Antifeministen vs. Juden

29. Oktober 2012 23:08; Akt: 30.10.2012 07:21 Print

«Das koschere Fleisch bliebe im Hals stecken»

von S. Marty - Der Schweizerisch Israelitische Gemeindebund beschwert sich beim Antifeministen René Kuhn, weil dieser einen Antisemiten an ein Treffen eingeladen hat. Kuhn antwortet mit Beschimpfungen.

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«Ihnen würde ihr koscheres Fleisch im Hals stecken bleiben.» (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Dass die Antifeministen ausgerechnet den österreichischen Antisemiten Karlheinz Klement (siehe Box) als Gegner des «Genderwahnsinn» an ihren Kongress eingeladen haben, hat Juden in der Schweiz erzürnt. Der Schweizerisch Israelitische Gemeindebund SIG hat daraufhin die Veranstalter gebeten Klement wieder auszuladen – worauf der SIG heftigst beleidigt wurde.

In einer E-Mail schrieb der Gründer der Interessengemeinschaft Antifeminismus IGAF René Kuhn an den SIG-Informationsbeauftragter Patrick Studer: «Wenn Sie wüssten, wie viele Leute nur wegen Herr Klement an unserem Treffen teilnehmen, so würde Ihnen Ihr koscheres Fleisch im Hals stecken bleiben.» IGAF-Präsident Urs Bleiker doppelte nach, indem er den SIG aufrief, vor der eigenen Haustüre zu kehren und die Knabenbeschneidung zu unterlassen. «Ich staune über solche Äusserungen. Offensichtlich scheinen Herr Kuhn und Herr Bleiker nicht nur mit Feministinnen, sondern auch mit Juden ein Problem zu haben», sagt Studer. Auch bei der Plattform der Liberalen Juden der Schweiz zeigte man sich «zutiefst betroffen.»

Martine Brunschwig-Graf, Präsidentin der Anti-Rassismuskommission ergänzt: «Diese E-Mail enthält antisemitisches Gedankengut und ich persönlich schätze den Inhalt als sehr problematisch ein.» René Kuhn aber hält dagegen. Im Gespräch bestreitet er ein Problem mit Juden zu haben. Die E-Mail habe er in der Hitze des Gefechts geschrieben, da ihn Studers Einmischung wütend machte. Antisemit Klement wird dennoch nicht am Kongress teilnehmen. Er habe laut Kuhn aus beruflichen Gründen abgesagt.