1. Klasse günstiger als 2.

23. Oktober 2018 10:52; Akt: 23.10.2018 14:21 Print

Instagrammerin entdeckt Spartrick für SBB-Tickets

Bei den Sparbilletten der SBB kann die 1. Klasse günstiger als die 2. Klasse sein. Grund sind die dynamisch berechneten Preise.

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Viele Schweizer Zugpassagiere lösen grundsätzlich immer ein Billett der 2. Klasse, denn sie nehmen an, die 1. Klasse sei ohnehin deutlich teurer. Doch falsch gedacht: Wer zur richtigen Zeit auf der richtigen Strecke unterwegs ist, kann in der 1. Klasse gar Geld sparen. Denn bei den Sparbilletten kann es vorkommen, dass die Tickets für die Luxusklasse günstiger als für die Holzklasse sind.

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Das Phänomen tritt zum Beispiel auf der Stecke Heerbrugg SG – Bern Wankdorf auf, wie Tanzlehrerin Arina Bertényi in ihrer Instagram-Story dokumentiert: «Ich würde euch empfehlen, bei Sparbilletten immer die 1. Klasse abzuchecken, es ist oft ein paar Franken billiger.» Sie sei am Freitag auf der Strecke in der 1. Klasse einige Franken günstiger gefahren, sagt Bertényi zu 20 Minuten.

Basel-St. Gallen ist in der 1. Klasse 11 Franken billiger

Ihr Mami habe sie auf den Trick aufmerksam gemacht. «Sie fand es heraus, als sie nach Basel fuhr.» Nun überprüft Bertényi jeweils, ob man in der 1. Klasse billiger fährt. «Es ist gut versteckt, bei der Preisvorschau sieht man den Preis für die 2. Klasse, auch wenn die 1. Klasse günstiger ist. Und oft sind die Sparbillette schnell wieder weg.»

Ein Blick in die SBB-App zeigt: Auf der Strecke sind auch aktuell viele Sparbillette der 1. Klasse günstiger. So fährt man beispielsweise am Dienstagnachmittag um 13.45 Uhr ab Heerbrugg in der 1. Klasse für 28 Franken nach Bern Wankdorf, in der 2. Klasse kostet die Reise 32 Franken. Am Montagabend um 19.07 Uhr konnte man von Basel nach St.Gallen in der 1. Klasse gar 11 Franken sparen.

«Flexible können ordentlich profitieren»

Laut SBB-Sprecher Olivier Dischoe kann es in einzelnen Ausnahmefällen tatsächlich vorkommen, dass Kunden von einer stark vergünstigten Reise in der 1. Klasse profitieren können. «Grund dafür sind die unterschiedliche Auslastung der Züge und die zum Kaufzeitpunkt verfügbaren Kontingente je Klasse.» Würden etwa auf einer Verbindung Plätze in der 2. Klasse extrem stark nachgefragt, während die 1. Klasse des gleichen Zuges sehr schwach belegt ist, könne es sein, dass ein Billett der 1. Klasse kurzfristig sogar unter dem Preis eines Billetts der 2. Klasse gekauft werden könne.

Auch Edwin Dutler von Pro Bahn kennt den Trick: «Ich kann die Preisunterschiede absolut nachvollziehen. Selber nutze und profitiere ich genauso von ähnlichen Angeboten.» Er habe gerade für Weihnachten im Ausland gebucht und ein viel günstigeres 1.-Klass-Ticket gekauft. «Wenn man flexibel genug ist und sich genau informiert, kann man ordentlich davon profitieren.» Die dynamischen Preise seien ein Teil der heutigen Zeit, damit müsse man sich abfinden.

(the/nzy)