Gletscher-Abbruch im Wallis

10. September 2017 09:28; Akt: 10.09.2017 12:53 Print

«Das schlimmste Szenario ist nicht eingetreten»

Zwei Drittel der gefährdeten Gletschermasse in Saas-Grund sind abgebrochen, die Bewohner dürfen zurück. Die Behörden informieren.

Die Behörden informierten auf der Pressekonferenz über die neusten Entwicklungen. (Video: Tamedia/20 Minuten)
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Am Triftgletscher oberhalb von Saas-Grund VS ist am Sonntagmorgen der grösste Teil der instabilen Gletscherzunge abgebrochen. Schäden gab es dabei nicht. Die Evakuierung von rund 220 Gemeindebewohnern wurde aufgehoben. Auch die Kantonsstrasse wurde wieder geöffnet.
Die Evakuierten konnten wieder in den Weiler «Unter dem Berg» zurückkehren, wie der Regionale Führungsstab Saas am Sonntagmorgen mitteilte. Die Menschen hatten ihre Wohnungen bis am Samstagabend 18 Uhr planmässig verlassen.

Gletscherabbruch droht – Teile von Saas-Grund VS vor Evakuierung

Der Triftgletscher wurde laufend überwacht. Seit Samstagmorgen stieg seine Fliessgeschwindigkeit ständig an. Hatte sie am Morgen noch 120 bis 130 Zentimeter pro 24 Stunden betragen, stieg sie bis 16 Uhr auf zwei Meter an. In der Nacht auf Sonntag wurden sogar vier bis fünf Meter gemessen.

Wandergebiet bleibt geschlossen

Deshalb brach in den früheren Morgenstunden ein grösseres Stück der Gletscherzunge ab. Das Abbruchmaterial landete auf dem darunterliegenden Gletscher und gelangte nicht in tiefer gelegene Gebiete der Gefahrenzone.

Nun ist noch etwa ein Drittel der instabilen Gletscherzone oben. Dieser wird laufend überwacht. Rund 70 Rettungskräfte standen im Einsatz. Die Gebietssperre unterhalb des Triftgletschers gilt weiterhin. Auch die Hohensaas-Bergbahnen und das Wandergebiet bleiben geschlossen, bis der Führungsstab vollständige Entwarnung gibt.

(jen/ehs/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Präzision am 10.09.2017 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist schon ein Unterschied....

    ....ob 2/3 der abbruchgefährdeten Teils oder 2/3 der Gletschermasse abgebrochen ist oder?

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  • Ursus am 10.09.2017 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Genug ist genug

    Hört mal endlich auf, immer dem Klimawandel die Schuld zu geben. Gletscherabbrüche gab es schon immer und wird es solange es noch Gletscher gibt, immer geben. Daran ändert das Klima nichts. Fragwürdig ist eher die Freigabe von Baulend in den gefährdeten Gebieten

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  • carmen diaz am 10.09.2017 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    die hintergründe...

    ...zu einem gletscherabbruch? hä? naja der hintergrund ist das wandern von gletschern seit milliarden von jahren und das daraus resultierende abbrechen an kanten aufgrund physikalischer gesetze bei überhängen und wasser im aggregatszustand "gefroren"...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bartli am 10.09.2017 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Erleichtert

    Ich freue mich für die Bewohner, sei Dank.

  • Eva am 10.09.2017 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Gletscher...

    Mal eine gute Nachricht!... sind wir froh für alle Bewohner..! Haben keine Schaden und können zurück... Hoffen wir, dass der Rest des Gletschers keine Probleme macht..! Wünsche alle Bewohner viel Glück..!

  • Pit am 10.09.2017 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Erfahrung und Technik

    Sind wir doch einfach froh, ist nicht mehr passiert. Mit Vorhersagen ist das immer so eine Sache. Zum Glück gibt es Menschen die sich mit den Naturgefahren auseinandersetzen und versuchen, mit Technik und Erfahrung die Bevölkerung vor einer Katastrophe zu schützen....

  • ChriguBE am 10.09.2017 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    BRAVO

    BRAVO an alle Offiziellen, Beteiligten und die Helfer!! Super & Erleichterung!!

  • giorgio1954 am 10.09.2017 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrsager

    Das schlimmste (vorhergesagte) Szenario ist also Gott sei Dank nicht eingetreten. Kann mich allerdings an überhaupt kein Katastrophen Szenario erinnern, was irgend einer richtig voraussagte. Wahrscheinlich liegt darin sogar ein Teil von Katastrophen, dass sie eben nicht vorhersehbar sind.

    • Herr Meier am 10.09.2017 10:48 Report Diesen Beitrag melden

      @giorgio1954

      Also zum Beislpiel können wir verfolgen, dass der Hurrikan Irma genau den Pfad einschlägt, der vorhergesagt wurde, und mit vorhergesagter Wucht Zerstörungen verursacht. Keine Ahnung, wie Sie darauf kommen, dass noch nie eine Katastrophe richtig vorhergesagt wurde.

    • Levi am 10.09.2017 13:55 Report Diesen Beitrag melden

      @Giorgio

      Vorhergesagt wurde doch, dass es einen Abbruch geben wird. Und dieser ist prompt eingetreten, zudem die Bewohner genau zum richtigen Zeitpunkt evakuiert. Betrachten Sie doch diese Fakten, und Sie werden staunen!

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