Reclaim the Streets

15. März 2015 22:22; Akt: 15.03.2015 22:22 Print

«Die Chaoten wollten uns verletzen oder töten»

Die an den Zürcher «Reclaim the Streets»-Krawallen verletzten Polizisten sprechen erstmals über die Attacke der Gewalttäter. Die Ermittlungen laufen – wegen versuchter Tötung.

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Die gewalttätigen Teilnehmer der «Reclaim the Streets»-Aktion am 13. Dezember 2014 sind nach wie vor auf freiem Fuss. Augenzeugen und Mitläufer berichteten schon kurz nach den massiven Ausschreitungen von der «grossen Präzision und Geschwindigkeit» der Angreifer. Das Ausmass der Brutalität schockierte ebenso: Sieben Polizisten wurden verletzt – und drei Tage nach den gezielten Attacken auf die Ordnungshüter mit bengalischen Fackeln, Laserpointern, Raketen und Steinen war noch nicht klar, ob die Betroffenen bleibende Schäden davontragen würden.

Nun kommen die damals von der Gewalt Betroffenen im «SonntagsBlick» zu Wort. «Wir fürchteten um unser Leben. Die Eskalation der Gewalt war kaum zu stoppen», sagen die Polizisten. Zwei Angriffe waren besonders extrem. Der erste richtete sich gegen mehrere Beamte in einem Polizeiauto. Die 38-Polizistin, die im Wagen sass, sagt: «Sie rissen die Tür auf, einer warf eine brennende Petarde ins Auto.»

Schiessen oder nicht?

«Überall war Rauch», erinnert sich die Frau. Flammen auf dem Rücksitz! Wäre es ihrem Kollegen nicht gelungen, die 2000 Grad heisse Fackel wieder aus dem Fahrzeug zu entfernen, wäre Schlimmeres passiert, sind sich alle einig. «Der Angriff hätte tödlich enden können», so die Polizistin, die von einer «totalen Grenzsituation» spricht. Steine und Raketen fliegen, es brennt, und es scheint keinen Ausweg zu geben. Soll man schiessen oder nicht?

Der zweite massive Angriff galt der Polizeiwache Aussersihl. Nur mit Müh und Not konnten die Polizisten unter Einsatz von Gummischrot die Gewalttäter aus dem Gebäude zurückdrängen. Ein Betroffener: «Einige der Chaoten hatten es offenbar direkt auf unser Leben abgesehen. Sie wollten uns verletzten oder sogar töten.»

Einer der sieben verletzten Polizisten trägt einen bleibenden Schaden davon: Sein Gehör werde sich vom Knalltrauma, so die Zeitung, ein Leben lang nicht mehr erholen. Die Staatsanwaltschaft Zürich ermittelt wegen versuchter Tötung. Auf Hinweise, die zur Verhaftung der Täter führen, wurde eine Belohnung von 10'000 Franken ausgesetzt.

(gbr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MLuke am 15.03.2015 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaub viele würden sagen schiessen!

    Aber das Problem dabei ist, dass es zuviele gibt, die nachher wieder die Meinung wechseln und sagen werden: "Ja, wars denn wirkkich nötig" usw. Was in unserem Land fehlt ist ein gesunder Respekt vor dem Gesetz und dessen Hüter. Jeder macht was er will und die Politiker zeigen sich weder entschlossen dem entgegenzutreten noch bereit daran was zu ändern. Und deshalb muss leider sehr wahrscheinlich zuerst jemand sterben, damit ein Ruck durch die Gesellschaft geht. Hoffen wir dass es nicht soweit kommt, aber bei allem Anstand, Herr Wolff ist als Stapochef etwa so fehl am Platz wie diese Demos.

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  • Ernst am 15.03.2015 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Markierfarbe mit Tränengas gekoppelt.

    Warum nicht gleich mit Farbe markieren, wenn man das Tränengas versprüht. Dann sind die Täter markiert. Farbe müsste mindestens drei Tage sichtbar sein und kann nicht abgewaschen werden. Dann würde man die wenigstens mal dingfest machen können.

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  • Fabian am 15.03.2015 22:51 Report Diesen Beitrag melden

    Schiessen wäre berechtigt

    Also wenn ich in diesem Auto gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich geschossen. Bin überhaupt kein Fan von Gewalt aber in solchen Situationen fände ich es entsprechend

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ReginaCo. am 16.03.2015 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Polizei ist kein Unschuldslamm

    Woher kommt denn dieser mangelnde Respekt vor der Polizei? Der kommt nicht von ungefähr. Ich wurde schon sehr oft Zeuge polizeilicher Schikane und kann alle verstehen, denen das Verhalten leider vieler Polizisten gegen den Strich geht. Wer Demonstrationen u. Ä. nicht gewachsen ist, der gehört auch nicht zur Polizei.

    • D.N. am 16.03.2015 16:11 Report Diesen Beitrag melden

      So wie man in den Wald ruft!

      Sehr gut geschrieben! Dieser Meinung bin ich auch.

    • Dave A. am 16.03.2015 17:00 Report Diesen Beitrag melden

      Aber....

      Ein Unrecht rechtfertigt kein anderes. Ich wurde auch bereits Opfer von Polizeischikane, -Willkür und kam zu Leid durch -Untätigkeit. Aber daran ist die Person schuld, nicht die Funktion. Zumal auch hier die schwarzen Schafe lediglich eine Ausnahme bilden.

    • Normalo am 16.03.2015 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ ReginaCo

      Ich wurde noch nie Zeuge von gefühlter Polizeiungerechtigkeit oder -brutalität, aber vielleicht ist das weil ich nicht an unbewilligte Demos gehe und Steine auf die Polizei schmeisse und dann rumweine wenn ich etwas Tränengas abbekomme.

    • Ein Polizist am 16.03.2015 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Eine Frechheit

      Regina, den ersten Teil lasse ich Dir, das ist mir egal, weil es subjektiv ist. Wahrscheinlich ist ja, dass es nicht grundlos eskalierte. Da braucht es immer 2. Zum letzten Teil, da steigt mein Puls. So eine Aussage ist eine Frechheit. Lass Dich doch mal mit Steinen, Flaschen, Feuerwerk etc bewerfen? Glaubst Du, Polizisten sind aus Stahl? Unverletzlich? Die haben auch Familie, wollen gesund nach Hause. Übrigens bluten auch Polizisten. Ich frage mich, ob Du den Artikel überhaupt gelesen hast!

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  • Ali Baba am 16.03.2015 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nur so

    Zum Glück haben sie nicht geschossen, ansonsten wären die Polizisten nicht so "gut" davon gekommen. Die Polizisten müssen lernen, dass wenn sie sich weiterhin so aufführen, die Gewalt gegen sie nicht abnehmen wird. Die ganzen Repressionen müssen auf eine friedliche Art gelöst werden und nicht mit mehr Kontrollen und mehr Gesetzen, auch wenn das der Bünzli gerne sehen würde.

  • B. Huber am 16.03.2015 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Die beste Prävention ist Entgegenkommen

    Wenn man mehr auf die teilweise berechtigten Belange der Protestanten eingehen würde, dann gäbe es mit Sicherheit auch weniger Gewalt.

    • Mikey am 16.03.2015 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gute Idee

      Bei einem Fussballspiel ist der Wunsch, die gegnerischen Fans zu verprügeln. Na, dem könnte man doch mal nachgeben, oder nicht? Würde den Polizisten erlauben, mal wieder die Freitage geniessen zu können. Zeit mit der Familie zu verbringen. Ja doch, ein sehr schlauer Vorschlag.

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  • Ueli am 16.03.2015 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Kriminalität in der Politik!

    Gewalt erzeugt nur noch mehr Gewalt. Wer Glaubt hier Schuldige oder richtig handelte zu finden, täuscht sich. Das ist der Anfang einer langen Auseinandersetzung. In Winterthur hat man falsch gehandelt und friedliche Demonstranten (Tänzer) verletzt. Nun verletzen die Demonstranten zurück..Erklärung kann man unter Psychologie für Dummies lesen.Gibt es mehr Polizisten oder gibt es mehr Bevölkerung? Wie wird wohl diese Gewaltspirale enden? Das heutige GESETZ Wird missbräuchlich angewandt und ausgelegt. Ich verstehe die Jugend, aber Gewalt? Es muss einen besseren Weg geben um Reformen einzuleuten.

  • Leuli am 16.03.2015 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selberschuld

    Ist doch peinlich das sich hier Leute beschweren sie seien auch schon zu Unrecht von Gummischrott getroffen worden . Das wahren bestimmt Schaulustige , wenn ich an ein solchen Tatort komme schau ich das ich so schnell wie möglich Weg komme und zücke nicht mein händi um Fotos zu machen oder zu filmen .