Super-Puma-Einsatz

12. Juli 2016 16:43; Akt: 12.07.2016 16:56 Print

«Da wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen»

von J. Büchi - Dass die Armee mit High-Tech-Helikoptern nach Migranten sucht, ist für Linke unverständlich. «Das sind wir den Bürgern schuldig», kontert die SVP.

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Die Schweizer Grenze ist 1899 Kilometer lang. Alle Grenzübergänge zu kontrollieren, ist unmöglich. Die Grenzwache erhält deshalb bei der Suche nach illegalen Einwanderern Unterstützung von der Schweizer Luftwaffe. So suchte in der Nacht von Freitag auf Samstag ein mit Infrarotkameras ausgerüsteter Super Puma die Region Brig-Glis im Wallis ab. Von 22 bis 4 Uhr nachts überflog der Helikopter das Gebiet.

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Für Balthasar Glättli, Fraktionschef der Grünen, ist der Einsatz unverhältnismässig: «Da wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen», kritisiert er. Eine Flugstunde im Super Puma kostet laut Gebührenverordnung des Verteidigungsdepartements 10'900 Franken. «Das macht für sechs Stunden über 65'000 Franken – damit könnte man einem normalen Grenzwächter ein halbes Jahr lang den Lohn zahlen», so Glättli.

«Sind wir den Bürgern schuldig»

Dass derzeit in Chiasso mehr Flüchtlinge aufgegriffen werden, rechtfertige das Vorgehen nicht. «Die Zahlen zeigen ja gerade, dass sie nicht über die grüne Grenze kommen, sondern auf regulärem Weg einen Asylantrag stellen», so Glättli. Sein Verdacht: «Die SVP-Bundesräte versuchen wohl, mit solch dramatischen Aktionen das Asylthema im Sommerloch weiter anzuheizen.»

SVP-Sicherheitspolitiker und Militärpilot Thomas Hurter weist die Kritik zurück: Er finde solche Einsätze «mehr als sinnvoll» – gerade weil die Grenzen nur sporadisch überwacht würden. «Das sind wir unseren Bürgerinnen und Bürgern schuldig, damit illegale Grenzübertritte möglichst verhindert werden können.» Der Einsatz mit Infrarotkameras an der Grenze diene zur Aufklärung, für eine Suche oder auch zur Überwachung. «Unsere Sicherheitskräfte müssen eng zusammenarbeiten», so Hurter. Es sei «schade», wenn die Linke jede Gelegenheit wahrnehme, um die Einsätze der Sicherheitskräfte zu kritisieren.

Grenzwächter am Boden lotsen

Pro Jahr steht die Luftwaffe 675 Stunden mit Helikoptern und 100 Stunden mit Drohnen für das Grenzwachtskorps im Einsatz, wie es bei letzterem auf Anfrage heisst. Beim Super-Puma-Flug im Wallis habe es sich um einen regulären Einsatz gehandelt, der primär auf die Bekämpfung der Schlepperkriminalität abgezielt habe. Die Kosten für die Helikopter-Einsätze trägt das Verteidigungsdepartement.

Wie die «NZZ am Sonntag» im März berichtete, suchte die Eidgenössische Zollverwaltung jüngst gar Unterstützung durch private Flugunternehmen, um «die Kapazität der Überwachung des Grenzraums in der Nacht erhöhen zu können». Ziel sei, die Grenzwächter am Boden bei ihren Einsätzen zu lotsen. Auch können die Helikopter Grenzwächter transportieren, die dann sogenannte Sprungfahndungen machen, also überraschend Kontrollstellen einrichten können.

Wie viel andere Maschinen der Luftwaffe pro Flugstunde kosten, sehen Sie in der Bildstrecke.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Giänu am 12.07.2016 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Why?!

    Wenn wir die Gerätschaft schon haben wieso sollten wir sie nicht auch mal nutzen?

    einklappen einklappen
  • Mr_Daywalker1995 am 12.07.2016 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz hat das Recht dazu...

    ...ihre Grenzen vor Illegalen Einwanderern zu schützen, auch wenn man auf die Hilfe der Armee angewiesen ist!

    einklappen einklappen
  • Chrigi97 am 12.07.2016 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ende Schweiz

    Bei der Sicherheit und bei der Bildung darf man nicht sparen. Ansonsten ist es der Anfang vom Ende!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • puessu91 am 13.07.2016 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfolgreich?

    Hat es sich den überhaupt gelohnt? Sprich, war die Aktion erfolgreich und man hat Schlepper oder illegale Einwanderer gefunden? Falls ja, war die Aktion ja völlig berechtigt. Falls nein, kann über eine Wiederholung gestritten werden...

  • Skywalker99 am 12.07.2016 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut so.

    Die Mittel die wir haben sollen auch eingesetzt werden. Absolut richtig, Super Pumas einzusetzen. Diese haben übrigens schon viele Personen in Not aufspüren können und das würde auch beim Einsatz hier passieren.

  • Kudi am 12.07.2016 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teuschungsmanöver

    Herr Schurter findet, dass man das dem Bürger schuldet. Solange die Leute Steuern zahlen ist das immer so. Nur ob es richtig ist, dass man teure Helikopter in die Luft schickt und damit die Schuld bezahlt ist, findet ich töricht und einfach. Den Helikopter hat man so oder so. Also wirklich nichts spezielles. Und die SVP Sprecher finden das löse irgendwie Probleme, wenn da in der Luft ein Helikopter herumfliegt. Die Flüchtlinge, die hauptsächlich mit der Bahn reisen sehen sie wohl kaum aus det Luft. Aber Hauptsache die SVP kann eine ScheinLösung präsentieren. Warme Luft im Sommer sonst nichts. SVP Flüchtlingshilfe vor Ort ist Hilfe in der warmen Sommerluft. Leute lasst euch nicht teuschen!

  • Markus Maitre am 12.07.2016 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Praktische Erfahrung...

    Unglaublich... Jetzt geht mal was.. Helikopter wird sinnvoll genutzt... Aber nei au... Das ist auch wieder nicht gut.. Alles brüllt und schreit,macht mal was ... Es ist doch sicher sinnvoller,wenn das Militär etwas mit Hand und Fuss unternimmt... Von mir aus,sollte es viel mehr solche Einsätze geben.. Grenzschutz... Fussballrowdies oder sonstige Saubanner-Umzüge bewachen... Demonstrationen und und.. Das gibt den Soldaten praktische Erfahrung... Und senkt die Polizei-Einsatz-Kasse..

    • Paul am 12.07.2016 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Markus Maitre

      Absolut meine Meinung.......das sollten nur mal unsere Politiker begreifen.

    einklappen einklappen
  • Tatütata am 12.07.2016 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja Herr Glättli

    es sind 68% resp. 85% der hier abstimmenden der Meinung es sei nötig diese Einsätze zu machen und anscheinend stören die anfallenden Kosten somit 85% der Leute nicht.