30. Oktober 2007 08:05; Akt: 06.11.2007 09:33 Print

«Das Ziel ist die Fortpflanzung»

Die Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) wird von Männern dominiert. Einzige Frau im Vorstand ist Denise Friederich. 20minuten.ch sprach mit der Mitgründerin des «Kampfbundes nationaler Aktivistinnen» über Emanzipation und Mutterverdienste.

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Wann immer die «Partei national orientierter Schweizer» (PNOS) in Erscheinung tritt, dominieren Männer das Bild. Einzige Frau im Bund der Partei ist die 22-jährige Denise Friederich. Sie setzt sich im Vorstand der PNOS für Familienpolitik ein und gründete am 21. Juli 2007 den «Kampfbund Nationaler Aktivistinnen», eine Gruppe, die sich ausschliesslich an Frauen richtet.

20minuten.ch: Frau Friederich, sie machen Frauenpolitik im rechten Lager. Sind Sie eine Feministin?
Denise Friederich: Wir haben dem Feminismus viele neue Errungenschaften zu verdanken. Was ich am Feminismus befürworte ist der Grundsatz, dass für Männer und Frauen die gleichen Rechte gelten. Die Gleichmacherei von Mann und Frau ist allerdings falsch. Männer und Frauen sind gleichwertig aber andersartig.

Wie sieht die ideale Rollenverteilung von Frau und Mann für Sie aus?
Ideal wäre es, wenn Frauen und Männer gleiche Voraussetzungen im Leben hätten. Frauen stehen heutzutage aber unter einem enormen gesellschaftlichen Druck. Entscheidet sich eine Frau dazu, Hausfrau und Mutter zu werden, wird sie diffamiert. Ihre Leistungen werden nicht ausreichend anerkannt, weil «Hausfrau» kein Beruf ist und wirtschaftlich keine Relevanz hat. Daher sollten Hausfrauen Lohn erhalten.

Wer soll für den Lohn einer Hausfrau aufkommen?
Bund, Kantone und Gemeinden unterstützen die Krippen finanziell. Ein Teil des Geldes könnte direkt an die Mütter ausbezahlt werden.

Dann wären die Krippen in ihrer Existenz gefährdet und die Mütter könnten nicht mehr einem Beruf nachgehen. Sie würden erneut in der Entscheidungsfreiheit eingeschränkt.
Hier müssten die Verwandten und Grosseltern eben einspringen. In manchen Urvölkern ist das immer noch so. Das Ziel ist die Fortpflanzung. Das sollte im Interessen aller liegen.

Also soll jede Frau Kinder haben?
Eine Frau kann schwanger werden, ein Mann hat Spermien. Die Fortpflanzung ist also eine natürliche Sache. Wenn eine Frau Karriere machen will, kann sie das auch tun. Frauen können beispielsweise ihre Fähigkeiten im Gesundheitswesen und in der Familienpolitik sehr gut einbringen, weil sie emotional den besseren Zugang zu diesen Themen haben als Männer.

Frauen können sehr viel mehr als Kinder grossziehen und Menschen pflegen.
Ist das denn wenig? Man muss endlich damit aufhören, die klassischen Frauenrollen schlecht zu machen. Der Feminismus hat die natürliche Fähigkeit der Frauen zur Empathie negiert. Das ist falsch. Wir wollen, dass Frauen darin unterstützt werden, Kinder gross zu ziehen. Es darf nicht sein, dass Kinder kriegen ein Armutsrisiko darstellt.

Die Linke stellt ähnliche Forderungen…
Die PNOS ist ja auch nicht rechts. Auf einer Spider-Darstellung befinden wir uns mit unseren politischen Forderungen weitgehend in der Mitte.

Die PNOS hat in der Vergangenheit vor allen durch ihre Verstösse gegen die Antirassismus-Strafnorm für Schlagzeilen gesorgt und nicht durch «linke» Politik.
Wir wurden verurteilt, weil in unserem alten Parteiprogramm Punkte aufgeführt waren, die mit der Nationalsozialistischen Ideologie in Zusammenhang gebracht wurde. Das Programm stand aber nur kurze Zeit so im Netz. Ich bin mit diesen Punkten nicht einverstanden gewesen und habe sie auch nicht geschrieben. Für mich zählt das neue Programm, das jetzt aufgeschaltet ist.

Aber Sie wussten von dem Programm und haben es gelesen?
Ich möchte zu diesem Thema nichts sagen. Die Untersuchungen laufen noch, wir ziehen den Fall weiter.

Die Solothurner Sektion wurde aufgelöst, der PNOS-Vorstand musste neu zusammengestellt werden, weil die Mehrheit zurücktrat. Steht das Ende der Partei bevor?
Ganz sicher nicht! In der Romandie ist die Gründung einer neuen Sektion schon so gut wie abgeschlossen, daran gibts nichts mehr zu rütteln. Die Zahl der Mitglieder steigt stetig. Gegenwärtig herrscht eine Flaute, weil viele in der Aus- oder Weiterbildung stecken. Wir werden aber sicher weiter machen.

Tina Fassbind, 20minuten.ch