Doris Leuthard

27. Mai 2018 03:10; Akt: 28.05.2018 05:51 Print

«Bundesrat war mit Frauenmehrheit mutiger»

Beim Atomausstiegsentscheid sei ausschlaggebend gewesen, dass der Landesregierung mehr Frauen als Männer angehörten, sagt Bundesrätin Doris Leuthard in einem Interview.

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Die Landesregierung war laut Bundesrätin Doris Leuthard mit einer Frauenmehrheit mutiger als in von Männern dominierter Zusammensetzung. «Mit der Frauenmehrheit im Bundesrat haben wir mutigere Entscheide gefällt als vorher und nachher.»

Die 55-jährige CVP-Politikerin erklärte in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag», beim Atomausstieg sei ausschlaggebend gewesen, dass der Regierung mehr Frauen als Männer angehörten. «Ich habe allgemein die Erfahrung gemacht, dass sich Frauen in Exekutivämtern weniger in ein parteipolitisches Korsett stecken lassen als Männer.»

Parteien in der Pflicht

Zwischen 2010 und 2011 waren erstmals in der Geschichte des Bundes die Frauen in der siebenköpfigen Landesregierung in der Überzahl – bis zum Abgang von Micheline Calmy-Rey (SP). Leuthard forderte, dass bei den Wahlen 2019 der Frauenanteil im Ständerat und im Nationalrat steigt. Dies sei bei den letzten Wahlen nicht gelungen. Die Bundesrätin sieht dabei die Parteien in der Pflicht.

Von Quoten in der Verfassung hält die Magistratin allerdings nichts. Wichtiger sei, dass Politikerinnen von den Parteien mit guten Listenplätzen gefördert würden und in wichtigen Kommissionen Einsitz nehmen könnten.

In Unternehmen und der Verwaltung müssten Frauen gefördert werden, sagte Leuthard weiter. Es brauche eine Förderung, solange Frauen unterrepräsentiert seien und die Chancen für Frauen tatsächlich nicht die gleichen seien wie für Männer. Bei gleicher Qualifikation sei darauf zu achten, mehr Frauen zu rekrutieren. Gemischte Teams würden besser arbeiten. Frauenförderung sei Chefsache. Sie habe ihren Amtsdirektoren darum entsprechende Vorgaben gemacht.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bill the Blue Whale am 27.05.2018 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    "Bei gleicher Qualifikation sei darauf zu achten, mehr Frauen zu rekrutieren" - Verzeihung, aber das ist ein Bilderbuchbeispiel für Diskriminierung.

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  • Jean Dubois am 27.05.2018 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer gegen Männer

    Hätte man gesagt dass der Bundesrat mit Männern mutiger war wäre ein Skandal ausgebrochen. Männer werden ständig kritisiert, Frauen immer verschont.

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  • john holmes am 27.05.2018 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das erbe

    ja frau leuthard und wir können ihr "erbe" ausbaden!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • PROLLTRASH am 28.05.2018 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lautes gelächter

    bei gleicher qualifikation sollten mehr frauen als männer rekrutiert werden? dieses statement ist an diskriminierung kaum zu überbieten. die frsuen scheinen das thema ja selbst kaum zu überblicken...

  • Bowhunter am 28.05.2018 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am ziel vorbei

    Wo ist mal wieder ein bundesrat (egal welches geschlecht) der den willen des volkes vertritt und nicht den des geldes und -/ oder der eu ?!

  • asdf am 28.05.2018 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Beim Atomausstieg

    war Fukushima Ausschlaggebend, nicht die Frauenmehrheit!

  • Ein Wort am 28.05.2018 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Antwort auf die Titelfrage: Nein

    Es ist völlig egal ob Frau oder Mann. Es kommt auf die jeweilige Qualifikation der Person an.

  • sigi leu am 28.05.2018 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    wer glaubt es

    Frauen sollen mutiger sein? Warum machen sich den Frauen nicht selbständig eine Firma auf. Da gibt es fast keine Frauen. Aber in der Politik wo man getragen wird von einer Partei ist man mutig?