Tatwaffe gehörte ihm

02. März 2013 10:23; Akt: 02.03.2013 12:49 Print

Bruder von Menznauer Amokläufer in Haft

Bei der Person, die am Freitag im Zusammenhang mit dem Amoklauf in Menznau festgenommen wurde, handelt es sich um den Bruder des Schützen. Ihm gehörte die Waffe, mit der Viktor B.* drei Menschen tötete.

Bildstrecke im Grossformat »
Am 28. Februar 2013, dem Tag nach dem Amoklauf von Menznau LU, wehen die Fahnen auf dem Kronospan-Firmengelände auf halbmast. In Willisau LU versammeln sich am Nachmittag des 28. Februar Trauergäste zum Gedenkgottesdienst für die Opfer von Menznau. Einen Tag zuvor, am 27. Februar, hatte ein Mitarbeiter der Holzverarbeitungsfirma Kronospan in Menznau LU ein Blutbad angerichtet. Vier Menschen fanden den Tod, darunter auch der Amokläufer. Drei Menschen waren noch am Tatort ums Leben gekommen, eine vierte Person erlag tags darauf im Spital ihren schweren Verletzungen. Ein grosses Aufgebot von Rettungskräften war in Menznau vor Ort. Unter anderem setzte die Rega drei Helikopter ein, um sieben teils schwerverletzte Personen auszufliegen. Der Täter, Vikor B., hatte am Morgen des 27. Februar, kurz nach 9 Uhr die Firma betreten und mit einer Pistole auf mehrere Mitarbeiter geschossen. Unter den Todesopfern ist auch Kranzschwinger Benno Studer aus Schüpfheim LU. Seinen grössten Erfolg hatte der 26-Jährige 2011 feiern können. Damals gewann er das Innerschweizerische. Ein weiteres Todesopfer ist Christina N., eine ehemalige Nachbarin des Täters. Sie wohnte im Parterre dieses Hauses. Bei der Tatwaffe handelte es sich nicht um eine Armeewaffe, teilte die Polizei mit. Der Gemeindepräsident von Menznau, Adrian J. Duss, zeigte sich am Tag der Tat erschüttert: «Ich bin schockiert und fassungslos.» Erst wenige Tage vor der Tat hatte die Firma Kronospan mitgeteilt, dass die Produktion wegen massiven Rundholzmangels gedrosselt worden sei (im Bild Kronospan-Konzernleiter Urs C. Fluder am Tatort). «Wir müssen heute auf Abstellmassnahmen wegen Rundholzmangels hinweisen», hatte es in einer Mitteilung von Holzindustrie Schweiz vom 23. Februar 2013 geheissen. Menznau ist die südöstlichste Gemeinde des Amtes Willisau und liegt zwischen Wolhusen und Willisau im Kanton Luzern. In dem Ort leben 2800 Einwohner. Das Areal des Holzverarbeiters Kronospan befindet sich am nordwestlichen Rand von Menznau.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Mann, der am Freitag von der Luzerner Polizei im Zusammenhang mit der Bluttat von Menznau festgenommen wurde, ist der Bruder des mutmasslichen Täters Viktor B.*. Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, bestätigte am Samstag eine Meldung des «Blick».

Der im Kanton Obwalden wohnhafte 43-jährige Mann wurde festgenommen, weil ihm die Pistole gehörte, mit der am Mittwoch in der Kronospan-Fabrik in Menznau vier Personen tödlich verletzt wurden. Seine Sphinx AT 380 war im Waffenregister eingetragen.

Die Behörden klären ab, wie die Faustfeuerwaffe vom Eigentümer zum mutmasslichen Täter kam. Einzelheiten dazu konnte Kopp mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen nicht geben.

Tatort wird abgerissen

Der genaue Tathergang ist nach wie vor unklar, weil mehrere Zeugen getötet oder schwer verletzt sind. Nach Angaben der Behörden schoss ein 42-jähriger langjähriger Mitarbeiter der Kronospan gezielt auf mehrere Arbeitskollegen. Zwei Opfer starben am Tatort, eine dritte Person verschied im Spital. Sechs Menschen wurden verletzt.

Als die Polizei am Tatort eintraf, war auch der Schütze tot. Er starb durch eine Schussverletzung. Wie der Mann starb, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Der Holzverarbeiter Kronospan nahm am Freitag die Arbeit teilweise wieder auf. Den rund 400 Mitarbeitenden steht ein Care Team zur Verfügung. Die Kantine, in der sich ein Teil der Bluttat abspielte, wird abgerissen, wie das Unternehmen mitteilte.

(jbu/sda)