No-Billag-Initiative

17. November 2017 15:04; Akt: 18.11.2017 10:13 Print

«Das könnte sich für die SRG rächen»

Dass ein SRF-Moderator eine Falschmeldung verbreitete, sorgt für Empörung. Kommunikationsprofis sagen, was das für den Abstimmungskampf heisst.

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Auf Facebook schrieb eine ehemalige SRF-Mitarbeiterin mit Blick auf die No-Billag-Initiative, sie habe beim öffentlich-rechtlichen Sender jeweils sehr wenig gearbeitet und gleichzeitig viel Geld verdient.

Der Eintrag polarisierte im Netz: SRF-Sportmoderator Stefan Hofmänner schrieb, die Person, die den Post verfasst habe, habe gar nie bei SRF gearbeitet und ihre Aussagen seien falsch. Kurz darauf zeigte sich, dass Hofmänner danebenlag. Die Personalabteilung bestätigte, dass die Frau tatsächlich bei SRF gearbeitet hatte.

Verliert SRF die Nerven?

Den Fauxpas nutzen die No-Billag-Initianten bereits für ihre Zwecke. Auf Twitter schreiben sie: «Man scheint bei der SRG langsam, aber sicher die Nerven zu verlieren: Zunächst unterstellt man uns in wilden Verschwörungstheorien schmutzige Methoden im Abstimmungskampf. Anschliessend wurde klar: Die SRF-Mitarbeiter verbreiteten im Chor Fake News.»

Laut Kommunikationsexperte Roger Huber zeigt der Umstand, dass sich SRG-Mitarbeiter zur Verbreitung von Falschmeldungen hinreissen lassen, wie gross die Panik am Leutschenbach ist. Aus Kommunikationssicht sei dies verheerend: «Kommt es zu weiteren solchen Kollateralschäden, wird es an der Urne sehr knapp werden.»

PR-Profi Roland Binz ergänzt: «Im Eifer des Gefechts entstehen häufig Kurzschlussreaktionen, die im digitalen Medienzeitalter in Sekundenschnelle Aufsehen erregen. In diesem Fall leistet der Fauxpas den Gegnern einen Bärendienst und giesst ungewollt Wasser auf die Mühlen der No-Billag-Befürworter.»

Rächt sich die Kommunikationsstrategie an der Urne?

Natürlich sei es verständlich, dass Mitarbeiter, die um ihre Stelle fürchten, sich im Abstimmungskampf engagieren, sagt Experte Huber. «Die SRG und ihre Mitarbeiter scheinen aber die Nähe zu ihren Kunden verloren zu haben. Diese Arroganz könnte sich noch rächen.» Einer privaten Firma hätte Huber geraten, in einer solchen Situation den Mitarbeitern einen Maulkorb zu verpassen.

«Als öffentlich-rechtliche Anstalt kann dies die SRG natürlich nicht», so Huber. Aus seiner Sicht müsste die SRG nicht nur immer auf Kritik reagieren, sondern auch aktiv kommunizieren, welches Programm die Gebührenzahler für ihr Geld erhalten. «Das hat die SRG bisher verschlafen.»

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Knaller am 17.11.2017 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Jenseits

    Das Aufführen der SRG, deren Mitarbeiter und der Medien grenzt effektiv an Arroganz und ist kontraproduktiv!! Als NICHT-sp-Mitglied kann ich diesen Sender nicht (mehr) unterstüzen! Ich stehe nicht auf Sozialromantisch-philosophische Diskussionen und Berichte!

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  • Elias Truttmann am 17.11.2017 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre kein Problem gewesen

    Natürlich hätte die SRG den Mitarbeitern einen "Maulkorb" verpassen können. Sie hatten ja quasi schon einen, bezw. waren zur Zurückhaltung aufgefordert. Aber genau das hat man im völlig falschen Moment gelockert! Und nun lacht sich das halbe Land schlapp ab dem Gegacker im Hühnerstall Leutschenbach. Ich wünsche mir in Zukunft jedes Jahr einen NoBillag-Fuchs, der um diesen Stall rumschleicht.

  • Peppi am 17.11.2017 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wan stimmen wir schon wieder darüber ab?

    Im März 2018 und es wird jetzt schon soviel darüber berichtet, man könnte meinen die Abstimmung ist nächstes Wochenende...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt am 18.11.2017 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich freue mich egal wies kommt

    Ich bin für No Bilag, sofern die SRG frei in der Gestaltung der Einnahmen ist... 15 Minuten Film 10 Minuten Werbung. So wie es der freie Markt eben will!!!

  • Best am 18.11.2017 23:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wird cool!!

    Ich freue mich jetzt schon auf die Gesichert der Zuschauer wenn nach der Tagesschau... "jetzt das Pro 7 Wetter für die Schweiz" eingeblendet wird. Und statt 10 vor 10 , SAT 1 News laufen und der Freitag Abend die Arena von 3+ produziert wird! :-))) sparen hat immer zwei Seiten.

  • Fernand am 18.11.2017 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ja ich will

    Schade dass die Umstimmungscouverts noch nicht verschickt wurden, denn dann könnte man jetzt schon ein grosses JA hinschreiben und wieder retournieren und sich weitere Storys ersparen.

  • Künzle fritz am 18.11.2017 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Bern langsam unzumutbar

    Nur deshalb weil der Bundesrat das Volk permanent umgeht muss die No Billag angenommen werden, jede kommende Abstimmung soll der Regierung in Bern eins auswischen.

  • Agent am 18.11.2017 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    TV-Stars und ihre Löhne

    Wenn wir wüssten, was die TV-"Stars" insgesamt verdienen, also Lohn + Reisespesen + Mahlzeitenspesen + Vergünstigungen + Bekleidung + .... es würde uns schwindlig.

    • Zuseher am 18.11.2017 17:30 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte Löffel abgeben

      Und ich habe es leid, stundenlang einem Kochen zuzusehen, schlimmer kann es nicht mehr kommen, als den Zusehern Kochen und "Fressen" zuzumuten. Tiefstes Niveau, und was den Artikel betrifft? Diese Herumreiserei kostet Summen, wer bezahlt die Tausender an primitiven Wettspielen, einer prahlt am Samstag mit einer Million im Koffer. Äschi gut und recht, aber er soll endlich Platz machen, ist an der Zeit, in Pension zu gehen. Mag den Basler nicht mehr sehen! Wie ich stimmen werde? Klar, auch ohne Kommentar!

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