Schmerzfreier Tod

26. Oktober 2016 08:34; Akt: 26.10.2016 10:35 Print

«Die Hummer zu betäuben, wird zu teuer»

von Camille Kündig - Panzerkrebse wie Hummer dürfen neu nur noch betäubt im Kochtopf landen. Gastronomen sind nicht erfreut.

Die Küchen nun neu zu organisieren, werde aufwendig und teuer, sagen Gastronomen.
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Hummerfleisch gilt unter Geniessern unumstritten als Delikatesse. Doch: Für die Gaumenfreude der Menschen müssen die Krustentiere oft leiden. Sie werden in vielen Küchen bei lebendigem Leib gekocht, bis zum Tod können einige Minuten vergehen. Nun hat der Bund entschieden: Hummer und Co. müssen neu vor dem Garen im Kochtopf betäubt werden.

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Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat das am Montag kommuniziert. Nach Angaben von Tierschutzorganisationen ist das Betäuben der Tiere mit Elektroschocks möglich. Das macht aber zusätzliche Technik in der Küche nötig. Bei manchen Gastronomen kommt die neue Vorschrift gar nicht gut an. Srecko Witschi, Geschäftsführer des Prime Steakhouse in Zürich, sagt: «Diese verstärkten Schutzbedingungen sind ein Witz.» Er wisse noch nicht, wie er die neuen Regelungen umsetzen werde. «Aber die Küche neu zu organisieren, wird aufwendig.»

«Ich werde nun wohl aufhören müssen, Hummer anzubieten»

Restaurant-Besitzer in der Westschweiz haben ebenfalls keine Freude an der neuen Regelung. So Nicolas Toussaint von der Auberge Hauterive im Kanton Neuenburg. Die Tiere vor dem Kochen zu betäuben, ist für ihn keine Option. Das werde zu teuer. «Die Technik für Elektroschocks zu beschaffen, ist eine zusätzliche, kostspielige Investition. Ich werde wohl aufhören müssen, Hummer auf meiner Karte anzubieten», bedauert er. Denn: Gefrorene Hummer zubereiten, das will er nicht: «Krustentiere sind sehr heikel. Werden sie getötet und eingefroren, trocknet ihr Fleisch aus und die Textur wird schlapp.»

«Unsere Hummer werden direkt nach dem Fang getötet»

Auch in der Zürcher Hummer- & Austernbar stehen lebende Hummer auf dem Menü. Küchenchef Patrick Schmutz: «Dass das Krustentier frisch ist und nicht gefroren bei mir in der Küche ankommt, ist für den Geschmack wesentlich. Wir möchten hier ja nicht Findus-Menüs zubereiten», so der Chef.

Mike Berchtold, Geschäftsführer von Braschler's Comestibles Import, beliefert täglich Restaurants mit der Delikatesse. Er sieht die Sache anders: «Wir bieten seit rund vier Jahren dem Tierwohl zuliebe gar keine lebenden Lobster mehr an. Die Hummer, die wir an unsere Kunden liefern, werden noch vor Ort, direkt nach dem Fang, getötet.»

Am meisten leiden die Hummer beim Transport

Er zähle auch Restaurants mit 17 oder 18 «Gault Millau»-Punkten zu seinen Kunden. «Wenn man die Krebse fachgerecht auftaut und speziell zubereitet, beziehungsweise sie nicht kocht, sondern in einem Holdomat (einem Wärmeofen) erwärmt, merkt man geschmacklich fast keinen Unterschied. Zudem serviert man zu Hummer meistens sowieso noch immer eine Sauce oder ein Saucenschäumchen.»

In die richtige Richtung geht die neue Vorschrift für die Organisation Fair-Fisch. Co-Geschäftsleiter Martin Orgler: «Diese Bestimmungen sind besser als nichts.» Doch er gibt zu bedenken: «Das kurze Töten ist weniger schlimm als die Zeit davor. Denn die Tiere werden oft monatelang mit gefesselten Scheren und ohne Nahrung transportiert und gelagert. Eine üble Tortur.» Deshalb sollte es seiner Meinung nach gar keinen Import von lebenden Panzerkrebsen geben.

Tierschützer kritisieren die Zubereitung von Hummern bereits seit langem. Das Töten in kochendem Wasser ist ihrer Meinung nach brutal und schmerzvoll für das Krustentier. Sehen Sie mehr dazu im Video:

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Homer am 26.10.2016 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Für Hummer ans Meer

    Wer Hummer essen will soll ans Meer fahren und frischen Hummer essen. Und das Geschrei um den zusätzlichen Aufwand versteh ich nicht. Wers unbedingt soll halt den entsprechenden Preis bezahlen

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  • Nöggi am 26.10.2016 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Aufhören!

    Darum hab ich aufgehört Hummer zu essen. Es ist echt krass was sie diesen Tieren antun. Würden alle aufhören Hummer zu essen, würde es den Weltmeeren viel besser gehen!

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  • Tierfreund am 26.10.2016 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Find ich super, solche Gesetze sollte es auch noch für Stierkämofe geben,etc..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Der P am 27.10.2016 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Zu teuer?

    Aber mit unverschämten Preisen Kasse machen ist dann ok? Liebe Wirte, aus Euren grosszügigen Gewinnen könnt ihr euch wohl einen kleinen Umbau in der Küche leisten oder?

  • werner am 27.10.2016 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    ...töten-braten-essen!

    ...und was ist mit den Mehlwürmern und Heuschrecken und Grillen???

  • Antonietta/Tumminello am 27.10.2016 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Hummer

    Hummer sind faszinierende Tiere: sie haben blaues Blut, werden älter als Elefanten, kauen mit dem Magen und sind Links- oder Rechtshänder. Studien beweisen, dass Hummer und andere Krebstiere Schmerzen empfinden. Dennoch werden sie lebend zerrissen, zerschnitten oder in kochendes Wasser geworfen.

  • D.N. am 26.10.2016 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Vorschlag

    Ja dann verzichtet auf Hummer und da wird es wieder billiger.

  • Eidg.Patriot am 26.10.2016 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm

    Hummer 37 cm gleich 37 jährig. Bin auch nicht fan von sollchen delikatessen

    • Commodus am 26.10.2016 19:52 Report Diesen Beitrag melden

      Käse

      Sorry, das ist jetzt fertiger Käse., was sie hier schreiben. Hummer können zwar sehr alt werden, das hat mir der Grösse allerdings nicht unbedingt zu korrelieren. In jungen Jahrn häuten sie öfter, danach seltener. Auch stammt viel Hummer aus Zuchten.

    • Eidg.Patriot am 26.10.2016 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Commodus

      Wo käse. Wemn ein hummer ca 50 jahre wird und max. 9 kg

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