DSI

24. Februar 2016 05:53; Akt: 24.02.2016 08:00 Print

«Angst treibt die Wähler an»

Das Hakenkreuz-Plakat im Zürcher und Genfer HB sorgt für rote Köpfe. Allerdings nicht bei jenen, die damit gemeint sind.

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Erst twitterte es BDP-Präsident Martin Landolt, dann hing es am Montag auf neun Grossbildschirmen am Zürcher Hauptbahnhof: Ein Schweizerkreuz, dessen Enden zu einem Hakenkreuz verlaufen. Bei den SBB sind rund 30 Beschwerden eingegangen, in den Kommentarspalten der Medien empören sich die Leser.

Umfrage
Darf man mit einem solchen Plakat mit Hakenkreuz-Motiv am Bahnhof werben?
27 %
1 %
53 %
19 %
Insgesamt 25832 Teilnehmer

Für Kampagnen-Spezialist Peter Metzinger überschreiten die Gegner der Durchsetzungsinitiative eine Grenze. Ursprünglich sei es das Markenzeichen der SVP gewesen, Anliegen überspitzt und provokativ zu formulieren. Ihre Gegenspieler hätten gut daran getan, sich ebenfalls einer einfachen Sprache zu bedienen. Das sei ihr gelungen mit der Abrissbirne, die auf einer Schweizer Flagge die Helvetia zerschmettert. Oder mit den Springerstiefeln, die auf SP-Plakaten das Bundeshaus zerstören. Allerdings bestehe zwischen diesen Sujets und dem Hakenkreuz ein Unterschied: «Sie entlarven ein gewisses Gedankengut deutlich – ohne aber die eigene Klientel vor den Kopf zu stossen.» Im schlimmsten Fall könne dies dazu führen, dass sich Leute aus dem eigenen Lager enthalten oder bisher Unentschlossene aus Protest Ja stimmten.

Kritik aus dem eigenen Lager

Auch Flavia Kleiner vom NGO-Komitee gegen die Durchsetzungsinitiative distanziert sich vom Plakat: «Das geht zu weit. Das Hakenkreuz ist historisch vorbelastet.» Es gebe genügend sachliche Argumente gegen die Durchsetzungsinitiative. Das habe ihr Komitee mit der Abrissbirne gezeigt: «Eine Annahme der DSI würde tatsächlich die Grundpfeiler der Schweiz zerstören – wie Rechtsstaat, Demokratie und Wohlstand.»

SVP-Werber Alexander Segert wurde bekannt, weil er schwarze Schafe aus der Schweiz kicken liess und eine Schweiz voller raketenartiger Minarette darstellte. Er sagt: «Die Hakenkreuz-Werbung ist ein laienhafter Versuch, mit Provokation Aufmerksamkeit zu erzielen.» Das funktioniere aber nur, wenn es für die Zielgruppe einen Zusammenhang zwischen der Provokation und dem politischen Sachverhalt gebe. «Und das ist hier offensichtlich nicht der Fall, denn die Schweiz wird bei einer Annahme der Durchsetzungs-Initiative nicht dem Faschismus verfallen.»

Dem widerspricht Politologe Louis Perron: «Das Plakat ist nicht inhaltsleer.» Seine Botschaft sei, «dass die Durchsetzungsinitiative einen Automatismus brächte, bei dem vor dem Gesetz nicht mehr alle gleich wären». Politkampagnen müssten Emotionen wecken: «Im US-Wahlkampfjargon sagt man: Angst, Hoffnung und Wut treiben die Menschen an.» Zudem besage das Lehrbuch im Polit-Marketing, dass man auf Ende der Kampagne nochmals zuspitzen soll. «Das macht das Hakenkreuz.» Dass einzelne Personen angewidert auf solche Aktionen reagieren, könne jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Hinter dem provokativen Sujet steckt der Werber Parvez Sheik Fareed. Er wollte mit dem stilisierten Hakenkreuz auf die Zwei-Klassen-Justiz der DSI hinweisen, wie er gegenüber «Persoenlich.com» sagte.

(rah)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • HeMü am 24.02.2016 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aktion gleich Reaktion

    Jeder halbwegs intelligenter Mensch mit Wissen der Geschichte darf eine solche Werbeaktion nicht gut heissen; ich denke, dass der/die Werber mit ihrer Aktion die umgekehrte Reaktion als Quittung erhalten. Es klebt zuviel Schmutz an diesem Symbol!

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  • Reality am 24.02.2016 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Kampft der (Polit-) Titanen

    Tagelang stand in allen Zeitungen, dass die Initiative ganz sicher nicht angenommen wird. Wenn ich so sehe, wie die Gegner über Leichen gehen und den letzten Rappen ausgeben, um Werbung in letzter Minute zu machen, um doch das eine oder andere Nein zu bekommen, ja da kommen mir doch Zweifel an einer Niederlage. Bald werden wir es rausfinden.

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  • Schweizer am 24.02.2016 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt erst recht JA

    Tja, wer keine wirklichen Argumente hat bedient sich halt der untersten Schublade... Für mich ein Grund mehr aus Überzeugung JA zu stimmen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kaikai am 24.02.2016 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Okay

    Die SVP provoziert seit Jahren unter der Gürtellinie, also dürfen das selbstverständlich die anderen Parteien auch. Kein Thema.

  • JJustLikeMeNobodyCanBe am 24.02.2016 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seht der Tatsache ins Auge. 

    Falls die DSI angenommen wird, was ich nicht hoffe, werden wie ausländer, ob gut oder böse, alle in einen Topf gesteckt, sprich es wird kein Einzelfall vor dem Richter überprüft bzw. gar nicht überprüft

  • QonoS am 24.02.2016 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schändlich - Werbung mit Symbol des Todes

    Ich finde es schändlich , dass man mit einem Symbol, welches soviel Leid und Tot gebracht hat Werbung macht.

  • Einer von uns am 24.02.2016 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung, nicht nur Mann/Frau

    Hier geht es um gleiches Recht für jeden! In unserer Verfassung steht, dass jeder Mensch vor dem Gesetz gleich ist, egal ob Mann, Frau, Homosexueller, Schwarzer, Weisser oder irgendwie geistig oder körperlich Eingeschränkter. Dies macht die Schweiz aus und macht sie zum Land, dass ich liebe und mein Vater lieben gelernt hat als er hier her geflüchtet ist. Besinnt euch: In schweren Zeiten (wie jetzt) ist man stärker zusammen, als alleine! Ich glaube an eine Schweiz mit Selbstvertrauen und Charakter, darum DSI klar NEIN.

  • Martin am 24.02.2016 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das wusste ich

    ach hört doch auf zu jammern, ihr wisst genau das es nicht zu krass ist und wer sich jetzt dagegen einsetzt! wenn die wahl langsam kippt, wehrt man sich zurück. es ist auf der ganzen welt so, wenn die linken dann mal was machen, dann bekommen die leute angst. ausserdem finde ich, die schwarzen schafe sind genau so krass, es steht nur nicht kkk drauf aber sonst ist es das gleiche.