Kampfstiefel

10. Oktober 2016 16:23; Akt: 14.10.2016 14:40 Print

«Blasen platzten während des Marsches auf»

Rekruten bekommen von Kampfstiefeln Probleme mit den Füssen. Riesige Blasen sind das häufigste Leiden der Generation Turnschuh, wie Leser berichten.

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Am ersten Tag der Rekrutenschule fassen die Eingerückten die schweren Kampfstiefel – ab dann fängt bei vielen das Leiden an. Da viele Jugendliche nicht an solches Schuhwerk gewöhnt sind und gewöhnlich nur Turnschuhe tragen, bekommen sie Probleme mit den Sehnen, der Ferse und – vor allem – Blasen.

Umfrage
Konnten Sie die Kampfstiefel 90 der Schweizer Armee problemlos tragen?
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10 %
3 %
22 %
Insgesamt 25038 Teilnehmer

So wie C. B.* (24), der als Durchdiener von 2012 bis 2013 in Wangen an der Aare seinen Dienst als Rettungssoldat absolvierte. «Bereits bei kurzen Märschen bildeten sich nach kurzer Zeit Blasen, die teilweise noch während des Laufens aufplatzten», erzählt er. Bekannte Tricks wie Damenstrümpfe unter den Socken zu tragen halfen nichts. So musste er sich immer nach einem Marsch einen Kampfstiefel-Dispens holen und humpelte danach eine Woche lang in Turnschuhen herum.

Naht an der Ferse

Auch der Gang zum Orthopäden nützte nichts. «Zwar gab mir dieser eine Einlage, aber Blasen hatte ich dennoch immer wieder.» In den regulären Kampfstiefeln habe es an der Ferse eine Naht, die ihm schwer zu schaffen gemacht habe.

Schliesslich wechselte er auf private Schuhe, die ein bisschen Linderung brachten. Und zusätzlich habe er jeweils vor einem Marsch präventiv ein Blasenpflaster über die Ferse geklebt. Sonst habe niemand derartige Probleme in seiner RS gehabt. «Ich vermute, es liegt an der Form meiner Ferse, anders kann ich mir das nicht erklären.»

Probleme mit der Achillessehne

Auch Marius K.* hatte Probleme mit den Armeestiefeln. «Obwohl ich sie eingelaufen hatte, waren meine Füsse immer voller Blasen. Teilweise hatten wir die Schuhe 16 Stunden lang an.» Neben den schweren Schuhen sei ein weiteres Problem die plötzliche körperliche Belastung ohne vorhergehendes Aufwärmen, glaubt Leser Björn A.* «In unserem Zug in der RS waren ab der zweiten Woche acht Mann mit einer Kampfstiefel-Dispens.»

Samuel Huber (39) war 1998 in der Sportler-RS und hatte starke Schmerzen, wenn er die Kampfstiefel tragen musste. «Meine Achillessehne entzündete sich, die Schuhe waren für mich zu hart und zu schwer.» Huber musste immer wieder in die Physiotherapie, so dass er vom Militärarzt eine Kampfstiefel-Tragdispens erhielt.

«Das passte einigen in der Kaserne nicht, wenn ich mit weissen Turnschuhen herumlief – ständig musste ich mich erklären.» Nach einigen WKs wurde er zur Untauglichkeits-Kommission geschickt, die ihn zunächst untauglich erklären wollte, ihm dann aber eine Sonderbewilligung ausstellte. Huber sagt: «Es ist höchste Zeit, dass die Armeestiefel ausgewechselt werden.»

«Trugen ständig Cowboystiefel»

Leser Jonas Schmid schreibt: «Ich bin auf Spitzensportniveau in die Armee eingetreten. Nach der RS war die Stabilität meines Fussgelenks dahin. Ich brauchte rund sechs Monate, bis ich wieder die gleiche Stabilität wie vor der RS hatte.» Das Problem sei, dass die Muskulatur die das Gelenk stützt, durch das Tragen der hohen Schuhe völlig verkümmere.

Hatten die Männer früher eine bessere Fussmuskulatur? Der Beitrag von Leser Ralph Kranz lässt es vermuten: «Zu meiner RS-Zeit in den 80er-Jahren war das tatsächlich kein grosses Problem. Die meisten von uns trugen ständig Cowboystiefel oder Halbschuhe und waren dadurch genügend abgehärtet.»

Haben Sie auch Bilder Ihrer Blasen aus dem Militärdienst? Melden Sie sich bei uns per E-Mail an feedback@20minuten.ch

*Name der Redaktion bekannt

(num)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • wydy am 10.10.2016 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Einlaufen

    Es heisst schon seit Jahren: "Die Kampfstiefel sollten vor der RS eingelaufen werden." Man erhält die ja nicht umsonst mehrere Monate vor der RS. Nur macht das schlichtweg niemand und dann hat jeder Probleme mit den Kampfstiefeln.

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  • Hugo Nase am 10.10.2016 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    KS 90

    Die Kampfstiefel der Armee sind, die bequemsten Schuhe die ich jemals getragen habe, wenn sie gut eingelaufen sind. Nach ca 100 Diensttagen passen sie sich perfekt dem Fuss an und sind auch über eine längere Zeit bequem.

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  • Der Ironiker am 10.10.2016 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Zu lange Werbung

    Die Werbung vor dem Video ist eindeutig zu lang und lässt sich nicht weg klicken.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Waterpolo1s am 16.10.2016 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    logisch . leider !

    Wie sollen Füsse von Jugendlichen, die nur schlechte Schuhe kennen, plötzlich mit guten Kampfstiefel (zum erdten Mal richtige Schuhe) zurechtkommen?

  • Pack Man am 12.10.2016 00:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Zalando,oder was?

    Also wer Gratis bequeme Schuhe braucht geht zur Heilsarmee

  • Markus Boll am 11.10.2016 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld

    Wer am ersten RS Tg seine 1. kampfstiefel Fasst ist ein versager. Jeder weiss vom Vater/Bruder/Verwanten wie wichtig es ist die Kampfstiefel einzulaufen. Wer dann noch probleme hat kan sie vor der RS im Zeughaus tauschen/anpassen. Ich habe die mit Blatern immer ausgelacht, oder solche die nach 20km schlapp machten :-) Soo verweichlicht kann man doch gar nicht sein?

  • Jon Rambo am 11.10.2016 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Verweichlicht..

    Die heutige Jugend ist verweichlicht. Hatte auch Blasen auf den Märschen in der RS was solls, die gehen wieder weg halb so schlimm...einzig Horhaut am Daumen von Watsapp

  • 825 Diensttage am 11.10.2016 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Viele Gründe, viele Möglichkeiten

    Wenn man sieht, wie viele Jugendliche herumlaufen (Schuhwerk), dann wundert man sich manchmal, dass sie nicht Rückenweh, Fehlstellungen des Beckens und Beine und Schmerzen in den Füssen haben. Vor allem fällt dies auf bei Trägern von Billigstschuhwerk, ohne stabile Sohle, ohne Halt. Da berühren die Seitenteile manchmal den Boden. Für die RS Schuhe vorbeziehen, viel Schuhcrème nehmen und mit Föhn Crème erwärmen und viel kneten und einreiben und Tragen beim spazieren oder zur Arbeit. Im Dienst immer zwei paar Socken tragen, dünne auf der Haut, dicke darüber; nie frischgewaschene. Füsse pflegen.