Grenchen SO

01. Februar 2011 14:10; Akt: 01.02.2011 22:57 Print

Keine Untersuchung wegen Mobbings

Gegen den Grenchner Stadtpräsidenten Boris Banga (SP) wird keine disziplinarische Untersuchung wegen Mobbings eröffnet. Dies teilte die Gemeinderatskommission (GRK) - die Exekutive von Grenchen - am Dienstag mit.

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Der Verzicht sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die betroffenen Mitarbeiter «zu einem so langwierigen und belastenden Verfahren» nicht bereit seien, hielt die GRK fest. Ohne deren Mitwirkung sei ein Verfahren praktisch sinnlos.

Die GRK betonte jedoch, dass beim Stadtpräsidenten «beträchtliche Führungsprobleme» vorlägen. Sie ermahnte ihn mit Nachdruck, sich «strikt an die geltenden Anstands- und Ausstandsregeln zu halten».

Damit habe man eine gute Ausgangslage geschaffen, damit alle wieder normal arbeiten können, sagte Hubert Bläsi, Vizepräsident der Stadt Grenchen, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Eine Voruntersuchung externer Experten hatte ergeben, dass in drei Fällen Mobbing nicht ausgeschlossen werden könne. Nachdem dies öffentlich wurde, ging Banga in die Offensive und beantragte eine Disziplinaruntersuchung gegen sich selbst.

Neue Leitung Kitas und Vertrauensperson

Allerdings wird die Führung der Kindertagesstätten von der Schulverwaltung an die Sozialen Dienste Oberer Leberberg übertragen. Damit sollen Interessenskonflikte vermieden werden, da die Frau des Stadtpräsidenten selber eine Krippe leitet.

Zudem soll eine andere Person in der GRK für Angelegenheiten betreffend Kindertagesstätten und Stadtbibliothek zuständig sein. Mitarbeitern, die sich nicht korrekt behandelt fühlen, steht als Vertrauensperson ein kantonsexterner Rechtsanwalt zur Verfügung.

(sda)