Fall Adeline

20. Mai 2016 14:08; Akt: 20.05.2016 18:09 Print

«Anthamatten ging extrem brutal vor»

Im Fall der getöteten Genfer Sozialtherapeutin Adeline hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Fabrice Anthamatten muss sich wegen Mordes verantworten.

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Die Schlüsse von Experten im Prozess: Der Angeklagte Fabrice A. hat eine gespaltene Persönlichkeit. (3. Oktober 2016) Der Mörder wurde ausgeliefert: Fabrice A. wird in Stettin zur Anhörung gebracht. (22. Oktober 2013) Auf dem Weg zur Staatsanwaltschaft: Fabrice A. im polnischen Stettin. (16. September 2013) Fabrice A. wird von Polizisten in einen Gerichtssaal des Bezirksgerichts im polnischen Stettin geführt. (18. September 2013) Hier war Fabrice A.untergebracht: La Pâquerette. Bereits am Sonntag konnte Fabrice A. von polnischen Sicherheitskräften verhaftet werden. Kaum war der mutmassliche Mörder über die polnische Grenze gefahren, konnte er verhaftet werden. Der Fall zieht auch in Polen Aufmerksamkeit auf sich. Wurde auch von Interpol gesucht: Der Häftling Fabrice A.. «Unglaublich, dass man eine Frau allein mit diesem Typen gelassen hat»: Fabrice A. im Profil und von vorne auf Fahndungsbildern der Genfer Polizei. (10. Dezember 2008) Ständerat This Jenny (SVP, GL) forderte am Sonntag, dass der Sexualtrieb von Vergewaltigern wie Fabrice A. unterbunden werden müsse. Fabrice A. gelang die Flucht über die Grenze: In Weil am Rhein wurde er am Bahnhof auf dem Gleis 1 geortet. Hier wurde die Leiche von Adeline M. gefunden: Polizisten suchen im Wald von Versoix nach Indizien. (13. September 2013) Das Verbrechen beschäftigt die ganze Schweiz: Die Einsatzkräfte in Versoix. (13. September 2013) Die 34-jährige Sozialtherapeutin wurde seit Donnerstagmittag vermisst: Ein Polizeiauto in Versoix. (13. September 2013) Umstellen das alte Zollhaus: Polizisten in Weil am Rhein. Suchten Fabrice Anthamatten: Deutsche Polizisten vor dem alten Zollhaus in Weil am Rhein. Schon bald lief die Suche nach dem Verdächtigen an... ...und war zunächst erfolglos: Polizisten im Einsatz. Die Strasse vor dem alten Zollhaus war zwischenzeitlich für den Verkehr gesperrt: Weil am Rhein. Der verurteilte Vergewaltiger und seine Therapeutin waren auf einem begleiteten Ausflug: Adeline M. und Fabrice A.

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Der Mann, der im September 2013 die Genfer Sozialtherapeutin Adeline getötet hat, wird sich vor Gericht wegen Mordes verantworten müssen. Die Anklage der Genfer Staatsanwaltschaft lautet auf Mord, Freiheitsberaubung, Diebstahl und sexuelle Nötigung.

Der Beschuldigte habe die Tat und die Flucht genau geplant und sei extrem brutal vorgegangen, um seine sexuellen Fantasien zu befriedigen, schreibt die Genfer Staatsanwaltschaft am Freitag in einer Mitteilung. Dementsprechend sei die Skrupellosigkeit gegeben, die für eine Mordanklage nötig ist.

In Untersuchungshaft

Der Mann habe die Sozialtherapeutin mit einem Messer bedroht und sich so der Freiheitsberaubung schuldig gemacht. Zudem habe er sein Opfer gefesselt und sexuell genötigt. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Mann weiter, das Dienstauto der Frau, ihr Geld und persönliche Gegenstände gestohlen zu haben.

Die Sozialtherapeutin wurde am 12. September 2013 während eines Freigangs mit dem ehemaligen Insassen des Zentrums Pâquerette umgebracht. Der Mann flüchtete danach bis an die deutsch-polnische Grenze, wo er drei Tage nach dem Tötungsdelikt verhaftet wurde. Im Dezember 2013 wurde er an die Schweiz ausgeliefert. Seither befindet er sich aus Sicherheitsgründen in Untersuchungshaft.

(woz/sda)