Schüsse und «Todesliste»

07. Juni 2011 18:08; Akt: 07.06.2011 18:14 Print

Buchser Amokschütze akzeptiert Urteil

Der 53-jährige Amokschütze von Buchs AG muss definitiv hinter Gitter. Der Mann wird das Gerichtsurteil nicht weiter ziehen.

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Das Urteil gegen einen 53-jährigen Schweizer, der Ende 2008 aus seinem Haus schoss und eine «Todesliste» mit 26 Namen führte, ist rechtskräftig. Der Mann akzeptierte das Urteil des Bezirksgerichtes Zurzach AG. Dieses verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren.

Der Verurteilte teilte dem Gericht mit, er habe sich dazu entschlossen, auf die Ergreifung eines Rechtsmittels zu verzichten, wie das Bezirksgericht Zurzach am Dienstag in einem Communiqué schrieb.

Anfang April hatte das Gericht den Mann unter anderem wegen mehrfacher Gefährdung des Lebens und wegen strafbarer Vorbereitungshandlungen zu mehrfachem Mord schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung wurde er mangels Beweisen freigesprochen.

Anders als vom Staatsanwalt beantragt, verzichtete das Gericht auf eine Verwahrung. Es sei noch unklar, ob sich die psychische Störung des Mannes therapieren lasse, hiess es. Der Gericht ordnete jedoch eine vollzugsbegleitende ambulante Therapie an.

Folterpläne aufgeschrieben

Der Verurteilte hatte sich am 13. November 2008 in seinem Einfamilienhaus in Buchs bei Aarau verschanzt. Er schoss aus dem Haus. Die Sondereinheit «Argus» der Kantonspolizei stürmte das Gebäude und schoss auf den Mann. Dieser wurde schwer verletzt.

Nach dem Vorfall wurden im Haus rund 20 Pistolen und automatische Waffen, Schalldämpfer, grosse Mengen Munition und Sprengstoff sowie Folterwerkzeuge sichergestellt. Zudem entdeckten die Polizei die auf einem PC gespeicherte «Todesliste». Den Behörden war der Mann längst als Waffennarr bekannt.

(sda)