Ausweisentzug für immer

29. März 2019 11:37; Akt: 29.03.2019 11:41 Print

«Die Öffentlichkeit muss geschützt werden»

Larissa Caviezel starb, nachdem sie von einem Wiederholungstäter angefahren worden war. Ihr Vater spricht von einem Behördenversagen.

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Am 18. Januar 2017 wurde die damals 26-jährige Larissa Caviezel vom heute 40-jährigen P. F.* auf ihrem Roller angefahren. Sie erlag ihren schweren Verletzungen. Brisant: Seit 1997 verursachte der Italiener drei Verkehrsunfälle und einen Beinahe-Unfall, für die er verurteilt wurde. Bei einem der Unfälle verstarb eine Person, mehrere Personen wurden verletzt. Viermal wurde ihm der Ausweis entzogen. ¨

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Soll notorischen Verkehrssündern, die schwere Vergehen begingen, der Fahrausweis für immer abgenommen werden?

Doch wie konnte es so weit kommen? Wieso musste Larissa sterben? Heinz Caviezel, Larissas Vater, spricht von einem Behördenversagen: «Der Unfall hätte verhindert werden können, wäre ihm der Fahrausweis nicht wieder ausgehändigt worden.» Nun hoffe er, dass der Wiederholungstäter hart bestraft werde. Ein Fahrzeug in seinen Händen sei eine Waffe.

«Die Öffentlichkeit muss vor unbelehrbaren Autolenkern geschützt werden»

Ähnlich sieht es Stefan Krähenbühl von Roadcross Schweiz. «Bei charakterlicher Nichteignung ist ein Sicherungsentzug möglich. Häufen sich schwere Widerhandlungen, muss irgendwann Schluss sein», sagt er. Zeige die Person keine Einsicht und sei sie ein Risiko auf der Strasse – wie im aktuellen Fall –, sei ein Entzug auf unbestimmte Zeit mehr als gerechtfertigt. «Schliesslich muss die Öffentlichkeit vor unbelehrbaren, gefährlichen Autolenkern geschützt werden», so Krähenbühl.

Bei Wiederholungstätern greife das Kaskadensystem. Dieses bewirke eine Verschärfung der Mindestentzugsdauer bis hin zum Sicherungsentzug auf unbestimmte Dauer, beispielsweise wenn innert einer bestimmten Zeitspanne mehrere schwere Verkehrsregelverletzungen begangen worden seien.

Eine zweite Chance

SVP-Nationalrat und Rechtsanwalt Manfred Bühler findet, dass man bei Verkehrsdelikten von Fall zu Fall entscheiden müsse. «Bei einer einmaligen Tat sollte der Fahrer eine zweite Chance bekommen – auch wenn er beispielsweise unter Alkoholeinfluss gestanden hat», sagt er.

Wiederholungstäter müssten aber entsprechend bestraft werden: «Baut jemand immer wieder Unfälle wegen Alkoholeinfluss und ist unverbesserlich, kann ein definitiver Ausweisentzug Thema werden.» Das Gesetze müsse aber nicht noch strenger werden; es sei schon streng genug.

*Name der Redaktion bekannt

(maz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Danielo am 29.03.2019 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Urteil: Mord oder Fahrlässigkeit?

    Das ist mord, oder nicht?

    einklappen einklappen
  • L. Sanchez am 29.03.2019 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich Behördenversagen

    Dem Vater kann man nur Recht geben. Verkehrsdelikte werden noch immer zu wenig hart bestraft. Jeder der hinter einem Lenker sitzt ist erwachsen und sollte genau wissen, was er tut. Somit ist es unverzeihbar wenn so etwas passiert.

    einklappen einklappen
  • Anna B. am 29.03.2019 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ab in den...

    Knast mit dem, der wird's nicht mehr lernen und er scheint auch überhaupt kein Schuldbewusstsein zu haben...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Oma am 29.03.2019 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausweisentzug

    Wie viele fahren trotz Ausweisentzug gleichwohl auch Ihnen FA. Steckt diese Wiederholungstäter für mehrere Jahre ins Gefängnis. Nur so kann man das Volk schützen. Schliesslich leiden die Hinterbliebenen ein Leben lang.

  • Juckreiz am 29.03.2019 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auslaufmodel Führerschein

    Warten wir noch ein zwei Jahrzehnte, dann dürfen wir das Fahrzeug eh nicht mehr selbst lenken. Dann wird man von seinem Autonomomobil gefahren. Optimaler Verkehrsfluss, kein stockender Verkehr mehr, keine menschlich verursachte Unfälle und jeder kann auch voll wie eine Haubitze mit seinem eigenen Gefährt nach Hause gelangen.

  • Pardo am 29.03.2019 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Richter in den Knast!

    Mit oder ohne Führerausweis zu fahren spielt in der CH eh keine Rolle. Oder wann wurden sie das letztemal kontrolliert? Viel wichtiger wäre es die Richter in die Pflicht zu nehmen, wenn beim Täter schon viele Vorstrafen vorliegen.

  • Misu am 29.03.2019 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Lebenslänglich!

    Für solch skrupellose Mörder, wird in Deutschland inzwischen lebenslängliche Haft ausgesprochen. Ich hoffe die Schweiz folgt dem Beispiel des grossen Bruders ( in dieser Hinsicht) Und dass man hier über lebenslänglichen Ausweisentzug überhaupt noch diskutieren muss, grenzt ja an fast an Idiotismus?

  • Bpp23 am 29.03.2019 15:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohne Worte

    Irgendwann werden so von der kuscheljustiz gefällte Urteile der SELBSTJUSTIZ Vorschub leisten. Einfach unglaublich Für mich ist das eigentlich MORD