Starker Franken

27. Januar 2011 19:26; Akt: 27.01.2011 20:13 Print

«Die Nationalbank ging zu weit»

Während Bundesrat Johann Schneider-Ammann beschwichtigt und den Franken nicht in der Krise sieht, wirft der Präsident der Bankiersvereinigung der Nationalbank grobe Fehler vor.

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Bundesrat Johann Schneider-Ammann äusserte sich am Open Forum in Davos zum starken Franken. (Bild: Keystone)

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Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann bezeichnet die Franken-Stärke zwar als ernstes Problem, insbesondere für die Industrie und den Tourismus. Von einer Krise könne bisher aber nicht gesprochen werden.

Die Wechselkursprobleme würden das Wachstum der Schweizer Wirtschaft in den kommenden Quartalen bremsen, sagte Schneider-Ammann am Donnerstag am Open Forum in Davos, das vom Evangelischen Kirchenbund und der Umweltschutzorganisation WWF parallel zum Weltwirtschaftsforum (WEF) organisiert wird.

SNB musste hohe Verluste hinnehmen

Wechselkurse liessen sich nur mit geldpolitischen Massnahmen beeinflussen und für diese sei exklusiv die von der Politik unabhängige Schweizerischen Nationalbank (SNB) zuständig.

Die SNB hat im vergangenen Jahr zwar die Franken-Hausse etwas verzögern können, musste wegen der erlittenen Kursverluste auf den gekauften Euro und Dollar aber einen Jahresverlust von 21 Mrd. Fr. ausweisen. Inzwischen hat sich der Euro wieder etwas gefangen.

Kritik an der Nationalbank

Patrick Odier, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, kritisierte am Open Forum das Vorgehen der SNB: «Das Resultat ist schlecht, die Nationalbank hat zu schnell gehandelt und ist zu weit gegangen», sagte Odier vor den gut gefüllten Rängen der öffentlichen Veranstaltung.

Der US-Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini bezeichnete die Schweiz dennoch weiterhin als Hort der Stabilität, auch wenn die Wechselkurse eine namhafte Herausforderung seien.

(sda)