Übergriff am Festival

27. Juni 2011 09:26; Akt: 27.06.2011 10:35 Print

Stand der Vergewaltiger unter Drogen?

von Annette Hirschberg - Der Open-Air-Vergewaltiger von Wohlen liess laut Opfer ein verdächtiges Täschchen am Tatort zurück. Die Polizei hat bisher jedoch keine heisse Spur zum Täter.

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Vom Mann, der am Touch-the-Air-Festival in Wohlen eine 17-jährige Frau aus Baselland mit vorgehaltenem Messer zum Oralsex gezwungen hat, fehlt weiterhin jede Spur. Das Opfer hofft, dass er bald erwischt wird. «Damit er nicht noch mehr Frauen das antun kann, was er mir angetan hat», sagte sie gegenüber 20 Minuten Online. Möglicherweise stand der Mann bei der Tat unter Drogen.

Gemäss der jungen Frau sei der Täter nach dem erzwungenen Oralsex aus dem Zelt geflüchtet und habe seine Sachen liegen lassen. «Nebst dem blutverschmierten Messer lag da auch ein Täschchen mit Drogen im Zelt.» Die Polizei bestätigt, dass Drogen gefunden wurden. «Wem sie gehören, wird derzeit noch abgeklärt», sagt Mediensprecher Roland Pfister von der Kantonspolizei Aargau.

Verhaftungen nicht im Zusammenhang mit dem Übergriff

Im Zusammenhang mit der Vergewaltigung am Open-Air haben mehrere Besucher einen grossen Polizeieinsatz beobachtet. «Etwa ein Dutzend Polizisten sind noch in der Nacht in die Zeltstadt gestürmt, haben zahlreiche Personen kontrolliert und befragt», sagte ein junger Open-Air-Besucher gegenüber 20 Minuten Online. Mehrere Festivalgänger hatten den Eindruck, dass bei diesem Einsatz bereits Personen verhaftet wurden.

Die Kantonspolizei Aargau bestätigt, dass im Zuge der Ermittlungen Befragungen durchgeführt wurden. Während der vier Festivaltage seien auch Personen kontrolliert und mit auf den Posten genommen worden. Diese Verhaftungen stünden aber nicht im Zusammenhang mit dem Sexualverbrechen. In den meisten Fällen habe es sich um Verdächtige wegen Diebstahl, Raub oder Drogendelikten gehandelt. Den Vergewaltiger zu finden sei schwer, so Pfister, da das Opfer den Täter in der Dunkelheit praktisch nicht gesehen habe und darum kaum Angaben zu seinem Signalement machen könne.