Verwöhnte Kinder

13. März 2015 23:53; Akt: 13.03.2015 23:53 Print

«Bekommt er nicht, was er will, wird er zum Tier»

von Florian Meier - Die Mutter eines 12-jährigen erzählt, wie ihr Sohn sie an den Rand der Verzweiflung treibt. Der Grund: Sie hatte ihn zu sehr verwöhnt.

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«Bekommt mein Sohn nicht, was er will, beschimpft er mich als blöde Kuh und rastet total aus». (Symbolbild) (Bild: Colourbox) (Bild: Valeriy Lebedev)

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Frau S.*, wie würden Sie einem Fremden Ihren 12-jährigen Sohn beschreiben?
Eigentlich ist er ein süsser kleiner Junge, der niemandem etwas zuleide tun kann. Aber wenn er einmal nicht bekommt, was er will, wird er zum Tier und schreit mich so lange an, bis ich nachgebe.

Umfrage
Werden Kinder heute zu sehr verwöhnt?
93 %
4 %
3 %
Insgesamt 19549 Teilnehmer

Wie ist es so weit gekommen?
Ich habe meinem Sohn früher immer alles gekauft, was er wollte. Überall, wo wir hingingen, sah er etwas, das er unbedingt brauchte. Das waren Spielsachen, Heftli oder Süsswaren. Als er älter wurde, wollte er dann immer mehr und teurere Sachen wie beispielsweise Gameboys oder Legos.

Wieso haben Sie ihm all diese Dinge gekauft?
Zu Beginn dachte ich, ich tue ihm so einen Gefallen. Ich bin alleinerziehend. Mit all den Geschenken wollte ich ihm auch ein Stück weit den Vater ersetzen. Ich wollte einfach, dass mein Sohn eine schöne Kindheit hat und auf nichts verzichten muss. Das war ein grosser Fehler.

Wieso?
Irgendwann habe ich gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann und dass ich auch Grenzen ziehen muss – aber es war schon viel zu spät. Als ich begann, auch mal «Nein» zu sagen, rastete mein Sohn völlig aus. Er beschimpfte mich als «dumme Kuh» und hat mich sogar einmal ins Gesicht geschlagen. Ich war total ohnmächtig und wusste nicht mehr weiter.

Gelang es ihnen manchmal auch, konsequent zu bleiben?/b>
Wenn wir nur gestritten haben, konnte ich auch hart bleiben, ja. Aber mein Sohn entwickelte darauf immer schlimmere Strategien. Einmal erzählte er beispielsweise in der Schule, er werde zuhause missbraucht. Auch sagt er mir immer wieder, dass das Leben für ihn keinen Sinn mehr habe und er nicht mehr wisse, wozu er auf der Welt ist. Solche Dinge tun natürlich wahnsinnig weh und machen mir grosse Angst.

Kennen Sie auch andere Eltern, die ähnliche Probleme haben?
Natürlich, jede Menge. Die meisten von ihnen haben aber schon längst aufgegeben und erfüllen ihren Kindern einfach jeden Wunsch, damit sie Ruhe geben. Aber das ist auch für mich ein Problem. Denn mein Sohn will natürlich in sein und dazugehören. So kommt er oft von der Schule nach Hause und will neue Schuhe oder einen neuen Computer, einfach nur, weil die anderen das ja auch alles haben.

Und Sie geben weiter nach?
Natürlich nicht immer. Aber leider habe ich ihm, als er elf war, einen iPad gekauft. Das war mein grösster Fehler. Das Gerät habe ich zwar mittlerweile bei einem Streit aus dem Fenster geworfen, aber leider wurde mein Sohn total süchtig danach. Er begann dann, am Computer zu gamen und verbrachte teilweise 24 Stunden am PC. Heute versuche ich, seine Sucht dadurch einzudämmen, dass ich ihm nur noch zwei Stunden gamen pro Tag erlaube. Aber dabei konsequent zu bleiben, ist extrem schwierig. Er wird so oft aggressiv und beschimpft mich.

Überlegen Sie sich, Hilfe zu holen?
Ja, ich habe mich jetzt an einen Therapeuten gewandt und hoffe, dass das hilft. Alleine weiss ich nicht mehr weiter.

Was soll aus ihrem Jungen werden, wenn er grösser wird?
Ich hoffe sehr, dass er sich bessert. Wenn sich seine Wutausbrüche und die Gamesucht nicht verringern, sehe ich schwarz. Wie soll er so beispielsweise eine Lehrstelle finden?

Was würden Sie heute anders machen und was raten Sie werdenden Eltern?
Ich würde von Anfang an voll konsequent sein. Ein «Nein» muss ein «Nein» bleiben und ein «Ja» muss auch ein «Ja» bleiben. Ich bereue es heute sehr, dass ich das als Mutter nicht geschafft habe. Werdende Eltern müssen wissen, dass sie ihren Kindern keinen Gefallen tun, wenn sie sie verwöhnen, im Gegenteil.

*Name der Redaktion bekannt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex T. am 14.03.2015 00:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schuld daran ist auch die Technik

    Als ich klein war, gabs kaum Mobil-Telefone, 3 Sender im TV (SRG, ZDF, ARD). Später kamen 3 weitere dazu (3SAT, ORF, TSI). Computer kannten wir so noch nicht. Es gab auch keine PlayStation oder XBox. Wir spielten draussen. Soziale Kontakte wurden real und miteinander geführt. Die Technik ist Schuld, das auch wir Erwachsene süchtig danach sind (Facebook, Instagram, Twitter etc.) Ich sage nicht, dass Technik schlecht sei. Aber auch die Wirtschaft/Politik ist schuld. Es wird immer mehr von unserer Zeit/Arbeit abverlangt. Wir leben gar nicht - wir arbeiten zum überleben.

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  • M.P. am 14.03.2015 00:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erst überlegen dann handeln

    So etwas verstehe ich nicht, es ist in Ordnung das man den Kindern ein besserer Vater/Mutter sein möchte als man es selbst erlebte. Aber sein Kind derart zu verwöhnen ist mehr schadhaft als gut für die Zukunft des Kindes.

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  • G. Laubnichalles am 14.03.2015 00:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja...

    .... irgendwie kommt mir dieses Interview etwas gekünstelt und nicht wirklich glaubwürdig vor. Ich fürchte, der Junge hat's mit der Mutter auch nicht ganz leicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vollzeitmutti am 16.03.2015 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dreifache Mutter

    Das ist oftmals das schlechte Gewissen, dass junge Eltern haben. Vater und Mutter gehen arbeiten und der/die Kleinen werden fremdbetreut! Wenn sie dann mal Zeit haben, dann wird alles ermöglicht. Man kann ja selber nicht mehr verzichten, also warum sollen es dann die Kinder nicht noch besser haben? Leider brauch es keinen Führungsschein um Kinder in die Welt zu setzen. Für Hunde braucht man das. Schlecht erzogene Kinder werden aber zu grösseren Problemen führen, als es Hunde je könnten!

  • Skepisch am 15.03.2015 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich echt?

    Merkwürdiger Artikel! Das Thema wäre ja eigentlich ganz interessant, aber wer bitte schön hat sich dieses Interview aus den Fingern gesogen???

  • Blablabla am 15.03.2015 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder

    Das kann dich nicht sein das ein kind so ein wutanfal bekommt und der mutter eine klatsch... Wenn ich die mutter wäre, hätte ich ihn mahl zum vater geschickt.

  • Lola am 14.03.2015 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine waren auch sehr sehr verwöhnt

    Meine Kinder waren auch verwöhnt sie haben alles gekriegt was sie wollten, bis vor 2 Jahren. Ich hab einfach aufgehört ja zu sagen und schon fing das Geschrei im Laden an und ich habs geschafft einfach zu ignorieren, es hat geklappt den jetzt sag ich nein und es gibt keine Diskussionen. Mann muss es nur ein bisschen aushalten und egal sein, dass im Laden alle gaffen.

  • Cf am 14.03.2015 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfreiwillig Kinderlos

    Na ja, die kinder werden so wie die eltern sie machen und dann kommt noch die medien usw. Noch dazu... Ich selber habe keine kinder und heut zu tag bin ich sogar froh darüber, eltern zu sein ist gar nicht so einfach wie alle immer das gefühl haben.... Man sollte sich das ganz gut überlegen was ein kind bedeudet und was das für eine verantwortung mit sich bringt....