Gewerkschaftsbund

01. Oktober 2014 10:29; Akt: 01.10.2014 10:29 Print

«AHV-Rente ist viel rentabler als dritte Säule»

Die AHV verfüge über ein viel besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als private Vorsorgelösungen. Zu diesem Schluss kommt der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB).

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Die AHV müsse gestärkt werden, findet der Gewerkschaftsbund. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Für eine gleich hohe Rente muss teilweise mehr als doppelt so viel Geld in eine dritte Säule einbezahlt werden als in die AHV. «Die grosse Mehrheit der Bevölkerung in der Schweiz bekommt für jeden in die AHV einbezahlten Franken deutlich mehr Rente, als wenn das gleiche Geld auf einem Konto der privaten Vorsorge angespart würde», teilte der SGB am Mittwoch mit. Grund dafür sei das «geniale AHV-Finanzierungsmodell».

Namentlich die starke Solidarität zwischen hohen und tiefen Einkommen und die Berücksichtigung unbezahlter Familienarbeit in der Rentenberechnung sprächen für die AHV. Zudem gehörten die schlanke Verwaltung, die grosse Unabhängigkeit vom Gewinnstreben privater Anbieter sowie die Umlagefinanzierung zu ihren Trümpfen.

«Die Versicherten werden gemolken»

Doch die AHV profitiere auch von der Schwäche privater Vorsorgelösungen, schrieb der SGB. Anbieter der dritten Säule böten oft schlechte Konditionen - beispielsweise verlangten sie hohe Gebühren. «Weil Banken und Versicherungen für ihre Aktionäre Gewinne erzielen müssen, werden die Versicherten gemolken.»

Der SGB stellt der AHV auch als Vorsorgesystem gute Noten aus: «Die Finanzierung ist stabil.» Obwohl sich die Lebenserwartung stark erhöht habe und sich die Zahl der Rentnerinnen und Rentner seit 1975 mehr als verdoppelt habe, seien die Lohnbeiträge unverändert geblieben. Nur einmal sei ein zusätzliches Mehrwertsteuer-Prozent für die AHV eingeführt worden.

AHV müsse gestärkt werden

Der Gewerkschaftsbund verfolgt mit der Analyse der verschiedenen Vorsorgelösungen auch politische Ziele: «Im Hinblick auf die anstehende Debatte über die Altersvorsorge 2020 müssen Bundesrat und Parlament der sozialen und wirtschaftlichen Überlegenheit der AHV Rechnung tragen.» Statt geschwächt müsse die AHV gestärkt werden. Dieses Ziel verfolgt auch die vom SGB lancierte Volksinitiative «AHVplus».

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul Meister am 01.10.2014 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    wenn man bedenkt, dass das der linke Gewerkschaftsbund ausgerechnet hat, dann gehe ich mal davon aus, dass sie dabei vergessen haben das Geld aus der Tabaksteuer dazu zu rechnen welches die AHV geschenkt bekommt. Würde die 3. Säule im selben Mass subventioniert, dann wäre die Rechnung wohl eine andere aber rechnen ist nicht die Stärke der Gewerkschaften, deren stärke ist es zu fordern . Das ist doch blosse Propaganda für die AHV Plus Initiative in welcher 10% mehr gefordert wird ohne zu sagen, wer schlussendlich diese 10% mehr zahlen soll!

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  • Max Werfeli am 01.10.2014 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Dumme Bauern

    Nur dumme Bauern glauben, dass Ihre Kuh mehr Milch gibt als die Menge Futter die sie verzehrt. Ist mir aber schon klar, dass Gewerkschafter ans Perpetuum Mobile und Wunder glauben sind ja auch alles Menschen welche von Luft, Liebe und Solidarität leben.

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  • 3S Einzahler am 01.10.2014 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    und jetzt, keine 3. Säule-Investition?

    Was heisst das nun, soll ich keine Beiträge mehr in die 3. Säule investieren, Jahr für Jahr? :-P Tue ich es doch, habe ich neben der AHV eben noch die 3. Säule. Wenn ich da 100% einzahle und 105% oder mehr raus bekomme, immerhin. So verjuble ich das Geld nicht sofort und habe später im Alter noch etwas davon ... ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Meisterhofer am 02.10.2014 23:19 Report Diesen Beitrag melden

    SGB mag keine Transparenz

    Ja sicher, wenn ich mit mit 66 tot umfalle bekomme ich keinen Franken der lebenslang einbezahlten AHV zurück. Und was für Gebühren genau sind das, die auf einem 3a Konto abgezogen werden? Genau. Der SGB will also die 3te Säule madig machen weil er da keine Zwangs-Solidaridät verordnen kann. Was man einbezahlt bekommt man wieder, etwas faireres und transparenteres gibt es ja gar nicht. Klar gefällt das dem SGB nicht.

  • peter e. am 02.10.2014 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    falsche info!

    bei der 3 säule spart man geld an, dass man wieder vom gleichen konto bezieht. die AHV hingegen ist ein umschichtungsverfahren, bei der alle etwas in den pot werfen, der dann an die bezugsberechtigten ausgeschütten wird. man bekommt NICHT sein "eigenes" geld zurück. verfälschen die beim SGB die infos absichtlich, oder haben die wirklich keine ahnung, wie unser 3-säulen-prinzip funktioniert?

  • Peter L. am 02.10.2014 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    SGB Rechnungskunststück

    Nur jene, die mit ihren AHV-Beiträgen keine Solidaritätsbeiträge leisten bekommen für jeden in die AHV einbezahlten Franken deutlich mehr Rente.

  • Hans von Atzigen am 02.10.2014 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    System

    Das System AHV ist gewiss das Effizienteste Verfahren. Umlageverfahren mit möglichst tiefem Verwaltungsaufwand. Bei den Privaten ist der Aufwand grundsätzlich grösser, dazu werden diverse weitere Fragen kaum angesprochen. Anlage der Spar- Vorsorgegelder sowie die Auswirkungen und Rückwirkungen im Volkswirtschaftlichen Zusammenhang. Grundsätzlich jedoch gilt unabwendbar die Altersvorsorge muss durch eine Produktive Volkswirtschaft ganz real erwirtschaftet werden. Ob dies Privatwirtschaftlich oder Kollektiv geschieht ist zweitrangig. Aus der Luft saugen geht für keinen. Punkt

  • Fritz Hostettler am 02.10.2014 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausgespielt und Abgezockt.

    Die Altersvorsorge ist eine gute Sache. Ob AHV,Pensionskasse,Säule 3a. Ich finde diese 3 Säulen sollten nicht gegeneinander Ausgespielt werden. Die Schere die sich immer mehr öffnet zwischen Arm und Reich ist ein anderes Problem. Solange das Schweizervolk die Reichtumssteuer,die Unternehmenssteuer ablehnt und sogar das Bankgeheimnis goutiert das die Steuergerechtigkeit in der Schweiz in weite Ferne stellt ist für viele das Wort Altersvorsorge ein Hohn.