Absturz in Muhen AG

20. September 2015 17:15; Akt: 22.09.2015 11:18 Print

«Der Pilot brannte, als wir ihn aus dem Wrack zogen»

von Qendresa Llugiqi - Zeqir Rexhaj (49) und Reto Denoth (40) waren die ersten Helfer an der Absturzstelle in Muhen AG. Sie befreiten den Piloten aus dem brennenden Flugzeug-Wrack.

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Bei der Aargauer Gemeinde Muhen im Suhrental ist am Sonntag kurz nach 12 Uhr ein Kleinflugzeug abgestürzt. Während dem Absturz krachte das Kleinflugzeug in ein Auto. Sowohl der Pilot als auch die Fahrzeuglenkerin wurden verletzt.

Ohne Zeqir Rexhaj (49) aus Wohlen AG und Reto Denoth (40) aus Kölliken AG hätte der Pilot den Absturz vermutlich nicht überlebt. Ohne zu zögern, zog der Kosovare und der Schweizer den Piloten in letzter Sekunde aus dem brennenden Wrack.

Flugzeug krachte in Auto

«Ich war auf dem Weg von der Arbeit nach Hause und fuhr von Dulliken in Richtung Kölliken», erzählt Rexhaj. Sein Autofenster sei offen gewesen. «Plötzlich sah ich auf der rechten Seite ein Flugzeug sehr tief fliegen. Es kam mir seltsam vor, weil dort in der Nähe keine Piste ist», so Rexhaj weiter. «Das Flugzeug machte seltsame Geräusche und es rauchte.»

In diesem Tiefflug sei das Flugzeug zuerst in eine Leitplanke geflogen und dann in ein Auto gekracht. Durch den Aufprall sei das Auto umgekippt und auf dem Dach zum Stehen gekommen. Das Flugzeug sei auf der Wiese noch ein Stück weiter gerutscht und habe sofort zu brennen begonnen.

Flugzeug und Pilot standen unter Flammen

«Ich hielt sofort an und rannte zum Unfallort», so Rexhaj. Er habe sich schnell entscheiden müssen, wem er zuerst helfen soll: «Da ich sah, dass das Flugzeug brannte und die Frau im Auto nicht direkt in Lebensgefahr war, entschied ich, dem Piloten zu helfen», so Rexhaj. Während er zum Flugzeug gerannt sei, hätten einige Personen die Frau im verunfallten Auto erreicht und sie versorgt.

Der Pilot hatte bereits ein Fenster geöffnet und den Kopf herausgestreckt. «Er konnte aber nicht von alleine heraus», so Rexhaj. Nicht nur das Flugzeug, auch der Pilot habe bereits angefangen zu brennen. «Ich habe einfach reagiert; ihn am Kopf gepackt und aus dem Flugzeug gezogen.»

Augenbrauen und Beine brannten

In diese Moment eilte der Schweizer Reto Denoth (40) herbei: «Er half mir den Mann weiter weg zu ziehen», so Rexhaj. Sie hätten den Piloten gefragt, ob sonst noch jemand im Flugzeug sei: «Zuerst reagierte er nicht, doch dann schaute er mir direkt in die Augen und sagte nein, ich bin alleine, ich bin alleine», so Rexhaj. Auch habe der Pilot immer wieder gesagt, dass man ihn weiter weg ziehen sollte, weil das Flugzeug explodieren könnte.

«Als wir ihn abgelegt haben, holte Zeqir eine Decke aus dem verunfallten Auto und wir löschten seine brennenden Beine und Oberkörper», so Denoth. «Ohne diese Decke wäre es für den Piloten nicht so gut ausgegangen.» Das Feuer habe sich bereits durch die Kleidung gefressen und die Haut erreicht.

«Wünsche ihm ein langes Leben»

Dann habe sie auch eine Frau erreicht: «Sie sagte, sie sei Krankenschwester», so Rexhaj. «Als ich sah, das ich nicht mehr weiterhelfen konnte, bin ich gegangen. Schliesslich bin ich kein Mediziner sondern Gleisbauer.»

Doch: «Ich bin sehr glücklich, dass wir ihm helfen konnten. Das Schicksal hat es gut mit ihm gemeint», so Rexhaj, der beim Gespräch mit 20 Minuten immer noch unter Strom steht. Er hoffe, dass er den Piloten in den nächsten Tagen im Spital besuchen könne. Und bereits jetzt wünsche er ihm alles Gute: «Ich hoffe, dass er nach diesem Vorfall noch ein langes, glückliches Leben haben wird.» Denoth schliesst sich Rexhaj an: «Einen Menschen so zu sehen, hat mich geschockt. Es belastet einen. Doch zu wissen, dass wir ein Menschenleben gerettet haben, macht glücklich.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WhySoSerious am 20.09.2015 17:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zivilcourage

    Bravo dem Ersthelfer... sowas ist in unserem Land nicht selbstverständlich!

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  • A.Z am 20.09.2015 17:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Gefährlicher und mutiger Einsatz!

  • K.F. am 20.09.2015 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Merkt euch war kein Schweizer ;)

    Respekt auf jedenfall!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lüku am 21.09.2015 08:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Svp oder nicht

    Ich bin Svp anhänger aber trotzdem habe ich grossen Respekt vor denn Helfer ob sie nun Schweizer sind oder nicht die Hauptsache ist das sie geholfen haben und Selbstlos ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Ich hoffe die Opfer werden bald gesund und können ihr Leben ohne folgen weiter geniessen.

    • ANIKA am 21.09.2015 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lüku

      Lüko und ich als Schwedin bin meeegggaaa stolz auf Dich dass doch SVP mit Herz gibt

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  • Natali Breitmoser am 21.09.2015 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hatte ihn -gerettet -?

    Ja diese Zivilcourage, ist in diesem Land nicht selbstverstndlich. Es war ja auch kein Schweizer der geholfen hat. Die würden schauen oder fragen : Bruchat sie Hilfe? ich hätte da ein billiges Rettungs Angebot für sie. ja die Schweizer wollen verdienen!!!

  • Krummenacher am 21.09.2015 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Herr Rexhaj hat als Mensch und nicht als Kosovare geholfen. Ein toller Mensch! Ich bin stolz auf sie!

    • Markus Liechti am 21.09.2015 08:37 Report Diesen Beitrag melden

      Danke

      Er hat auch als Kosovare und vor allen als Kosovare geholfen. Das sind stoltze und Hilfsbereite tolle Menschen. Ünd vor -allem - sie handeln und helfen -!

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  • LeNaLu am 21.09.2015 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ritter der Strasse!

    Zeqir Rexhaj, Reto Denoth und dem Rentner sage ich vielen, vielen Dank für diese Hilfe! Ihr habt meine vollste Bewunderung! Den Verletzten wünsche ich eine baldige und ganz gute Besserung!

  • Andrea Mordasini, Bern am 21.09.2015 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Dank den Helfern!

    Es geht hier weder um Politik noch um Aus- und Inländer, sondern un Menschlichkeit, Zivolcourage und Hilfsbereitschaft. Das ist das Wichtigste, das einzige, was zählt! Ein grosses Merci den beiden Rettern, die den Piloten aus dem brennenden Flugzeug retteten und dem Rentner, der die Autolenkerin befreite. Ihnen allen und den nachfolgenden Helfern gebührt grösster Respekt! Den beiden Opfern wünsche ich vollständige Genesung und allen Betroffenen und Betriligten gute Verarbeitung des Erlebten, ein langes, glückliches Leben und alles Gute!