Bündner für «No Billag»

19. Dezember 2017 13:22; Akt: 19.12.2017 13:26 Print

«Auch Rätoromanen sollen Wahlfreiheit haben»

Ein Bündner Grenadier kämpft an vorderster Front für No Billag. Das Rätoromanische liege ihm am Herzen, die Finanzierung eines Senders sei aber nicht Aufgabe der Allgemeinheit.

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Luca Heinrich absolviert derzeit die Grenadierschule in Isone TI und ist nur schlecht zu erreichen. Trotzdem hat er sich einen neuen Kampf auf die Fahne geschrieben: Seit kurzem unterstützt er das No-Billag-Komitee als Vertreter des Bündnerlandes. «Mein Ziel ist es, zu zeigen, dass dieser Kanton keineswegs einhellig hinter den Zwangsgebühren steht, schon gar nicht die Jungen.»

Während die Gegner der Initiative warnen, dass ein Ja zu No Billag das Ende eines rätoromanischen Fernsehens bedeuten würde, sieht Heinrich in der Initiative keinen Angriff auf die bedrohte Sprache: «Es geht nicht darum, einer Sprachminderheit das Fernsehen wegzunehmen, sondern darum, für jeden Menschen dieses Landes eine höhere Wahlfreiheit zu erreichen, egal, welcher Sprachgruppe er angehört.»

«Herkunft spielt keine Rolle»

Es gehe nicht um die Herkunft, sondern um die Einstellung. «Es widerstrebt meinem Denken, dass Leute für Dinge bezahlen müssen, die sie nicht bestellt haben oder nicht einmal nutzen.» Obwohl er selbst des Rätoromanischen nicht mächtig ist, sagt er: «Rätoromanische Medien sind mir keinesfalls egal, aber man muss sehen, dass es nicht die Aufgabe der Allgemeinheit ist, für die Medienbedürfnisse Einzelner aufzukommen.»

So lange das Bedürfnis nach rätoromanischen Medien vorhanden sei, werde sich auch ein Angebot bilden. Es könne sein, dass das Angebot kurzfristig etwas kleiner werde, ein Ende sei die No-Billag-Initiative aber nicht.

«Rätoromanen wissen, dass viel auf dem Spiel steht»

Dem widerspricht Andreas Gabriel von der Sprachorganisation Lia Rumantscha. «Die Verbreitung des Rätoromanischen ist massgeblich von der RTR geprägt, das unter anderem über politische Themen berichtet und die Sprache auch in den Rest der Schweiz trägt.» Gäbe es den Sender nicht mehr, hätte dies schwerwiegende Auswirkungen auf die romanische Sprache, sagt Gabriel.

Es sei eine Illusion, dass ein vergleichbares Angebot entstehen würde. «Mit nur 60'000 Sprechern ist der Markt zu klein.» Auch Subventionen durch den Kanton seien keine Lösung, da sonst die Unabhängigkeit in Gefahr sei.

Natürlich gebe es auch im Bündnerland Befürworter der Initiative, sagt Gabriel. Aber: «Die Rätoromanen sind sich bewusst, dass viel auf dem Spiel steht. Ob man das Angebot persönlich nutzt, ist eine untergeordnete Frage – es geht um einen starken Medien-Service-public.»

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pascal Caminada am 19.12.2017 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    absurd

    Da bezeichnet sich einer als "Rätoromane" obwohl er kein Rätoromanisch spricht, also auch den entsprechenden Sendungen gar nicht folgen kann. Ja wie skuril ist das denn

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  • Ueli dr hecht am 19.12.2017 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Was dann?

    "dass es nicht die Aufgabe der Allgemeinheit ist, für die Medienbedürfnisse Einzelner aufzukommen." Guter Mann, mit dieser Argumentation können wir den Staat Schweiz auflösen. Ist es den die Aufgabe der Allgemeinheit für das Bildungsbedürfnis, Sicherheitsbedürfnis, Verkehrsbedürfnis aufzukommen?

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  • Martin am 19.12.2017 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nein aber....

    Es ist ein schwieriges Thema. Meines Erachtens hat es die Politik verschlafen, konstruktiv an das Thema heranzugehen. Ich denke, kein Haushalt hätte etwas dagegen, ca. 250.00 im Jahr zu zahlen (ähnlich hohe Gebühren wie in den umliegenden Ländern). Ich werde ein "Nein" einwerfen und hoffe, dass danach die Tore für Reformen geöffnet werden. Die SRG soll z.B. aufhören mit dem Unterhaltungsmüll und sich wirklich auf den eigentlichen Auftrag konzentrieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • J.Sprecher am 20.12.2017 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dialekt

    Wenn die Bündner so viel Wert auf ihren Dialekt legen, wäre es dringend notwendig, dass die Innerschweizer eine Armbrust auf Kosten der Allgemeinheit spendiert bekämen zum Ausgleich, weil sie ihren Lokalsender auch verlieren bei Annahme der "Billag Affaire". Die nehmen's aber gelassener,weil ihr Dialekt in der übrigen Schweiz noch verstanden wird. Im Gegensatz zum Romantsch.

  • Legoland am 20.12.2017 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin verwirrt

    Einerseits will jede Minderheit die vollen Rechte. Aber andererseits sagt man immer, man kann es nicht Allen recht machen.

  • C.E. am 20.12.2017 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Emotional

    Ist doch kein Wunder ist dies so ein emotionales Thema. Der Bund hat begonnen gewisse Anliegen welche vom volk so gewollt wurden, anders um zu setzen als es gefordert wurde. Ergo müssen neue Initiativen so gestartet werden, das es kein Wenn und Aber mehr gibt. Gleichzeitig kommen die Lohnerhöhungen der wohl meisten Schweizern all denn Preiserhöhungen gar nicht mehr nach. Gleichzeitig macht sich die SRG nichtmal die Mühe aufs Volk zu zu gehen, obwohl sie sehen wie Emotional das Thema ist. Sie bleiben auf ihrem hohen Ross und finden nur immer neue "Gründe" wieso sich nichts ändern soll.

  • Leode am 19.12.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sparen ohne vernünftigen Verzicht

    Man könnte ein noch viel besseres Programm für Rätoromanen zum halbdn Preis anbieten 200 Franken Zwangsgebühr über die Steuerrechnung, und Sparrunden bei Jungen, Frauen, die mit Kamerateams in der Welt herum reisen, Journis, die irgendwohin reisen um einen uninteressanten Wahlbericht und Erziehung fremder Völker herumreissen, Sportexperten, Journalisten-Massen bei Sportveranstaltungen etc. auf rin erträgliches Mass, freiwillige Sozialleistungen streichen, wer sich auf Grund der SRG zu den Promis zählt und darum nebenbei horrende Zusatzlöhne abholt, zahlt das der SRG zurück usw usw

  • einfachnein am 19.12.2017 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zwischen der Sprache derNachrichten

    ausser der Nachrichten (meinetwegen) gehört nichts mit gemeingelder finanziertes in das Fehrnsehen... wenns privat rentiert ja, wollen wir am ende noch einen sender pro dialekt?!