Scheidungskinder

20. Dezember 2019 10:05; Akt: 20.12.2019 10:05 Print

«Das Wohl der Kinder wird oft vergessen»

von Remo Schraner - Scheidungen schaden dem Kind immer, sagt die Psychologin Irina Kammerer.

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Zum Thema
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Wie geht es Scheidungskindern?
Praktisch alle reagieren mit Symptomen wie einer depressiven Verstimmung oder Konzentrationsschwierigkeiten. Das ist aber eine normale Reaktion.

Umfrage
Wie hast du die Scheidung deiner Eltern erlebt?

Kann das Kind die Scheidung positiv erleben?
Positiv kann einzig sein, dass die elterlichen Konflikte abnehmen.

Manche Eltern sagen, dass ihr Kind an der Scheidung «wächst».
Das ist ein Schönreden der Situation. Die negativen Aspekte der Trennung überwiegen.

Sollte man sich dem Kind zuliebe gar nicht trennen?
Auch das ist keine gesunde Lösung. Denn Kinder spüren die elterlichen Konflikte, auch wenn diese versteckt stattfinden. Das kann das Kind belasten.

Wie trennt man sich richtig?
Das Kind soll sich nicht für ein Elternteil entscheiden müssen. Und die Eltern sollen dem Kind klarmachen, dass es nicht schuld an der Trennung ist.

Wird das Wohl des Kindes von den sich trennenden Eltern vergessen?
Ja, manchmal. Das ist aber nachvollziehbar. Die Scheidung ist für alle Beteiligten eine hohe Belastung.

Sollten Scheidungskinder grundsätzlich in die Therapie gehen?
Die meisten könnten davon profitieren.

Wird künftig die Mehrheit der Kinder als Scheidungskinder aufwachsen?
Ja, denn die Scheidungsrate hat sich mittlerweile bei 40 Prozent eingependelt.

Ihre Botschaft an die Eltern?
Geht eure Beziehungsprobleme frühzeitig an. Dann kommt es im besten Fall gar nicht zur Scheidung.


Serie: Scheidungskinder

Teil 1: Vera leidet noch heute unter der Scheidung ihrer Eltern.
Teil 2: Fabienne ist ein glückliches Scheidungskind.
Teil 3: Ryan erlebte gleich zwei Scheidungen.
Teil 4: Psychologin Irina Kammerer über Scheidungen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • CP85 am 20.12.2019 11:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie immer ...

    ... ist alles individuell. Die Scheidung war für mich massiv besser!!! Die täglichen Streiterein sind psychisch belastender gewesen und haben wesentlich mehr Schäden hinterlassen, als die Scheidung. Hört endlich auf mit den Verallgemeinerungen!

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  • Frau Schweizer am 20.12.2019 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darauf habe ich gewartet!

    Danke Frau Kammerer, wirklich erfreulich, dass eine Fachperson auch mal ehrlich ist und die Dinge beim Namen nennt. Nur etwas fehlt mir noch: Den Rat oder gar die Aufforderung an die Eltern, frühzeitig selber professionelle Hilfe aufzusuchen wenn Probleme in der Beziehung auftauchen. Man latscht nicht einfach davon wenn man Kinder in die Welt gesetzt hat! Schliesslich haben sie eine hohe Verantwortung zu tragen. Gegenüber ihren Kindern und auch gegenüber der Gesellschaft! Denn diese hat schlussendlich für gestörte, depressive und traumatisierte Kinder und Jugendliche, zum Teil bis ins Erwachsenenalter, zu sorgen. Und das ist einfach nicht selbstverständlich auch wenn es heute fast den Anschein macht......

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  • Fragwürdig am 20.12.2019 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja genau.. für alle Kinder ist es genau gleich...?

    Immer wieder interessant, dass gewisse Leute alles wissen, ohne je in dieser Situation gewesen zu sein. Ach ja... Sie hat studiert. Ich bin ein Scheidungskind und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Scheidung das Beste für mich war. Es ist individuell, wie es das Kind aufnimmt. Wieso muss man solche Dinge immer verallgemeinern???

Die neusten Leser-Kommentare

  • Susi am 21.12.2019 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist Schuld?

    Also ich habe viel mehr darunter gelitten dass meine Eltern ständig gestritten haben und meine Mutter ganz klar todunglücklich mit meinem nicht ganz einfachen Vater war. Die 2 waren so mit ihrer zerrütteten Beziehung beschäftigt, dass für mich nicht viel übrig blieb... Ich bin davon überzeugt, dass es mir besser gegangen wäre wenn sich meine Eltern hätten scheiden lassen. Meiner Meinung nach kann man nicht einfach sagen, es gehe allen Scheidungskindern schlecht. Leider passt es genau zur heitigen Zeit, alles zu pauschalisieren und immer einen Schuldigen für alles zu suchen...

  • Murmeli am 21.12.2019 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    besser als ewige Disharmonie

    Ich war drei Jahre getrennt dann geschieden. Habe drei Kinder und arbeitete von da an 100%. Mein Ex ist wieder verheiratet und hat einen Sohn. Viele vergessen das es ja auch mal gute Zeiten gab und Kinder Vater und Mutter brauchen. Es ist auch eine Charaktersache und gemeinsam als gegen einander ist immer besser. Ich darf sagen wir hatten eine humane Scheidung und wir sind ja Vorbilder für die Kinder. Trotz geschieden behandeln wir und mit Respekt und Achtung. Auch feiern wir gemeinsam Geburtstage etc. Viele können das nicht verstehen aber für die Kinder ist das gut.

  • love am 21.12.2019 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    es geht wenn man will

    die heutige wegwerf-gesellschaft gibt zu schnell auf. geht etwas kaputt kauft man's neu, das gleiche mit der partnerschaft... früher hatte man noch repariert wenn's kaputt war und so solls in der ehe auch sein, es gibt 5 regeln: reden, verzeihen, lieben, respektieren und ehrlich sein, dann klappts:-)

  • Melch am 21.12.2019 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsach Eltern sind glücklich

    Lieber geschiedene Eltern als sich ständig streitende Eltern. Ich möchte meine Eltern glücklich sehen, ganz einfach. Aber gibt halt auch Erwachsene die sich nicht erwachsen benehmen und dann einen Kindergartenkrieg veranstalten.

  • Denker am 21.12.2019 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Das wohl des Kindes

    ist ein absoluter Witz. Ich sehe es Täglich im Bekannten und Freundeskreis. Das wohl des Kindes bedeutet nichts anderes als alles was Frau will bekommt sie und der Mann ist ein moderner Sklave der bei 100% Arbeit im Wohnklo leben muss.