbeteiligung als Grund für die Niederlage an. Die SVP- Wähler seien wohl gar nicht und die SP-Wähler nur vereinzelt an die Urne gegangen. Die FDP sei in Solothurn kommunal und kantonal die stärkste Partei, national sei man jedoch massiv schwächer.

Grosse Freude bei CVP

«Ich bin sprachlos», sagte der frisch gewählte CVP-Ständerat Bischof der Nachrichtenagentur SDA. «Ich freue mich darauf, den Kanton Solothurn zusammen mit Roberto Zanetti (SP) im Ständerat zu vertreten.»

Zanetti hatte bereits im ersten Wahlgang seine Wiederwahl geschafft. Der 57-Jährige übersprang das absolute Mehr um rund 600 Stimmen. «Dr rot Rübu», wie Zanetti im Volksmund genannt wird, gehört seit März 2010 dem Ständerat an.

Nachrücken im Nationalrat

Für Bischof als Nationalrat nachrücken wird Urs Schläfli aus Deitingen. Der 48-Jährige ist diplomierter Meisterlandwirt. Er gehört seit 2009 dem Solothurner Kantonsrat an. Bischof war seit 2007 Mitglied des Nationalrates gewesen.

Der neu gewählte Ständerat Bischof wird seinen Sessel in der kleinen Kammer am kommenden Montag zu Beginn der Winterssession noch nicht einnehmen können.

Zuerst muss das amtliche Ergebnis publiziert werden. Nach Ablauf der Einsprachefrist wird Bischof jedoch als Ständerat am 14. Dezember an den Bundesratswahlen teilnehmen können.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel am 04.12.2011 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Das kleinere Übel gewählt

    Die Solothurner haben das kleinere Übel gewählt. Für mich sind weder FDP, CVP noch SVP glaubhaft und somit niemals wählbar. Denn die bürgerliche Parteien vertreten nicht den "Otto-Normalverbraucher".

    einklappen einklappen
  • Markus Berner am 04.12.2011 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    quo vadis FDP?

    die FDP steht hinsichtlich strategischer Katastrophe der SVP nicht nach. Bereits im ersten Wahlgang stellte sich heraus, dass Fluri keine Chance haben wird. Aber man schickte ihn dennoch ins Rennen.

  • Walter J. Fürst am 04.12.2011 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SR Wahl SO

    Schade, dass die SVP nicht klar Stellung bezogen hat.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tomy am 05.12.2011 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Dä bringts!

    Jawohl, getreu des Wahl-Slogans von Primin Bischof bin ich überzeugt, der er frischen Wind in die kleine Kammer bringt! Er hat sich gerade in Finanzfragen in den letzten Jahren profiliert. Seine Positionen haben Inhalt und er versteht, wovon er spricht. Es ist deshalb nicht mehr als recht, hat er den Farblosen Fluri abgelöst...

  • Caspar M. Balthasar am 05.12.2011 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wahlstrategie?

    Wollte die FDP überhaupt gewinnen? Mit Fluri? Dass dieser sich nicht so gut verkaufen kann, das ist bekannt. Aber die Partei hätte sich schon ein Wenig mehr Mühe geben dürfen. Irgendwie ist der Wahlkampf der FDP nie über das Argument hinausgekommen, Bischof sei öfter in den Medien als Fluri, der arbeite im Hintergrund. Dass das nicht heisst, Bischof sei unfähig und faul, das wissen die Wähler. Und den Gegenkandidaten schlecht zu machen war noch nie ein gutes Argument. Gratuliere, Pirmin!

  • Herr Fuchs am 05.12.2011 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Wahl

    Die Kanton Solothurner wählen doch keinen Mann der von der Stadt Solothurn kommt und dort Stadtpräsi ist. Wir wollen nicht, dass dieser Kanton zu Grunde geht wie die Stadt Solothurn.

    • Pesche am 05.12.2011 09:17 Report Diesen Beitrag melden

      Was geht unter?

      Auf welcher Welt wohnen Sie, Herr Fuchs? Was deutet auf den Untergang der Stadt Solothurn hin?

    einklappen einklappen
  • Roland am 05.12.2011 07:09 Report Diesen Beitrag melden

    Quittung

    Es war nicht eine Entscheidung gegen die FDP sondern gegen Kurt Fluri persönlich. Durch seine persönliche "Rachezüge gegen die SVP hat er von dieser Partei nicht eine Stimme erhalten. Zudem haben wir mit Roberto Zanetti bereits einen fähigen Politiker der auch am linken Rand politisiert und 2 Linke erträgt der Kanton nicht.

  • Nick Meister am 05.12.2011 06:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Barvo

    Solothurn hat sich für einen offenen und phantasievollen Politiker mit Weltsicht und gegen einen zwar arbeitsamen, aber farblosen Verwalter ohne weiterreichende Ideen entschieden. Bravo!