Ex-SBB-Chef

07. Juli 2014 19:00; Akt: 07.07.2014 19:00 Print

«Ausbau gefährdet unser Bahnsystem»

Benedikt Weibel warnt davor, dass sich die SBB mit Milliardeninvestionen übernimmt. Man solle hingegen die Kapazitäten besser nutzen.

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Benedikt Weibel fordert: «Wir müssen die Kapazitäten besser nutzen.» (Bild: Keystone)

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Der ehemalige SBB-Chef Benedikt Weibel zeigt sich in einem Interview mit der Aargauer Zeitung besorgt. Er befürchtet, dass sich die Bundesbahnen mit Milliardeninvestitionen übernehmen. «Ich sage nicht, man soll gar nicht mehr weiter ausbauen. Aber man muss extrem vorsichtig sein. Die Betriebsinfrastruktur auszubauen, sollte das letzte Mittel sein, die Ultima Ratio. Erstens ist es extrem teuer, und zweitens zieht es hohe Folgekosten nach sich», so der 67-Jährige.

So könne er die ewige Diskussion über den Ausbau des Systems nicht nachvollziehen. «Wir haben schon jetzt einen unheimlich hohen Level», sagt Weibel. Die Schweiz habe das beste Verkehrssystem der Welt – aber auch das teuerste. «Wir müssen vorsichtig sein mit Investitionen, wenn wir das erhalten wollen», warnt Weibel. «Wir könnten irgendwann den Unterhalt nicht mehr finanzieren.»

Kapazitäten nutzen

Den Einwand, dass es in den Spitzenzeiten in den S-Bahnen kaum Sitzplätze zur Verfügung hat, lässt der 2006 zurückgetretene SBB-Chef nicht gelten: «Das ist überall auf der Welt so.» Vielmehr sieht er das Stehen in der S-Bahn als Zeichen für wirtschaftliche Stärke. «Wir Schweizer haben da manchmal ein unrealistisches Bild und zu hohe Ansprüche.»

Geht es nach Weibel, müssten vor allem die Kapazitäten besser genutzt werden. «Die Auslastung der Autobahnen und der Bahn ist extrem tief – in den Zügen liegt sie bei 30 Prozent», sagt Weibel. Mit vergünstigten Tickets könnte man den Pendlern einen Anreiz schaffen, weniger zu den Spitzenzeiten zu reisen, schlägt der ehemalige SBB-CEO vor.

(dia)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus Lauener am 07.07.2014 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Kinder und Besoffene ...

    und Pensionierte sagen die Wahrheit!!!! Die anderen, egal in welcher Position, ticken nach dem Motto "Die Hand die mich füttert, beisse ich nicht" Ueberlegt Euch das bei jeder Abstimmung!!!

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  • Fritz Mattle am 08.07.2014 07:19 Report Diesen Beitrag melden

    Kostentransparenz?

    Wo er Recht hat hat er recht. Massvoller Ausbau ist sichtiger als jedem Ruf nach Bequemlichkeit der Bahnbenutzer nachzueifern. Vor allem nicht solange die nicht selber für ihre Kosten aufkommen.

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  • Regina am 07.07.2014 22:33 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Herr Weibel

    Dieser Mann spricht die Wahrheit. Die SBB übernimmt sich gnadenlos an diesen Milliardenprojekten. Ich sage das ja schon lange aber mir möchte niemand glauben. Bitte glaubt Herr Weibel.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ernst am 08.07.2014 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Stoppt die Gratis-Abo-Abzocker

    der SBB + Politiker, die gratis herumreisen. Die Geld-Verschwendung auf Volks-Kosten muss endlich aufhören - die Rechnung geht nicht mehr auf.

    • Rudolf Häni am 08.07.2014 14:12 Report Diesen Beitrag melden

      Tropfen auf den heissen Stein

      Immer wieder schön solche Sparvorschläge. Wir sprechen hier von ein paar hunderttausend Franken die so gespart würden. Wir sprechen hier von ca. 0.001% der jährlichen einnahmen des Bundes. Trotz grosser Polemik, bleibt es nur bei einem tropfen auf den heissen Stein und heisser Luft... Man sollte solche dinge öffters einmal nüchtern Betrachten und nicht gliech lautstark herumschreihen.

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  • C.Sch. am 08.07.2014 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gespart am falschen Ort

    Das kann nicht sein die Bahn noch mehr auszubauen,es sind jetzt schon genug Pannen,dieses Debakel ist auf die Reduktion der Arbeiter zurückzuführen!

  • Markus am 08.07.2014 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    nichts neues

    Wenn die Schweiz Jährlich 80'000+ Ausländer aufnimmt, kein Wunder muss unsere Infrastruktur ständig erweitert werden.

  • P. Huber am 08.07.2014 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    FABI schiesst eh am Ziel vorbei.

    Die SBB soll endlich mal Ihre unnützen Immobilien und Liegenschaften zu Geld machen. Immer den Steuerzahler melken und Preise erhöhen ist reine Abzocke und lenkt vom internen Problemen ab. Herr Meier bläht nur die Verwaltung auf und Lösungen kommen nicht.

  • Markus W. am 08.07.2014 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    warum ist er Ex-Chef?

    der einzige Haken am System ist, dass der Autofahrer für die Bahn Millionen locker machen muss - hoffentlich wird das bald mal korrigiert und jeder Steuerzahler kommt für die Bahn auf... ansonsten können wir glücklich sein so ein Bahnsystem zu haben und viel mehr Ausbau braucht es wirklich nicht, ob ich nun 3 Minuten schneller bin geht mir am A... vorbei, man sollte einfach nur dort investieren wo es auch wirklich nötig ist (Ballungszentren) um die Kapazität zu erhöhen (aber nicht auf Kosten der Autofahrer!!) - ich wohne aufm Land und ich brauche keinen 15Minuten-Takt!