Ombudsmann

04. Januar 2018 10:59; Akt: 04.01.2018 12:42 Print

«10 vor 10» darf AfD nicht rechtsextrem nennen

Ein Zuschauer hatte beanstandet, dass SRF die Parteien AfD, FPÖ und PVV als rechtsextrem bezeichnete. Nun gab ihm der Ombudsmann recht.

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«Viele wählten lieber das rechtsextreme Original», sagt die Off-Stimme zur österreichischen FPÖ. «Mit nur 13 Prozent blieb der Rechtsextreme weit hinter seinen Erwartungen zurück», hiess es zu Geert Wilders von der holländischen Partei für die Freiheit PVV.

Die Rede ist weiter von der «rechtsextremen AfD in Deutschland» und dem «Aufstieg der Rechtsextremen» in Europa. Insgesamt viermal verwendete «10 vor 10» in einem Beitrag vom 16. Oktober 2017 den Begriff «rechtsextrem».

«Üble politische Indoktrination»

Schon während der Sendung griff «10 vor 10»-Redaktionsleiter Christian Dütschler ein. Von zu Hause aus habe er telefonisch im letzten Moment eine umgehende Entschuldigung veranlasst, teilt er mit. So sagte Moderatorin Andrea Vetsch am Ende der Sendung: «Im ersten Beitrag ist offenbar das Wort Rechtsextreme in Zusammenhang mit der FPÖ mehrmals verwendet worden. Dafür möchten wir uns entschuldigen.» Zudem wurde auf der SRF-Website ein «Korrekt» publiziert.

Trotzdem hat ein Zuschauer wegen des Begriffs beim Ombudsmann die Sendung beanstandet. Die Rechtsparteien als rechtsextrem zu bezeichnen, sei «üble politische Indoktrination und Machtmissbrauch». Nun meldet sich Ombudsmann Roger Blum und gibt dem Zuschauer in einer Stellungnahmeteilweise recht.

«Unterschiede zu Nazis und Faschisten»

Zwar sei die Bezeichnung «rechtsextrem» für die drei Parteien nicht grundsätzlich falsch. «Dennoch gibt es Unterschiede im Vergleich zu den deutschen Nationalsozialisten Hitlers, den italienischen Faschisten Mussolinis, der spanischen Falange Francos, den ungarischen Pfeilkreuzlern Szálasis oder der kroatischen Ustascha von Pavelic. Solange diese Unterschiede (noch) bestehen, ist es richtig, von rechtspopulistischen und nicht von rechtsextremen Parteien zu reden», sagt Blum.

Die Redaktion habe jedoch «vorbildlich» reagiert, indem sie sich noch während der Sendung entschuldigte. Das sei lobenswert.

(hal)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hansbans am 04.01.2018 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichbehandlung?

    Wieso wird die SP nie als linksextreme oder linkspopulistische Partei betitel?

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  • Remo am 04.01.2018 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Parteiprogramm lesen

    Wenn man das Parteiprogramm liest, stellt man zwar frst, dass die Partei rechts aussen politisiert, mit rechtsexremismus hat dies aber noch lange nichts zu tun. Zwar sollte sie gegen rechtsexreme Personen innerhalb der Partei stärker vorgehen, so wie es die linken gegen linksautonomen Krawallmacher auch tun sollten.

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  • Nathi am 04.01.2018 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Und da sage noch einer...

    ..die Leute in der SRG seien nicht linkslastig. Der Redaktionsleiter hat auch nur eingegriffen weil er wusste dass dies rechtliche Konsequenzen mit sich bringen kann. Wird er wohl mit ziemlichem Zähneknirschen und Unmut gemacht haben. Es braucht einen politischen Hausputz bei der SRG, und die geforderte Transparenz betreffend politischer Einstellung für jeden Mitarbeiter, vom CEO bis zum Hausmeister und der Kantinenfrau.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Café Racer am 04.01.2018 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Frustrierte und ängstliche

    Jeder der sich als eine Art Sprachrohr für die Heimat sieht, müsste zwingend einen DNA Test absolvieren. Die kommen noch auf die Welt wenn mit 99,9% Sicherheit belegt wird, dass auch sie nach Europa eingewandert sind. Einfach zum brüllen!

  • Lionel2015 am 04.01.2018 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jaja

    AFD sind auch nicht rechtsextrem! Informieren zuerst dann senden! Typisch SRF

  • Spieglbild am 04.01.2018 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Wahrheit schmerzt

    Also einfach Tatsachen verleugnen. Ich erwarte auch nichts anderes von den Schweizern.

  • Nathi am 04.01.2018 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Und da sage noch einer...

    ..die Leute in der SRG seien nicht linkslastig. Der Redaktionsleiter hat auch nur eingegriffen weil er wusste dass dies rechtliche Konsequenzen mit sich bringen kann. Wird er wohl mit ziemlichem Zähneknirschen und Unmut gemacht haben. Es braucht einen politischen Hausputz bei der SRG, und die geforderte Transparenz betreffend politischer Einstellung für jeden Mitarbeiter, vom CEO bis zum Hausmeister und der Kantinenfrau.

  • Clife am 04.01.2018 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mich würde mal folgendes Interessieren...

    Angenommen, ein Migrant ist vor 60 Jahren in die Schweiz gekommen. Er hat sich gut integriert, liebt die Schweiz und verteidigt dessen Werte. Er hat aber einen ausländischen Namen. Wird er von den Büezlis so akzeptiert, wie ein echter Schweizer oder doch lebenslänglich kritisch angeschaut? Mal angenommen es wäre einer aus Marokko oder Brasilien.