Kairo-Flüge gestoppt

21. Juli 2019 18:47; Akt: 21.07.2019 19:13 Print

«Alle Airlines müssen jetzt vorsichtig sein»

Nach dem Flug-Stopp von British Airways nach Kairo warnt Experte Jacques Baud: Die Terrorgefahr in Ägypten sei in den letzten Jahren gestiegen.

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British Airways setzt für eine Woche die Kairo-Flüge aus. Wissen die britischen Sicherheitsbehörden etwas, was wir nicht wissen?
Ich gehe davon aus, dass sie Kenntnis von einer konkreten Drohung haben, sei es gegen britische Staatsangehörige oder gegen die Airline selbst. Es müssen jetzt aber alle Airlines vorsichtig sein.

Umfrage
Würden Sie derzeit noch nach Ägypten fliegen?

Warum?
Die Terrorgefahr ist eigentlich immer da, seit Präsident Abdel Fattah al-Sisi die Macht von den Muslimbrüdern übernommen hat. Sie ist sogar noch gewachsen. Die westlichen Staaten, die al-Sisi stützen, spielen die Bedrohung herunter, um der Wirtschaft des Landes nicht zu schaden.

Die ägyptische Armee fliegt Angriffe auf Anhänger des Islamischen Staates (IS) auf dem Sinai. Geht die Gefahr von der Terrormiliz aus?
2001 sprachen alle von Al-Qaida, heute ist es der IS. Das will nichts heissen. Die Gruppen in Ägypten, die man mit dem IS in Verbindung bringt, führten nicht in Syrien Krieg. Es sind Ägypter, die sich zum IS bekennen und die Ideologie teilen. Ihr Ziel ist es, gegen eine Regierung zu kämpfen, die den Islamismus daran hindert, sich auszubreiten.

Nach den Anschlägen auf christliche Kirchen und Touristen brachen die Buchungen ein. Nun sprachen die Reiseanbieter von einem Comeback des Landes als beliebte Feriendestination der Schweizer. Was raten Sie Leuten, die Ferien in Ägypten geplant haben?
Ich übernehme keine Verantwortung. Wie gesagt: Die islamistische Bedrohung ist nicht kleiner geworden in den letzten fünf Jahren. In den Ferienorten am Roten Meer hat die Regierung aber eigentliche Sicherheitszonen geschaffen – Touristenghettos, wenn man so will. Solange man in diesen Gegenden bleibt, kann man sich dort relativ sicher aufhalten. Präsident Al-Sisi versucht, die Terroristen fern von diesen Orten zu halten, da der Tourismus die Schlagader der Wirtschaft ist.

Würden Sie nach Ägypten gehen?
Ich hätte keine Angst in einer Zone, die von den Sicherheitskräften kontrolliert wird. Ich würde aber nicht nach Ägypten gehen. Ich möchte nicht ein System unterstützen, das der Westen kreiert hat und den Terrorismus begünstigt. Ich bin kein Freund der Muslimbrüder, aber es wäre wohl schlauer gewesen, wären sie nach einer demokratischen Abstimmung an der Macht geblieben. Der Sturz von Mohammed Mursi hat den Hass auf den Westen verstärkt.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Begii am 21.07.2019 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unabhängig

    ... und als neutraler Leser bewundere ich diese Offenheit von diesem Experten..

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  • Asm am 21.07.2019 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht um Menschen nicht um Geld!

    Aegypten müsste seit Jahren als Feriendestination gestrichen sein. So what?

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  • Urs Walther am 21.07.2019 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    R.I.P.

    Ich habe weder die Schweizer Opfer des Luxor-Attentats noch die Opfer des Arabischen Frühlings vergessen. Niemals würde ich nach Ägypten gehen, auch wenn ich weiss, dass sich sich die überwiegende Mehrheit der Menschen dort sehr friedlich und gastfreundlich zeigt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marca am 21.07.2019 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mir egal

    Zum Glück interessiert mich dieser Kulturkreis null. So muss ich auf nichts verzichten. Ich fahre lieber in den hohen Norden.

  • Caroline am 21.07.2019 23:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aus und vorbei

    gut, ich war noch nie dort und kann mir nur schlecht ein Urteil bilden. mich interessieren diese Araberstaaten einfach null. ist es aber nicht schon über 10 Jahre ein Problem dort? wie viele sind denn auch in den 90er nach Tunesien, Djerba usw. kenne heute kaum jemand der mir von da noch erzählt. Hmmm

  • osama geht baden am 21.07.2019 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    taucher

    leider zu früh gebucht...die preise wären jetzt sicher besser. Hughada ist die absolute traumdestination zum tauchen. auch in london oder paris gibt es attentate...so what

  • Realist am 21.07.2019 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    Passieren kann überall etwas!

    Wenn man Pech hat, schubst irgendein Spinner dich vor einen einfahrenden Zug, wie vor kurzem in Deutschland. Ägypten ist in meinen Augen nicht gefährlicher als die USA oder Indien. Natürlich gibt es ein paar Länder (z.B. Afghanistan, Somalia oder der Norden Nigerias) bei denen ich dann sagen muss, es ist jeder selber schuld wenn ihm dort etwas passiert, weil er auf Teufel komm raus solche Flecken erkunden wollte.

  • kein fehrnreisender am 21.07.2019 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    in heimat ist es am schönsten

    jeder selber schuld wo in so länder gehen.