Initianten haben 325’000 Fr

01. Februar 2019 16:36; Akt: 04.02.2019 08:16 Print

«Die Baulobby sponsert die Gegner der Initiative»

Die Initianten der Zersiedelungsinitiative legen ihre Kampagnenspenden offen. Sie fordern die Gegner auf, es ihnen gleichzutun. Ohne Erfolg.

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Die Jungen Grünen reagieren mit einer Transparenz-Offensive auf die sinkenden Umfragewerte: Sie legen die Höhe und die Herkunft ihres Kampagnenbudgets offen. 325’000 Franken hatten die Initianten demnach für ihre Kampagne zur Verfügung.

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Soll die Finanzierung von politischen Kampagnen transparent sein?

Gemäss Co-Präsident Luzian Franzini hat man 190’000 Franken aus 1400 Einzelspenden gesammelt – alle hätten 10’000 Franken nicht überschritten. Grüne und Junge Grüne hätten je 50’000 Franken beigesteuert. Die restlichen 35’000 Franken würden von Allianzpartnern kommen. Beispielsweise habe die Umweltorganisation Pro Natura 20’000 Franken gespendet.

«David gegen Goliath»

«Die Initiative war von Anfang an ein Kampf ‹David gegen Goliath›», sagt Luzian Franzini vom Initiativkomitee. «Wir schätzen, dass unsere Gegner ungefähr 1,3 Millionen Franken in die Gegenkampagne gesteckt haben.» Man sei der Ansicht, dass die Öffentlichkeit ein Recht auf volle Transparenz im Abstimmungskampf habe. Partikularinteressen hinter den Kampagnen müssten bekannt sein. «Geld ist ein Faktor, der den Ausgang einer Abstimmung beeinflussen kann.»

«Wir sind davon überzeugt, dass die Baulobby die Gegner der Initiative gesponsert und grosse Geldsummen in den Abstimmungskampf investiert hat.» Deshalb fordern die Initianten das Gegenkomitee auf, Höhe und Haupteinnahmequellen ihres Budgets ebenfalls offenzulegen.

«Eine Verzweiflungsaktion»

Darauf lassen sich die Gegner nicht ein. Für Corinne Aeberhard von der Leitung der Gegenkampagne «Radikale Zersiedelungsinitiative Nein» ist dies eine leidige Diskussion. «Dies ist eine reine Verzweiflungsaktion der Jungen Grünen. Am Ende geht es nicht ums Geld, sondern um Argumente. Wir konnten inhaltlich besser überzeugen als die Initianten.» Der Vorwurf, man könne Abstimmungen quasi kaufen, sei falsch.

«Es stehen keine riesigen finanziellen Walzen hinter uns. Wir sind einfach gut organisiert.» Wie viel Geld die Gegner der Zersiedelungsinitiative für den Abstimmungskampf zur Verfügung haben wollte das Gegenkomitee nicht beantworten. «An dieser Diskussion möchten wir uns nicht beteiligen», so Aeberhard.

Verbände hüllen sich in Schweigen

Auf eine Mauer des Schweigens stösst 20 Minuten auch bei der Baulobby: Weder der Hauseigentümerverband Schweiz noch der Schweizerische Baumeisterverband noch der Schweizerische Versicherungsverband machten Angaben über die Höhe der Zuwendungen. Der Schweizer Bauernverband beschloss die Nein-Parole zur Initiative, spendete jedoch kein Geld für den Abstimmungskampf.

Die Zersiedelungsinitiative kommt am 10. Februar vors Volk. Sie verlangt, dass die Gesamtfläche der Bauzonen auf dem heutigen Stand eingefroren wird. Gemäss der letzten Tamedia-Abstimmungsumfrage ist die Zustimmung zur Initiative zusammengebrochen. Nur noch 37 Prozent der Befragten wollen ein Ja in die Urne legen.

Dafür setzten die Initianten ihr Budget ein:


(eke)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fritz am 04.02.2019 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Intransparenz

    Transparenz bei der Finanzierung sucht man in der Schweizer Politik vergebens. Sie es bei Wahlkampf- oder Parteienfinanzierung. Wenigestens sind die Verwaltungsratsposten nicht geheim.

  • Stimmbürger am 04.02.2019 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Differenziertes Denken gefragt

    Ich muss mich nicht von einem Lobbyisten beeinflussen lassen, wie das offenbar bei vielen Stimmbürgern geschieht. Wer dem Einfluss/Wort "mächtiger," finanzkräftiger Interessengesellschaften Folge leistet, macht's wie die Lemminge, hat aber absolut keine eigene, durchdachte und differenzierte Meinung. Was da passiert wenn man dem lautest Brüllenden ohne Hinterfragung nach eifert, kennt man vom letzten Jahrhundert. Mein Abstimmungskuvert ist bereits abgeschickt.

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  • petitpierre am 04.02.2019 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Dabei gibt es vorig genug Raum

    um in die Höhe und in die Breite zu bauen. Wenn man erlaubt überall zwei Stockwerke höher zu bauen außer in Kernzonen und die Grenzabstände aufhebt, dann ist für die Baulobby genug Platz zum Bauen. Deswegen sollen Grünflächen auch Grünflächen bleiben!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Delea am 10.02.2019 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bauloppy sponsert die Gegner!

    Ich bin auch der Meinung, dass die Bauloppy die Abstimmung negativ beeinflusst hat.

  • arno am 05.02.2019 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wohl etwas kurz gedacht?

    Da wollen doch tatsächlich die Initianten, dass Bauzonen aus dem Berggebiet, unwirtschaftliche Flächen, als Bauland an die Städte zum "Bauzonen-Abtausch" verkauft werden. Damit wird bestes Kulturland um die Städte herum, durch Abgeltung von Geröllhalden aus den Bergen zu Bauland und kann zubetoniert werden. Guter Ansatz, total falscher Weg!

  • Demokrat am 04.02.2019 23:31 Report Diesen Beitrag melden

    Volkswille

    Ich bin dafür dass die Schweiz zubetoniert wird, die Leute wollen es ja scheinbar so.

  • Atmen am 04.02.2019 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweischneidiges Schwert

    Bei einem Ja, wird der Baugrund teurer( unbezahlbar für den Otto Normalbürger) bei einem Nein, werden die Kartoffeln teurer. Rein von der Co2 Bilanz, müsste die Initiative angenommen werden, etwas müssen wir ja unternehmen um die Erderwärmung zu stoppen. Grünflächen kühlen und Wasser kann versickern( Grundwasserspeicher) Beton und Asphalt erhitzt sich und Regenwasser fliesst ungenutzt via Meteorleitungen den Bach runter. Das ist für mich der wichtigste Grund für Annahme der Initiative.

    • Heinz Maier am 04.02.2019 15:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Atmen

      wir müssen nicht etwas unternehmen, sondern das richtige. und beim richtigen versteht halt jeder etwas anderes

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  • Tobias A am 04.02.2019 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Unabhängiges nein

    Ich habe nein gestummen nicht wegen der Bauloby, sondern weil ich nicht mein ganzes geld ausgeben will um auf 20m2 im 40sten Stock zu wohnen.