Aarau

29. März 2011 11:38; Akt: 29.03.2011 19:21 Print

Weitgehende Anpassung an HarmoS

Das Aargauer Parlament will die Struktur der Volksschule den anderen Kantonen angleichen. Die Primarschule soll um ein auf sechs Jahre verlängert und die Oberstufe auf drei Jahre verkürzt werden. Der zwei Jahre dauernde Kindergarten soll obligatorisch werden.

Fehler gesehen?

Dem vom Regierungsrat vorgelegten Reformpaket «Stärkung der Volksschule Aargau» stimmte das Kantonsparlament am Dienstag gegen die Stimmen der SVP-Fraktion klar zu. Das letzte Wort über die notwendige Änderung der Kantonsverfassung wird das Volk in einer Abstimmung sprechen.

Mit der Ablehnung der Reform stellte sich die SVP gegen den eigenen Regierungsrat Alex Hürzeler. Die stärkste Partei im Grossen Rat bezeichnete den Umbau der Volksschule als «reinen politischen Akt», um die Struktur ans Schulkonkordat HarmoS anzugleichen.

Ein Beitritt zur interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS-Konkordat) steht im Aargau jedoch nicht zur Debatte. Bildungsdirektor Hürzeler will die Volksschule vielmehr «in verkraftbaren Schritten» weiterentwickeln.

Im Mai 2009 hatte der Souverän die weitreichende Schulreform «Bildungskleeblatt» in einer Volksabstimmung abgelehnt. Das Volk wählte danach den verantwortlichen Regierungsrat Rainer Huber (CVP) ab. Nachfolger für das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) wurde der neu gewählte SVP-Grosrat Hürzeler.

Umsetzung im Schuljahr 2014/15

Hinter den zweiten Anlauf, das Schulsystem des Aargaus der Struktur der anderen Kantonen anzupassen, stellten sich die Fraktionen FDP, CVP, GLP, Grüne und SP. Es werde für Familien einfacher, über die Kantonsgrenzen hinweg umzuziehen, hiess es.

Die Verlängerung der Primarschule und Verkürzung der Oberstufe soll mit Beginn des Schuljahres 2014/15 umgesetzt werden. Der Regierungsrat will in der Oberstufe die drei Schultypen Real-, Sekundar- und Bezirksschulen erhalten.

(sda)