No-Billag-Initiative

18. Januar 2018 09:35; Akt: 18.01.2018 10:40 Print

«8 von 10 Promis würden ohne SRF verschwinden»

von Silvana Schreier - Falls SRF bei einem Ja zu No Billag verschwindet, verlieren zahlreiche Schweizer Promis ihre Plattform. Ein Experte sagt einen harten Wettbewerb voraus.

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Christa Rigozzi, Oesch’s die Dritten, Tamynique und Linda Fäh: Diese Schweizer Promis haben ihre Karriere massgeblich SRF zu verdanken. Rigozzi wurde allein im Jahr 2017 achtmal in der SRF-Sendung «Glanz & Gloria» gezeigt. Daneben wurde sie mehrere Male von SRF als Moderatorin engagiert. Doch was geschieht mit diesen Promis, wenn es SRF nach einem Ja zur No-Billag-Initiative tatsächlich nicht mehr geben würde?

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Haben Sie Angst, dass Schweizer Promis verschwinden ohne SRF?

Für Kommunikationsexperte Klaus Stöhlker ist klar: «Ohne SRF wird es ein harter Wettbewerb unter den Schweizer Stars. Das Resultat: Acht von zehn werden verschwinden.» Nur die Guten könnten sich noch durchsetzen. «Jetzt sind all diese Promis gedopt vom Geld der SRG, denn ohne das Schweizer Fernsehen wären sie nie so berühmt geworden», so Stöhlker weiter. Kein anderer Schweizer Fernsehsender könnte den Prominenten so viel Gage bieten wie SRF.

«Boulevardblätter berichten noch immer über Cervelat-Promis»

Der Medienökonom Manuel Puppis von der Universität Freiburg macht sich weniger Sorgen um die Promis: «Es würde auch ohne SRF noch immer zahlreiche Boulevardblätter geben, die gerne über die Schweizer Cervelat-Prominenz berichten», so Puppis. Wer bereits etabliert sei im Schweizer Musik-, Film- oder Kulturgeschäft, der finde neue Plattformen. Gerade Unterhaltungssender wie 3+ oder TV24 könnten ihnen neue Sendeplätze geben.

Aber: «Ich sorge mich um eine Plattform für Schweizer Produktionen, gerade von jungen Musikern oder Kulturschaffenden.» Ohne das Schweizer Fernsehen sei automatisch weniger Geld für die Produktion von Schweizer Filmen, Serien oder Dokumentationen vorhanden. Und ohne das Schweizer Radio gebe es weniger Sendeplätze für Schweizer Musik. Puppis: «Beispielsweise Radio SRF Virus ist dazu angehalten, Schweizer Musik zu spielen.»

Ist Instagram eine Alternative zu SRF?

Fallen Fernsehauftritte weg, die in die ganze Schweiz übertragen werden, könnten die sozialen Medien diese Lücke füllen. Dass sich die Stars und Sternchen dann vermehrt auf Instagram oder Facebook konzentrieren würden, ist möglich.

Kommunikationsexperte Stöhlker warnt aber: «Nur wenn man originelle Ideen hat und diese in Bildern, Videos oder Texten umsetzt, hat man in den sozialen Medien eine Chance. Die Auslese ist unerbittlich.» Erfolg sei keinesfalls programmiert.

«Ich würde meine Auftritte im TV nicht vermissen»

Neben den Schweizer Promis nutzen auch Jungpolitiker SRF, um sich zu puschen. Der Präsident der Jungfreisinnigen, Andri Silberschmidt, war im vergangenen Jahr siebenmal in einem TV-Beitrag von SRF zu sehen und einmal im Radio zu hören (siehe Videos unten). Er geht zwar nicht davon aus, dass es SRF bei einem Ja zu No Billag nicht mehr geben würde. «Aber falls das so wäre, würde ich gewisse Formate, sicher nicht meine Auftritte im Fernsehen vermissen», so Silberschmidt. Er schätze es, wenn ein Medium sein Engagement wahrnehme und sich für seine Anliegen interessiere. Silberschmidt: «Es spielt keine Rolle, ob das ein Lokalsender, eine Zeitung oder SRF ist.»

Auch Juso-Präsidentin Tamara Funiciello kam seit Januar 2017 viermal im Radio und sechsmal im Schweizer Fernsehen zu Wort (siehe Videos unten). «Das stimmt, aber bei Tele Züri oder Tele Bern war ich mindestens so oft», sagt Funiciello auf Anfrage. Mit den SRF-Berichten über sie sei sie nicht immer zufrieden gewesen. «Aber das muss ja so sein, sonst wäre es kein guter Journalismus.» Würde SRF bei einem Ja zu No Billag tatsächlich verschwinden, befürchtet die Juso-Chefin auch den Untergang der lokalen Sender: «Ich behandle alle Anfragen von Medien gleich. Aber wenn die Medienvielfalt durch das Verschwinden vieler Sender verringert wird, ist das schlimm», so Funiciello.

Im vergangenen Jahr war Andri Silberschmidt siebenmal in einem TV-Beitrag von SRF zu sehen und einmal im Radio zu hören:

Tagesschau vom 13. Januar 2018:

Schawinski vom 11. Dezember 2017:

Tagesgespräch auf Radio SRF 4 am 9. Oktober 2017

Tagesschau vom 13. August 2017:

Glanz & Gloria vom 7. August 2017:

Arena vom 23. Juni 2017:

Tagesschau vom 8. März 2017:

Arena vom 7. Januar 2017:

Ebenfalls viel Präsenz bei SRF hatte Juso-Chefin Tamara Funiciello. Seit Januar 2017 war sie viermal im Radio und sechsmal im Schweizer Fernsehen:

Echo der Zeit vom 12. Januar 2018

Rundschau vom 22. November 2017:

Arena vom 27. Oktober 2017:

Echo der Zeit vom 4. Oktober 2017

Schawinski vom 28. August 2017:

Glanz & Gloria vom 8. August 2017:

«Kontext» auf Radio SRF 2 Kultur vom 26. Juni 2017

Rundschau vom 26. April 2017:

Echo der Zeit vom 11. März 2017

Arena vom 7. Januar 2017:

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ed Indi am 18.01.2018 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welche Promis?

    Das ist demfall ein Hauptgrund die No-Billag anzunehmen!

    einklappen einklappen
  • guhu am 18.01.2018 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    C Promis Ja.

    Sehe grad das Problem nicht. Haben C - Promis mit dem Grundauftrag zur Information der Bevölkerung zu tun? Ja no Billag

  • Spartaner am 18.01.2018 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Kenne ausser Sportler sowieso keine Schweizer Promis also weg damit...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hemperor am 18.01.2018 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt weiss ich nicht mehr

    Jetzt weiss ich nicht mehr. Eigentlich wollte ich nein zu zu No Billag sagen. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher. Wenn die No Billag Initiative angenommen wird, könnten wir endlich Fucinello frei sein.

  • Richy 74 am 18.01.2018 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    link möchtegern promis

    Wenn linke SRF als Sprungbrett brauchen ist die SRG sowiso überflüssig.

  • MonkeyBusiness am 18.01.2018 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schienenwechsel

    Es werden stets dringend Krankenpfleger und Elektriker gesucht (uvm.), also wo ist das Problem?;)

  • Globeca am 18.01.2018 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unfassbar

    das ist unfassbar, wie die argumente der gegner immer bescheuerter werden!

  • Eleonore am 18.01.2018 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja und jetzt

    Wäre echt kein Weltundergang hat noch andere Sender zum Gucken