BAG-Experte

25. Februar 2020 10:38; Akt: 25.02.2020 10:38 Print

«Coronavirus ist an der Grenze nicht aufzuhalten»

Wegen des Coronavirus-Ausbruchs in Italien verteilt der Bund an der Grenze Flyer. Daniel Koch vom BAG äussert sich zur Frage, ob das reicht.

Daniel Koch, Abteilungsleiter übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit, im Interview. (Video: pro)
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Herr Koch, das Coronavirus steht vor der Grenze, kann jetzt überhaupt noch verhindert werden, dass es in die Schweiz gelangt?
Das Virus lässt sich an der Grenze nicht aufhalten. Die Frage ist, ob es in Italien unter Kontrolle gebracht werden kann. Das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten, sondern wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Was ist, wenn Italien das Virus nicht unter Kontrolle bringt?
Im Moment verfolgen wir in der Schweiz vor allem eine Strategie. Sie heisst: Einzelfälle aufspüren und Kontaktpersonen unter Quarantäne stellen. Würde in Italien wirklich eine epidemische Welle entstehen und diese auf die Schweiz zukommen, dann würden sich weitere Massnahmen aufdrängen. Auf diese Massnahmen bereiten wir uns vor, aber es ist im Moment zu früh, sie in Kraft zu setzen.

Wie sehen diese weiteren Massnahmen aus? Wären Grenzschliessungen, Fieber-Kontrollen oder sogar die Abschottung ganzer Städte ein Thema?
Nein, solche Massnahmen werden auch nicht vorbereitet. Sie halten eine Epidemie nicht auf. Wichtig wäre in diesem Fall, dass die schwereren Fälle korrekt behandelt, die Leute zur Vorsicht gemahnt und gewisse Veranstaltungen abgesagt würden. Sind die Menschen weniger nahe aufeinander, kann das Virus nicht mehr so schnell weitergegeben werden. Diese Massnahmen bereiten wir vor, aber im Moment ist es noch nicht so weit, dass man diese anordnen muss.

Das BAG plant eine Informationskampagne an der Grenze. Wie soll diese aussehen?
Im Moment ist es wichtig, dass Einreisende in die Schweiz wissen, was sie tun sollen, wenn sie krank sind oder sich möglicherweise mit dem Virus infiziert haben. An den Flughäfen läuft diese Kampagne bereits. Wir werden jetzt ähnliche Plakate an der Südgrenze aufstellen und Flyer verteilen.

Reicht das, einfach einige Plakate aufzustellen?
Es geht nicht darum, das Virus an der Grenze aufzuhalten. Das ist unmöglich, selbst wenn man die Grenze schliessen würde. Im Moment geht es darum, die Lage in Italien weiterzuverfolgen. Am wichtigsten ist jetzt, dass die Leute informiert sind. Dazu sollen die Informationen an der Grenze beitragen.

Wie können sich die Schweizer schützen?
In der Schweiz ist es wichtig, die Bevölkerung wieder an die Hygienemassnahmen zu erinnern. Das heisst: Häufiges Händewaschen und wenn man niest, dann lieber in den Ellbogen oder in ein Taschentuch. Ist man krank, soll man zu Hause bleiben und nicht arbeiten gehen, sonst steckt man nur andere Leute an.

Sollten Schweizer zur Vorbereitung ihren Notvorrat aufstocken?
Nein, im Moment ist das nicht wichtig. Ich denke, in der Schweiz wird es uns gelingen, die Bevölkerung fortlaufend so zu informieren, dass keine panische Angst entsteht und es nicht zu Hamsterkäufen kommt.

Haben die Schweizer also zu viel Angst vor dem Coronavirus?
Zu viel Angst ist falsch gesagt. Es gibt sicher Leute, die machen sich grosse Sorgen. Sie tun das nicht ganz zu Unrecht, das Coronavirus wird vielleicht auf die Schweiz zukommen. Aber wann das geschieht, weiss man nicht. Auf der anderen Seite muss man auch sehen, dass man solche Situationen umso besser meistern kann, je ruhiger man sie angeht.

(pro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hugo am 25.02.2020 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    da hat er Recht....

    es ist nicht aufzuhalten. Vorallem dann, wenn man die Grenze nicht schliesst....

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  • Antonio Rosa am 25.02.2020 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schliessung der Grenze !

    Schliesst die Grenze ! Und dass sage ich als Italiener !!!!!!

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  • B. Kerzenmacher am 25.02.2020 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Virus

    Mehr Sorgen als Italien macht derzeit der Iran. Entweder ist das Virus dort mutiert und deutlich tödlicher geworden oder man hat dort viel mehr infizierte Menschen als offiziell angegeben wird. Klar ist jedenfalls, dass die Zahlen nicht mit dem übereinstimmen, was man woanders beobachten kann.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Allschwiler am 26.02.2020 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    Die Zitate werden immer extremer

    Das Gefährliche beim neuen Coronavirus sei, dass es keine Immunität in der Bevölkerung gebe. Das könne dazu führen, dass sich vielleicht 30, 40 oder mehr Leute ansteckten. In einem Worst-Case-Szenario könnte das bis zu 30'000 Tote bedeuten, so Althaus. Ein Zitat eines Epidemienforschers an der UNI BERN. Sorry, wenn selbst solch qualifizierten Leute eine solche Panik verbreiten wundert mich nichts mehr was da momentan abgeht in der Bevölkerung.

  • Babette am 26.02.2020 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lüften mit Fenstern, keine Klimaanlagen

    Bitte haltet die Tramführer an, an den Endstationen das Tram richtig durchzulüften, alle Türen offen lassen, bis wieder weiter gefahren wird. Nur die Lüftung zirkulieren lassen, wo es die Viren überall verteilt ist ungünstig. Sollte auch bei der Grippe so gehandhabt werden.

    • Allschwiler am 26.02.2020 17:14 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort an Babette

      Sehr geehrte Babette. Deine Methode in Ehren. Aber dadurch werden mehr Menschen sich erkälten als momentan eh schon. Dies heisst sie müssten auf Corona getestet werden. Eine sehr teure Variante für unser Gesundheitssystem

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  • Sepp am 26.02.2020 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die tun nichts..

    Das nahe Ausland reagiert mit Schliessungen, Kontrollen usw. und was machen die BAG Experten, ja nichts. Dieser Koch von welchem Wirtschaftszweig kommt der eigentlich, weiss der überhaupt etwas über Virenkrankheiten oder ist er dazu verpflichtet die Wirtschaft keinesfalls zu tangieren. Der Regierung gehts doch nur ums Geld und da mehrheitlich ältere Menschen betroffen sind ist es wohl weniger schlimm. Diesen Wirtschaftspolitiker ist alles zu zutrauen.

  • Büeler am 26.02.2020 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    trau meinen Sinnen nicht

    Dieses Coronavirus werden einige im BAG nicht überleben. Wetten, da gibt es ein Köpferollen. Es gibt zwei Möglichkeiten; Entweder lügt und das Coronavirus an und ist nur ein harmloser Heuschnupfen, oder das BAG lügt uns im Intresse der Wirtschaftselite an. Finde es beinahe tiletantisch wie man hier in Europa mit der ach angeblich so schlimmen Krankheit um geht.

  • Medizintante am 26.02.2020 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Natur

    An alle, vorbeugen ist besser, jeder sollte seine Imunität stärken. Nimmt jeden Tag Ingwer mit Zitrone, guten Honig, Schwarzkümmelöl und ihr habt das beste Schutzschild. Vorbeugen ist besser als jammern und der ganze Pharma....

    • Und Onkel am 26.02.2020 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Medizintante

      Kurkuma nicht vergessen.

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