Immer schön langsam

08. Dezember 2013 23:20; Akt: 09.12.2013 10:31 Print

«Das ist ein weiterer Angriff auf die Autofahrer»

von Camilla Alabor - Die Autolobby läuft Sturm gegen den Plan, Tempo-30-Zonen auf Hauptstrassen einzuführen: Das führe zu mehr Stau. Verkehrsexperten widersprechen.

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Die Schweizer Städte wollen Tempo 30 auch auf gewissen Hauptstrassen einführen. Dagegen wehrt sich die Autolobby: «Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Hauptstrassen führt zu mehr Stau», sagt TCS-Sprecher Stephan Müller. Zudem würden die Autos in Wohnquartiere ausweichen, wenn sie auf Hauptstrassen nicht mehr vorankämen.

Umfrage
Führt Tempo 30 auf Hauptstrassen zu mehr Stau?
73 %
22 %
5 %
Insgesamt 15136 Teilnehmer

Auch SVP-Verkehrspolitiker Walter Wobmann hält nichts von Tempo 30 auf Hauptstrassen. «Das ist ein weiterer Angriff auf die Autofahrer, die man immer weiter einschränken will.» Den Befürwortern des Langsamverkehrs gehe es nicht um Verkehrssicherheit, sondern darum, den Autofahrern das Leben so schwierig wie möglich zu machen.

«Das funktioniert nicht»

Wobmanns Parteikollegin Natalie Rickli haut in dieselbe Kerbe: «Das Ziel der Befürworter ist es, weniger Autos auf den Strassen zu haben.» Funktionieren werde das aber nicht: «Das einzige Resultat wird mehr Stau auf den Strassen sein.»

Dem widerspricht Verkehrsexperte Ueli Haefeli: «An gewissen Orten kann eine Temporeduktion den Stau reduzieren.» Dies, weil die Autos nicht ständig anhalten müssten und der Verkehr flüssiger laufe. «Das führt auch zu weniger Stress bei den Autofahrern.»

Mehr Unfälle bei höherem Tempo

Thomas Sauter-Servaes, Leiter des Studiengangs Verkehrssysteme an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, sieht das ähnlich. «Bei Tempo 30 fliesst der Verkehr in der Stadt häufig besser als bei Tempo 50.» Aufgrund der vielen Rotlichter sei der Zeitgewinn durch Tempo 50 im Stadtverkehr ohnehin kaum spürbar. «Dazu kommt, dass höhere Geschwindigkeiten eher zu Unfällen führen – und diese wiederum zu Stau.»

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Ausgewählte Leser-Kommentare

An gewissen Stellen kann dies durchaus Sinn machen und Staus entgegenwirken. Es lässt sich auch mathematisch berechnen und zeigen, dass bei einer Geschwindigkeit zwischen 30-40 km/h mehr Autos eine Stelle passieren können als bei höheren Geschwindigkeiten, was vielleicht auf den ersten Blick nicht logisch erscheinen mag! Deswegen sollten Politiker sich eine Meinung von Spezialisten einholen, anstatt einfach ohne es überhaupt zu wissen das Ganze als Angriff auf die Autofahrer anzusehen. – Mathematiker

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Florian am 08.12.2013 23:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ampeln richtig einstellen

    Hey jetzt ist dann aber mal genug mit diesen gestörten Autohassern! Man muss halt die Ampeln anständig einstellen (Grüne Welle) so das man nicht immer auf eine rote Ampel auffährt!

  • Daniel H. am 09.12.2013 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    Am Ast sägen

    Scheinbar wird es eine Schweizer Spezialität, an den Ästen zu sägen auf dene man sitzt. Für Tempo 30 gibt es keinen Ökologischen Getriebegang. Verbrauch und Abgase? Stau nun der ist doch ganz Bewusst erzwungen, damit möglichst vielke genug davon haben durch die Stadt zu fahren. Intelligente Verkehrsschaltungen braucht es, Verkehrsabhängige Temporegelungen. ALs nächstes kommt die Städtemaut hmm. Ja es braucht Lösungen, aber Intelligente für die Zukunft. Waren-Versorgungstunnel für die Geschäfte, auf für die Kehrichtentsorgung.

  • Dani am 08.12.2013 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Gefahren

    Somit fährt in der Stadt bald jedes Velo schneller als das Auto. Überholen darf man auch mit dem Velo nur Links, aber fahren tut man rechts. Der Verkehr wird dadurch massiv aggressiver und klar gefährlicher.

Die neusten Leser-Kommentare

  • unbekannt am 10.12.2013 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Es braucht eine faire Regelung!

    Was man nicht alles tut um den Autofahrern das Leben zu erschweren! Das Ziel dieser Aktionen ist doch allen bekannt, man möchte die Autos aus der Stadt verbannen! Grundsätzlich ist die Idee während der Stosszeit in einer Stadt wie Zürich gar nicht mal so dumm, denn meistens sind gestresste Leute für Unfälle verantwortlich, welche den gesamten Verkehr lahmlegen. Doch ausserhalb der Stosszeit ist es völlig unsinnig, warum soll man am Abend um 22:00 oder um andere Randzeiten, wo es nicht viel Verkehr hat 30 fahren? Damit es möglichst unerträglich wird und selbst die ÖV schneller fährt???

  • Roger G. am 10.12.2013 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder nur eine Seite der Medaille!

    Was diese sogenannten Mathematiker und selbsternannten Experten vergessen, ist die Tatsache, dass die heutigen modernen Motoren nunmal nicht auf solche tiefe Geschwindigkeiten optimiert sind. Somit wird der Spritverbrauch höher (Frau Leuthard lässt grüssen!) und die Abgase nehmen zu.

  • Fritz am 09.12.2013 21:57 Report Diesen Beitrag melden

    Genau, Herr Haefeli

    "An gewissen Orten" KANN eine Temporeduktion etwas bringen. Jetzt kommt natürlich wieder die Inkarnation der Dummheit, welche den Inhalt obiger Aussage zu verstehen nicht in der Lage ist, und fordert Tempo 30 auf allen Hauptstrassen.

  • zeta am 09.12.2013 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    was soll das?

    und wenn es nicht viele Autos hat? zum Beispiel morgens um 2 Uhr? muss ich dann auch mit 30kmh heimtuckern???!

  • markus am 09.12.2013 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    an politiker

    warum muss immer ein vorwand kommen um an unsere taschen zu gelangen.? darum geht es doch im endefekt wirklich..