Spott über SVP-Aeschi

23. November 2015 18:48; Akt: 25.11.2015 12:20 Print

«Dann wähle ich lieber Blocher, das Original»

Linke spotten auf Twitter, dass sie lieber Christoph Blocher wählen als seinen Ziehsohn Thomas Aeschi. Doch Blocher würde bei einer Wahl aus der SVP ausgeschlossen.

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Wie einst Toni Brunner gilt auch der Zuger Bundesratskandidat Thomas Aeschi als Liebling Christoph Blochers. Kommentatoren heben seine Nähe zum Alt-Bundesrat hervor – etwa, dass er Gründungsmitglied des Blocher-Komitees «Gegen den schleichenden EU-Beitritt» ist. In den sozialen Netzwerken ist von einer «Sockenpuppe Blochers», einem «Blocheristen» oder dem Blocher-Boy die Rede.

Politikberater Mark Balsiger schreibt auf seinem Blog: «Tatsache ist, dass er ein Jünger des SVP-Übervaters ist. Mit Aeschis Einzug in die Landesregierung wäre Christoph Blocher wieder im Vorzimmer. Mindestens.»

Badran wählt lieber das Original

In die gleiche Kerbe schlägt die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran. Auf Twitter schreibt sie nicht ganz ernst gemeint, sie wähle lieber das Original. Aeschi sei «einfach ein Blocherjünger», der als Bundesrat täglich mit «Stöffeli» telefonieren würde:


Badran sagt, Blocher habe in ihrer Gegenwart schon mindestens zehnmal ein Loblied auf Aeschi angestimmt. «Blocher sichert sich mit Aeschi den direkten Zugang zum Machtzentrum. Dies wäre bei Heinz Brand, der kein enges Verhältnis zu Blocher pflegt, nicht der Fall gewesen.»

Der 36-jährige Aeschi äussert sich auf Anfrage von 20 Minuten nur knapp: Es nerve ihn nicht, wenn er landauf, landab als Ziehsohn Blochers bezeichnet werde.

Bei Wahl-Annahme würde Blocher ausgeschlossen

Ähnliche Gedankenspiele wie Badran hat vor Wochenfrist schon Parteikollege Cédric Wermuth angestellt. Er fragte, ob Blocher von seiner Partei verstossen würde, «wenn wir ihn wieder zum Bundesrat wählen»:


Bei einer Wahl durch die Bundesversammlung und einer Annahme des Amtes würde Blocher tatsächlich ausgeschlossen, da er nicht offiziell nominiert wurde. So steht es seit 2008 in den Statuten der Volkspartei.

Allerdings könnten sich die Linken mit dem Trick am Ende ins eigene Fleisch schneiden. Denn die Statuten sehen ebenfalls vor, dass ein wilder Kandidat wieder in die Partei aufgenommen werden kann, wenn dies zwei Drittel der SVP-Fraktion und des Zentralvorstandes unterstützen.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • t.Kirk am 23.11.2015 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Hintermann

    Blocher kann im Hintergrund mehr bewirken als an der Front, denn beim letzten mal belastete ihn das kollegialprinzip enorm schwer

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  • Baron Von Niederstotzingen am 23.11.2015 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solche Sprüche

    Ziehsohnsprüche gab es schon bei der Wahl von Brunner zum Parteipräsidenten. Er hat sich uneingeschränkt zum allerbesten Parteipräsidenten entwickelt. Gebt Aeschi eine Chance, wie man es auch Berset und Sommaruga gab.

  • Simba74 am 23.11.2015 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    go SVP :-)

    egal was due SVP liefert. Die Linken jammern IMMER. Nur nicht irritieren lassen ;-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hitman am 24.11.2015 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    freude herrrrrscht

    hoffe die wählen alle Blocher...mal schauen ob er die wahl ablehnen würde od. vielleicht eine neue Partei gründen würde.... freue mich jedenfalls au den Wahltag

  • Alfred Steiner am 24.11.2015 04:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wen wundert's ?

    Eine Schmierenkomödie, wie sie im Buche steht. Es blochert weiter !

  • René B. am 23.11.2015 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freude herrscht

    bei diesen Artikeln und Kommentaren bei denen man eigentlich immer nur den Neid über den Erfolg der SVP heraushört.

    • Maximus am 24.11.2015 07:36 Report Diesen Beitrag melden

      Kritik

      nicht Neid, sondern berechtigte Kritik einer zutiefst undemokratischen Klausel in den Statuten, die zudem Verfassungswidrig ist. Es geht einfach nicht an, der Bundesversammlung die Wahlfreitheit per Parteidekret einzuschränken.

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  • Mr. X am 23.11.2015 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur eine Wahl !

    Nur die SVP bringt die Schweiz weiter deshalb wäre Blocher top

    • Markus Rhinow am 23.11.2015 22:46 Report Diesen Beitrag melden

      Gar keine Wahl

      Die SVP bringt die Schweiz nicht weiter, sondern sie blockiert sie bis in vier Jahren wieder Wahlen sind. Dann werden hoffentlich die Schweizer eingesehen haben, dass sie auf das falsche Pferd gesetzt haben.

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  • Dr. Wissen am 23.11.2015 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Junger Politiker

    Also ich denke dass es gut war einen Jungen Politiker zu wählen, welcher auch mehr Ahnung davon hat was die Jungen Leute wollen.