Darbellay schiesst zurück

27. Juni 2011 18:37; Akt: 28.06.2011 09:31 Print

«Der FDP gehen offenbar die Themen aus»

von Lukas Mäder - FDP-Chef Pellis Kritik an der CVP seien billige Sprüche ohne Inhalt, sagt CVP-Präsident Darbellay im Interview. Die FDP fürchte offenbar, ihren zweiten Bundesratssitz zu verlieren.

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«Billige Sprüche ohne Inhalt»: CVP-Präsident Christophe Darbellay wehrt sich gegen Kritik von Seiten der FDP. (Bild: Keystone)

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FDP-Präsident Fulvio Pelli kritisiert in der NZZ, die CVP betreibe Machtpolitik und habe die Abwahl von Bundesrätin Ruth Metzler noch nicht verkraftet. Was sagen Sie dazu?
Ich verstehe Pellis Nervosität nicht. Er macht alles, um sich von der Mitte zu verabschieden und sich der SVP anzunähern. Das ist kontraproduktiv und schadet dem Erfolgsmodell Schweiz. Denn FDP und CVP sind die staatstragenden Kräfte und politisch in 85 Prozent der Fälle gleicher Meinung. Deshalb habe ich kein Interesse an einem Krieg mit der FDP und reagiere gelassen auf Pellis Attacke.

Sie haben sich mit dem Verlust ihres zweiten Bundesratssitzes abgefunden?
Die CVP hat das schon lange verkraftet. Wir haben uns gut positioniert und politisieren mit Bundesrätin Doris Leuthard konstruktiv in der Mitte. Dank der CVP gibt es den Atomausstieg. Zudem haben wir zur Familienpolitik zwei Initiativen lanciert, die den Mittelstand stärken und das Volk auch ansprechen.

Ist das ein Seitenhieb gegen die Bürokratie-Stopp-Inititiave der FDP?
Gar nicht. Ich bin damit einverstanden, dass wir die Unternehmen unbedingt von der Bürokratie befreien müssen. Aber ich glaube nicht, dass die FDP die Bevölkerung damit stark mobilisieren wird.

Sind die Vorwürfe Pellis als Teil des Wahlkampfs zu sehen?
Es ist Wahlgeplänkel. Die FDP hat Angst, ihren zweiten Bundesratssitz zu verlieren. Deshalb schiesst Fulvio Pelli gegen alle: gegen die BDP, gegen Eveline Widmer-Schlumpf und gegen die CVP. Das ist aber nicht sehr klug.

Ein Vorwurf ist, dass die CVP die BDP nach links ziehen wolle. Haben Sie Heiratspläne?
Das sind billige Sprüche ohne Inhalt. Ist eine Partei links, wenn sie für den Mittelstand oder den Atomausstieg kämpft? Sicher nicht, sonst stünden 80 Prozent der Bevölkerung links. Der FDP gehen offenbar die Themen aus. Anstatt andere Parteien anzugreifen, würde die FDP besser schauen, dass die Krankenkassenprämien nicht explodieren. Bei diesem Thema ist der eine FDP-Bundesrat echt gefordert.

Aber wie steht es um eine Annäherung zwischen BDP und CVP?
Es gibt keine Fusionsgespräche mit der BDP. Aber wir arbeiten mit allen Mitte-Parteien inhaltlich zusammen, um Lösungen zu finden.

Es gab Pläne für eine Mitte-Allianz, an der auch die FDP beteiligt gewesen wäre. Sind diese nun vom Tisch?
Die Mitte-Holding ist eine Erfindung des grünliberalen Präsidenten Martin Bäumle. Aber im parlamentarischen Alltag funktioniert die Zusammenarbeit der Mitte-Parteien - auch mit der FDP - viel besser, als Pelli sagt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hugo am 27.06.2011 22:01 Report Diesen Beitrag melden

    Lösungen

    Das Volk will von der Politik Lösungen FÜR AKTUELL ANSTEHENDE PROBLEME - einige Parteien beschäftigen sich lieber mit sich selber.

  • Peter Koller am 27.06.2011 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Trittbrettfahrer

    Herr C D will offensichtlich den Eindruck erwecken er hätte ein Konzept um Erfolg zu haben. Wenn einer das nicht hat, dann ist es C D. Er ist ein reiner Trittbrettfahrer ohne Prinzipien. Ich weise darauf hin, das C D sich vor kurzem bei unseren jüdischen Mitbürgern wegen einer unbedachten Äusserung welche er unter Erfolgsdruck und in opportunistischer Manier machte, entschuldigen musste

  • Hans mit Dampf am 28.06.2011 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    CVP, halbwegs wählbar...

    Ich hätte nie gedacht, dass es soweit kommt, aber für mich persönlich ist die CVP die einzige Partei, die noch halbwegs wählbar ist. SP, SVP, FDP gehts nur noch um die Ideologie und ums Recht haben, das Volk bleibt auf der Strecke.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans mit Dampf am 28.06.2011 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    CVP, halbwegs wählbar...

    Ich hätte nie gedacht, dass es soweit kommt, aber für mich persönlich ist die CVP die einzige Partei, die noch halbwegs wählbar ist. SP, SVP, FDP gehts nur noch um die Ideologie und ums Recht haben, das Volk bleibt auf der Strecke.

  • Hoff Entlich am 28.06.2011 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Was heisst hier: "fürchtet" ...?

    Im Herbst geht die FDP mit 1, die CVP max. 1, die SP wenn's hoch kommt 2, und die SVP mit 3 Ansprüchen auf Bundesrats-Sitze aus dem Rennen. Wetten ....

    • Reto B. am 28.06.2011 16:57 Report Diesen Beitrag melden

      Genau...

      Deshalb gehe ich davon aus, dass die CVP Bundesrätin Doris Leuthard im Amt bleibt. Für die FDP wirds nicht reichen. EWS bleibt im Amt, wenn sie ennet der Parteigrenzen fischen kann bei GLP, FDP und CVP. Ich sehe 1 CVP, 1 FDP, 1 BDP und je 2 SP und SVP Sitze als wahrscheinlichstes Szenario, evt erbt SVP noch den BDP Sitz.

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  • Paula Probst am 28.06.2011 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Für was steht die CVP? Intriegen!

    Für was; ausser billigen hinterhältigen Intrigen, steht die CVP noch? Ausser vielleicht wie die Konkordanz nach ihrem Gusto ausgelegt werden kann! Für mich als langjährige CVP wählerin und ehem. Mitglied, ist die CVP seit 2007 nicht mehr wählbar. Als alternative habe ich nur noch die FDP als bürgerliche Mittepartei. Aus dieser bürgerlichen Mitte hat sich die CVP sowieso schon seit längerem, nach links, verabschiedet. Wer das nicht glaubt, kann die Abstimmungsresulte in Stände- u. Nationalrat einsehen.

    • Franz Kummer am 28.06.2011 15:43 Report Diesen Beitrag melden

      Immer diese Behauptungen

      Bitte konkrete Beispiele für Intrigen...alles andere sind Behauptungen...vor allem von einer Person, welche die Parteifarben wechselt...geht es überall so? Und die FDP ist dann "filzlos"?

    • Reto B. am 28.06.2011 16:58 Report Diesen Beitrag melden

      Was passierte denn 2007?

      Wieso denn 2007?

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  • Roland Meier am 28.06.2011 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    FDP ist besser als CVP

    Ausgerechnet die CVP spricht von Themen und Inhalten. Wenn es eine Partei gibt die KEINE eigenen Inhalte hat, dann ist dies die CVP. Ich wählte früher ausschliesslich CVP. Heute aber ist mir dies unmöglich. Die CVP driftet immer mehr weiter nach links und ist mittlerweile parktisch bei der SP. Zweitens will ich eine Partei wählen die heute und morgen das gleiche sagt wie übermorgen. Und das finde ich bei der CVP überhaupt nicht mehr. Sagt eine(r) etwas, sagen am gleichen Tag andere völlig was anderes und morgen sagen alle wieder etwas ganz anderes. Hauptsache es ist opportun und links!

    • Reto B. am 28.06.2011 17:01 Report Diesen Beitrag melden

      CVP wählen!

      Wer weiss denn nicht, was sie im Atomstreit machen sollen? Wer höselet hinter einer anderen Partei her? Und wer muss gegen alle schiessen, weil sie sich nicht mit eigenen Themen profilieren können? CVP ist die einzige bürgerliche Partei mit Augenmass. Die paar historischen Abweichler werden in Bälde Rentner sein. Auch wenn sie uns 2011 wohl wieder die Wahl vermiesen.

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  • Peter Bühlmann am 28.06.2011 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Selbst der grösste Sprücheklopfer

    Herr Darbellay ist selber der grösste Sprücheklopfer in Bern. Mit eigenen Leistungen ist er mir bis heute aber nicht aufgefallen. Dank ihm geht es mit der CVP noch weiter den Bach runter, und das ist gut so.

    • Reto B am 28.06.2011 17:02 Report Diesen Beitrag melden

      Alle Parteipräsidenten sind das

      Die müssen doch Sprücheklopfer sein. Das ist wohl im Jobbeschrieb. Nur so kommen sie in der Zeitung

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