Aarau

03. Februar 2011 12:53; Akt: 03.02.2011 17:30 Print

Marderhund wurde eingeschläfert

Im Aargau ist zum dritten Mal seit 1997 ein Marderhund entdeckt worden. Das in der Schweiz nicht heimische Kleinraubtier befand sich in Laufenburg AG am Rhein unter einem Auto. Die exotischen Marderhunde sind laut Fachleuten eine Konkurrenz für einheimische Tiere.

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Marderhund: Kanton Aargau lässt exotische Tier eingeschläfern. (Bild: wikipedia)

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Das am 27. Januar gefundene männliche Jungtier musste wegen Verletzungen eingeschläfert werden, wie aus einer Mitteilung der Sektion Jagd und Fischerei des Kantons Aargau hervorgeht. Das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (FIWI) der Universität Bern untersucht nun das rund 60 Zentimeter lange Tier.

Marderhunde sehen so putzig aus wie Waschbären, gehören jedoch zur Tiergattung der Hunde. Marderhunde stammen ursprünglich aus Ostasien, China, Sibirien und Japan.

Das Kleinraubtier sei in der Schweiz exotisch und nehme einheimischen Tieren den Platz weg, sagte Jean-Marc Weber vom Schweizer Forschungsprojekt zur Erhaltung und zum Management der Raubtiere (KORA) am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Konkurrenz für einheimische Tiere

«Das ist nicht gut für die Diversität, zum Beispiel für Vögel, die ihr Nest am Boden bauen», sagte Weber. Der Marderhund sei auch Träger von Krankheiten wie Tollwut. Natürliche Feinde habe das Raubtier in der Schweiz nicht viele. Feinde seien der Wolf, der Luchs und der Mensch.

Wegen des Pelzes war der Allesfresser in den Dreissigerjahren des vergangenen Jahrhunderts im europäischen Teil Russlands ausgesetzt worden. Von dort aus verbreitete er sich im Laufe der Jahrzehnte bis nach Westeuropa.

Wenn in der Schweiz so viele Marderhunde wie in Deutschland leben würden, so führte dies zu Problemen, hielt Weber fest. Die Marderhunde vermehrten sich stark. Ein Weibchen könne bis zu 19 Tiere pro Mal werfen.

Erster Fund vor 13 Jahren

Der erste im Aargau nachgewiesene Marderhund war 1997 in Leuggern tot gefunden worden. Ein Auto hatte ihn überfahren. Ein zweites Tier wurde vor genau zwei Jahren tot im Aare-Kraftwerk beim Klingnauer Stausee angeschwemmt.

Alle aargauischen Fundorte liegen in der Nähe der schweizerisch- deutschen Rheingrenze. Fachleute gehen davon aus, dass die drei Marderhunde von Deutschland in die Schweiz eingewandert waren. Die Tiere gelten als gute Schwimmer.

Die Existenz von einzelnen Marderhunden wurde bislang auch in den Kantonen Graubünden, Jura und Uri nachgewiesen.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Naturfreund am 04.02.2011 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Fremde Endringlinge

    Richtig so. Diese Tiere passen nicht in unser Ökosystem und müssen ausgerottet werden. Ich höre die "Tierschützer" jetzt schon schreien: Das macht doch nichts wegen den paar Tieren. Genau da fängt es jedoch an. Diese Leute erwachen erst wenn es schon zuspät für unsere einheimischen Tiere ist. Am besten setzt der Bund eine Abschussprämie aus und dann kann jeder Bürger ein solches Tier melden und die Prämie kassieren. Das wäre aktiver Naturschutz.

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  • MB am 04.02.2011 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder

    wird ein Tier eingeschläfert, weil es ein paar Leuten nicht passt! Tolle Gesellschaft!

  • JM am 04.02.2011 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdig!

    Irgendwie glaube ich nicht das die Marderhunde jeweils bereits tot waren als man sie gefunden hatte...ich denke ein paar Leute wie z.B. der Herr Weber wollen diese Tiere gar nicht bei uns. Ich finde das schade. Es haben doch alle ein Recht auf Leben und unsere Natur weiss sicher wie man mit einem neuen Lebewesen umzugehen hat, damit sich alles einfädelt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fleischfresser am 07.02.2011 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Menschen nehmen anderen Tieren auch Lebensraum weg

    Menschen nehmen anderen Tieren weltweit auch laufend mehr Lebensraum weg und rotten z.T. sogar andere Tiere aus.

  • Peter Meury am 07.02.2011 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Biber-Ansiedlung

    Wer Z.b. in Kanada oder Süd-Argentinien die Schäden gesehen hat, die diese Tiere anrichten, muss sich schon fragen, ob die Wiederansiedling des Bibers in der Schweiz richtig ist?

    • Peter Tschannen, Engelberg am 07.02.2011 19:17 Report Diesen Beitrag melden

      Mensch vs. Biber

      Und was ist mit den Schäden die der Mensch anrichtet?

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  • Nachfragender Tierfreund am 06.02.2011 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Für den Tierpark Goldau

    wären Marderhunde eine echte Bereicherung. Wenn sie hier (wie die Wölfe) schon nicht freileben dürfen, dann müsste man sie doch in einem Zoo oder so besichtigen können? Aber eben, die Uni Bern hat nun ein Forschungsexemplar.

  • Bürger am 04.02.2011 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Evolution

    Wenn mans genau nimmt, sie die heute in Europa "einheimische" auch nur Eindringlinge, denn sie sind erst nach der Eiszeit hier eigewandert. Tierische Lebensformen (inkl. Mensch) migrieren halt nun mal, das ist Teil ihrer Natur. Wenn eine neue Spezies sich hier niederlässt, dann pendelt sich die Natur von alleine wieder ein, weil sich ein neues Gleichgewicht ausbildet.

    • verantwortung? am 07.02.2011 10:25 Report Diesen Beitrag melden

      frage zu deiner evolution.

      ist es dann wirklich natürliches wandern wenn der mensch mit seiner mobilität in seinen flugzeugen, schiffen und autos tiere an orte bringt de sie auf natürliche weise nie erreichen würden? weil ich habe noch nicht gehört das z.b. ein tier vom amerikanischen kontinent auf natürliche weise in europa eingewandert wäre? müsste nicht der mensch sicherstellen das dieses wandern auf die natürlichen vorgänge beschränkt werden?

    • Bürger am 08.02.2011 16:38 Report Diesen Beitrag melden

      Das ist irrelevant,

      denn das Leben ist opportunistisch. Man verbreitet sich mit jenen Methoden, die einem zur Verfügung stehen. Übrigens: da der Mensch als ein Tier ja auch nur Teil der Natur ist, sind die Produkte seiner evolvierten Fähigkeiten es auch. Daher ist dieser Migrationsweg auch natürlich. Ferner verbreiten wir uns ja auch bis zum geht nicht mehr, oder? Wie können wir es uns anmassen, anderen Spezies dies zu verhindern?

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  • Naturfreund am 04.02.2011 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Fremde Endringlinge

    Richtig so. Diese Tiere passen nicht in unser Ökosystem und müssen ausgerottet werden. Ich höre die "Tierschützer" jetzt schon schreien: Das macht doch nichts wegen den paar Tieren. Genau da fängt es jedoch an. Diese Leute erwachen erst wenn es schon zuspät für unsere einheimischen Tiere ist. Am besten setzt der Bund eine Abschussprämie aus und dann kann jeder Bürger ein solches Tier melden und die Prämie kassieren. Das wäre aktiver Naturschutz.

    • Peatch am 05.02.2011 09:47 Report Diesen Beitrag melden

      Unser Ökosystem was denn??

      Nur weil der Mensch Grenzen zieht *auch im Geiste* interessiert das doch die Natur nicht ^^ Es gibt kein ungeschütztes Ökosystem .... anpassen oder untergehen damit dürfen wir uns früher oder später auch befassen da wir uns auch nicht ausschliessen können.

    • andrea am 07.02.2011 08:57 Report Diesen Beitrag melden

      doch, auch die natur kennt grenzen!!

      doch, die natur hat auch ihre grenzen! meere oder kontinente waren immer eine natürliche grenze (warum gibt es nur noch in australien beuteltiere??) das problem ist der mensch der mit seinen flugzeugen, schiffen und autos lebewesen an orte bringt die sie auf natürliche weise nie erreichen würden. aber den modernen menschen interessiert das wohl nicht, hauptsache er hat seine bequeme mobilität.

    • Bürger am 08.02.2011 16:42 Report Diesen Beitrag melden

      @andrea

      Der Mensch ist auch nur ein Produkt der Evolution und daher Teil der Natur. Unsere Fähigkeiten sind das Produkt unseres Gehirnes, das sich über Jahrmillionen stetig weiterentwickelt hat. Dass wir also Schiffe und Flugzeuge bauen können, ist daher auch nur Resultat dieser Evolution, und daher nur schwer als künstlich zu bezeichnen, da solche Aktivitäten nun mal zu unserer Natur gehören.

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