Verärgerter Pelli

27. Juni 2011 09:47; Akt: 27.06.2011 11:04 Print

«Der CVP geht es immer nur um Machtpolitik»

FDP-Präsident Fulvio Pelli teilt aus: Der CVP gehe es nur darum, mit der BDP den zweiten Bundesratssitz zurückzuerobern. Mit der Partei könne man im Parlament nicht zusammenarbeiten.

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Neben der CVP äusserte sich FDP-Präsident Fulvio Pelli auch irritiert über die BDP. (Bild: Keystone)

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Aus Sicht von FDP-Präsident Fulvio Pelli können CVP, BDP und FDP im Parlament nicht systematisch zusammenarbeiten. Der CVP gehe es «immer nur um Machtpolitik», sagte er in einem Zeitungsinterview. «Via Heirat» mit der BDP wolle die CVP einen zweiten Bundesratssitz.

Im am Montag erschienenen Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» schlug Pelli scharfe Töne an: Die CVP versuche, die BDP nach links zu bewegen. Doch die BDP stehe der FDP viel näher. Beide Parteien hätten in mehreren Kantonen Listenverbindungen geknüpft, die auf inhaltlicher Übereinstimmung basierten.

«Aber es gibt natürlich auch die Liebeserklärung der CVP an die BDP», stellte Pelli fest. «Die Christlichdemokraten haben Heiratspläne.» Mit der Vermählung wollten sie den vor acht Jahren verlorenen zweiten Sitz im Bundesrat zurückholen. Für solche Übungen sei die FDP nicht zu haben.

Irritiert über die BDP

Kritik äusserte Pelli auch an der BDP. Es irritiere ihn, dass sie derart nach links schiele, nur um die Wiederwahl von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf zu sichern. Seit der Abwahl von SVP- Bundesrat Christoph Blocher sei eine Mitte-Links-Allianz spürbar. Die CVP versuche jetzt, die BDP nach links zu bewegen.

Vor einem Jahr hatte FDP-Parteipräsident Fulvio Pelli Gespräche mit der CVP und der BDP geführt und für eine bürgerliche Allianz der Mitte plädiert. Es gehe um Kooperation bei Sachthemen und darum, die vier Bundesräte der drei Parteien zu stärken.

Ein Teil der CVP wolle diese Kooperation aber nicht, sagte Pelli im Interview. Die Rivalität zwischen CVP-Präsident Christophe Darbellay und CVP-Fraktionschef Urs Schwaller habe verstärkte Absprachen von FDP und CVP gebremst.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • U.F. am 27.06.2011 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Falsch Herr Pelli

    Stimmen erhält, wer eine verlässliche und glaubwürdige Politik mit klaren Perspektiven betreibt und das mit Profil. Das kann man angesichts der Geschehnisse während der Finanzplatzkrise, dem UBS-Debakel, dem Trauerspiel um die Abzockerdebatte und dem Hin und Her bei der Energiepolitik, mehrmals bedeutenden Abweichungen von Budgetschätzungen und Grundlagen zur Unternehmenssteuerreform des zuständigen FDP-Bundesrats in der Rückschau und auf die noch laufende Legislatur beim besten Willen nicht behaupten. Wähler gewinnt man so garantiert nicht.

  • Marlene Droux am 27.06.2011 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld.

    Die FDP würde besser mal endlich wieder mit der SVP zusammenspannen und nicht immer der SVP in den Rücken fallen. Aber die FDP ist halt nicht mehr die Partei von früher. Früher war ich FDP Wählerin, heute absolut nicht mehr.

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  • Emil Gascht am 27.06.2011 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Die FDP ist ja so viel besser

    Einmal mehr muss sich die Windfahnenpartei FDP medial in Szene setzen, dabei ist sie ja selbst keine Spur besser als die CVP mit ihrem Medienpolterer Darbellay.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Silver am 27.06.2011 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Bald keinen Sitz mehr - FDP und CVP

    Herr Pelli - machen Sie sich keine Sorgen. In spätestens 4 Jahren haben weder Sie noch die CVP anrecht auf einen Bundesratssitz. Wenn die beiden Parteien so weiter machen fängt das Desaster schon diesen Herbst an. Es wäre an der Zeit es mal mit konstruktiver, gradliniger und b evölkerungsvertretender Politik zu versuchen. Sonst werden die FDP und die CVP ganz bös abgemahnt. Es ist schon traurig, was aus der einst stolzen und staatstragenden FDP wurde, welche einst 5-7 Bundesräte stellte (aufs Mal).

  • emmeli am 27.06.2011 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Volkswahl

    Es wird Zeit, dass der BR vom Volk gewählt wird. Dann hört es endlich auf mit den Machtspielen der Parteien. Es kann doch nicht sein, dass das Parlament vorschreibt welcher BR genehm ist oder nicht(Allein die Partei bestimmt wen Sie als BR stellen möchten.)

    • Reto B. am 27.06.2011 15:39 Report Diesen Beitrag melden

      Echt jetzt!

      Also Parlament wählt die Bundesräte = schlecht. Partei schreibt vor, wer Bundesrat werden muss = gut. DAS ist ernsthaft ihre Aussage?

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  • Marlene Droux am 27.06.2011 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld.

    Die FDP würde besser mal endlich wieder mit der SVP zusammenspannen und nicht immer der SVP in den Rücken fallen. Aber die FDP ist halt nicht mehr die Partei von früher. Früher war ich FDP Wählerin, heute absolut nicht mehr.

    • Reto B. am 27.06.2011 15:40 Report Diesen Beitrag melden

      Liebe Marlene

      Sie waren nie was anderes als SVP Wählerin.

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  • Peter H. am 27.06.2011 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Falsch verstandene Konkordanz

    Machen wir uns nichts vor, die FDP vertritt mit ihrer Politik gerade mal 10 Prozent der Schweizer-Bevölkerung. Die Zeiten, in denen mit Propaganda und Taktieren über die eigene Kern-Politik hinaus Stimmen geholt werden können sind vorbei. National-Rechte gehen an die SVP, die keine bessere Politik macht. Im Gegenteil! Bleibt für aufgeschlossene und kritische Stimmbürger, denen das Wohlergehen der Schweiz und eine konstruktive Politik mit Perspektiven für das ganze Land tatsächlich am Herzen liegen die neue Mitte aus GDP, BDP, CVP und EVP.

    • Reto B. am 27.06.2011 15:42 Report Diesen Beitrag melden

      Punkt

      Richtig, dem gilt es nichts weiter hinzuzufügen... ausser vielleicht, was ist der FDP ihre Atommeinung? Ah ja, keine...

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  • Vreni Müller am 27.06.2011 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht nicht um das Land....

    es geht nur um Bundesrats-Sitze! Bitte stimmen sie der Initiative zur Bundesrat-Volkswahl zu. Dann kann sich das Parlamnt wieder auf wichtigere Sachen fokusieren.