Salafisten in Embrach

30. Juni 2014 07:24; Akt: 30.06.2014 12:53 Print

«Dann muss die Polizei aktiv werden»

Anhänger des radikalen Salafismus treffen sich offenbar regelmässig in Embrach ZH. Das ist gemässigten Muslimen ein Dorn im Auge.

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Die islamistische Bewegung el-Furkan war bisher in der Schweiz ein unbeschriebenes Blatt. Nun aber berichtet der «SonntagsBlick», dass diese seit mehreren Monaten im Industriegebiet von Embrach ZH eine Moschee betreibt. Gemäss der Zeitung sei sie zum Treffpunkt radikaler Salafisten geworden. In Deutschland wird el-Furkan vom Verfassungsschutz beobachtet.

Das sorgt unter Experten für mehr als nur Stirnrunzeln. «Es ist wie Krebs geworden. Sie verbreiten sich in einer Art und Weise, dass es wirklich gefährlich werden kann», sagt die Politologin Elham Manea zu «Radio 24». Hier in der Schweiz müsse man die Anhänger beobachten. «Es braucht Aufmerksamkeit, damit man die Radikalisierung und die Gefahr, die damit entsteht, mit angemessenen Massnahmen bekämpfen kann.»

Der Gemeindepräsident von Embrach, Erhard Büchi, sagt zu 20 Minuten, dass der Verein bisher nie negativ aufgefallen sei. «Aber sollten es radikale Islamisten sein, sei es bedenklich und dann müsste die Polizei aktiv werden.» Von der örtlichen SVP sagt Präsident Daniel Spiess, dass seine Partei noch abwarten wolle, bis sie aktiv werde.

«Schatten-Moschee hilft nicht»

Farhad Afshar, Präsident der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz, sagt: «Wir haben innerislamisch immer wieder Auseinandersetzungen mit solchen Gruppierungen, die Einfluss auf die Nationalverbände nehmen wollen.» Er bedauere es ausserordentlich, dass diese einen politisch motivierten Islam vertreten wollen. Auch er ist der Meinung: «Auf solche Gruppierungen müssten die Sicherheitsorgane der Schweiz ein Auge haben.»

Nährboden für radikalen Islamisten sei die fehlende Integration des Islams in der Schweiz. Dies müsse das Ziel sein – damit der Islam genau wie die katholische und reformierte Kirche als selbstverständlich angesehen werde. «Eine Schatten-Moschee in einem Keller oder einem Parking hilft diesem Anliegen nicht.»

Einige der Anhänger, die regelmässig in dieser Moschee beten, sind auch für die radikale Organisation «Lies!» unterwegs. Diese vom deutschen Staatsschutz unter Beobachtung stehende Organisation verschenkt den Koran auf der Strasse. Kopf hinter der Organisation ist der Hassprediger Abou Nagie. Dieser wurde von den Schweizer Behörden mit einer Einreisesperre belegt, als er in Winterthur an eine Benefiz-Gala reisen wollte.

(num)