Präsidentin der Frauenverbände

04. Mai 2010 16:58; Akt: 06.05.2010 13:12 Print

«Die Burka ist Teil der Diskriminierung»

Rosmarie Zapfl, Präsidentin des Frauendachverbands alliance F, tritt entschieden für ein Burka-Verbot ein. Der Ganzkörper-Schleier sei der sichtbare Teil der Diskriminierung, welcher die Frauen ausgesetzt seien.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Dahinter stünden aber viel schwerwiegendere Mechanismen der Unterdrückung wie Zwangsheirat oder Beschneidungen, sagt Zapfl. «In Frauen- und Mädchenhäusern kann man sehen, unter welcher Unterdrückung Frauen aus diesen Kreisen leiden.»

Für die ehemalige CVP-Nationalrätin handelt es sich dabei um schwere Menschenrechtsverletzungen. Diesen könne mit einem Burka-Verbot zwar nicht Einhalt geboten werden. «Man könne aber ein Zeichen setzen und sagen: Bis hier und nicht weiter!», sagte Zapfl. Dass damit auch jene Frauen eingeschränkt werden, die freiwillig eine Burka tragen, nimmt Zapfl in Kauf.

Raucher oder junge Alkoholiker würden schliesslich auch zu ihrem Glück gezwungen. Und für junge Frauen der nächsten Generation werde sich das Problem schon gar nicht mehr stellen. «Wir müssen diese Leute besser integrieren. Nicht kulturell, aber in die Kultur der Menschenrechte.»

Dass es ein Burka-Verbot braucht, ist Zapfls persönliche Meinung. Der Dachverband alliance F diskutiert am kommenden Samstag an der Delegiertenversammlung in Bern über «Frauenrechte im Spannungsfeld von Religion, Tradition und Politik».

(sda)