Allergiker leiden

06. Februar 2020 04:55; Akt: 06.02.2020 07:18 Print

«Die Pollenbelastung nimmt nun deutlich zu»

Viele Allergiker leiden bereits wegen der Pollen. Rasche Besserung ist nicht in Sicht. Die Zahl der Betroffenen steigt an.

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Bei vielen läuft wieder die Nase: Die Pollenbelastung an vielen Orten der Schweiz ist derzeit hoch. Die Hasel und die Erle treiben aus und sorgen schon Anfang Februar für gerötete Augen. Besserung ist für Allergiker nicht in Sicht: Andreas Pauling von Meteo Schweiz sagt, bis Anfang Woche seien die Belastungen wegen der hohen Temperaturen hoch gewesen. Mit der gestrigen Kaltfront seien sie zwar zurückgegangen, aber: «In den nächsten Tagen werden die Hasel- und Erlenpollenbelastungen deutlich zunehmen und insbesondere wegen der Hasel fallen die Belastungen stark aus.»

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Die Belastung mit Haselpollen sei sehr wetterabhängig, sagt Pauling. Eine Prognose für die weitere Saison sei noch nicht möglich. Wenn Pflanzen früh blühten, dauere die Saison normalerweise etwas weniger lang. Folgen allerdings noch längere Kälteperioden, so können auch spät noch hohe Belastungen erreicht werden, wie Pauling weiter sagt.

Wind verschlimmert Situation

Sereina de Zordo vom Aha! Allergiezentrum Schweiz sagt, es sei normal, dass Hasel und Erle zurzeit blühten. Die Hasel sei dieses Jahr wegen des milden Dezembers aber sehr früh dran gewesen, nämlich schon Mitte Januar. «Viele empfinden die momentane Situation gerade wegen des teils starken Winds als besonders belastend. Dieser bläst Pollen in Nase und Augen», so de Zordo.

Die Pollenbelastung sei derzeit überall stark, ausser in den Höhen. Wo die Belastung am stärksten ist, könne nicht gesagt werden: Auf dem Land gebe es zwar mehr Pflanzen, die Pollen würden aber mit dem Wind überallhin getragen. In den Städten kämen Luftschadstoffe hinzu, die wie ein Verstärker wirkten.

«Viel mehr haben Heuschnupfen»

Immer mehr Leute litten unter den Pollen, sagt de Zordo. «Wenn man die Daten der letzten 100 Jahre ansieht, wird deutlich, dass heute viel mehr Leute Heuschnupfen haben.» Das habe verschiedene Gründe, etwa die Veränderungen im Lebensstil. «Wir leben sehr sauber und rein. Unser Immunsystem hat verlernt, was gefährlich ist, und greift harmlose Stoffe an.»

Wer häufig draussen sei und schon in jungem Alter Kontakt mit verschiedenen Stoffen und Tieren gehabt habe, entwickle weniger häufig eine Allergie. Dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, weniger häufig an Allergien leiden, sei kein Mythos. «Darüber hinaus hilft es, körperlich aktiv zu sein und sich gesund zu ernähren», sagt de Zordo.

Mittlerweile sei ein Fünftel der Bevölkerung allergisch auf Pollen. «Leider machen noch zu wenig Betroffene eine Desensibilisierung», sagt die Allergieexpertin. Dabei wird mithilfe von Medikamenten, die entweder per Spritze, in Tabletten- oder Tropfenform zu sich genommen werden, eine Toleranz gegenüber Pollen aufgebaut. Eine solche Therapie dauert in der Regel drei bis fünf Jahre. «Für viele ist das eine Hürde», sagt de Zordo. «Langfristig lohnt sich das aber.»

In der Bildstrecke erfahren Sie, wann welche Pflanzen austreiben.

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Allergiker sei 50 Jahren am 06.02.2020 06:45 Report Diesen Beitrag melden

    Desensibilisierung nützt nichts

    da ich auf viel zu viel Allergisch bin. Hatte es schon drei Mal versucht. Hat aber alles nichts genützt. Nun mache ich das beste daraus, akzeptiere die Situation wies halt ist und siehe da. So geht es mir fast am besten. Habe zwar teilweise schlimmen Heuschnupfen. Aber wenn ichs akzeptiere wies ist, fühle ich mich nicht ganz so schlimm. :-)

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  • Fio Letta am 06.02.2020 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nöd ganz e richtigi ussag

    E Desensibilierigskur schlaht nöd immer i!

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  • G.Arstig am 06.02.2020 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Die pösen Bollen

    Aber der Grund, warum es immer mehr Allergiker/innen gibt, interessiert nicht

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sabine am 07.02.2020 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Pollen

    Hoffentlich nimmt die Pollenbelastung nicht zu!!

  • Dr.Marionette am 07.02.2020 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jaja

    Panik machen um Medikament zu verkaufen...seit ich keine Medis gegen Allergien nehem geht es mir 100 mal besser

    • werner-robert am 07.02.2020 17:01 Report Diesen Beitrag melden

      Pollen

      Zebraurin einreiben ist das beste Mittel

    • Bali Leo am 07.02.2020 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr.Marionette

      Sars, Vogelgrippe, Corona. Alles Panik aber die meisten fallen drauf rein

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  • Schnütz Wäääh am 07.02.2020 09:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tipps & Tricks mit Dr. Haselpolle

    Wie wärs mit Plastiksack über den Kopf?!

  • Kevin Delgado am 07.02.2020 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Allergien nicht noch fördern

    Allergien sind definitiv ein Thema. Deshalb verstehe ich nicht, wie Städte und Gemeinden weiterhin Hasel und Birken in Wohngebieten anpflanzen können. Es gäbe andere Bäume, die keine Allergien auslösen. Gilt übrigens auch für private Gartenbesitzer. Und für Naturfreunde: an Waldrändern wachsen genug Haselstauden. Und Birken gibt's auch sonst genug.

    • Snickas am 07.02.2020 17:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Kevin Delgado

      Hm würde das nicht den scheinbaren Grund von zuviel Hygiene noch verstärken?

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  • beat graf am 07.02.2020 06:20 Report Diesen Beitrag melden

    graf.b@bluewin.ch

    Seit über 45 Jahren kenne ich das. Immer so Mitte Februar ging und geht es los und dauert bis alles grün ist... Man gewöhnt sich und wenn es ganz schlimm wird, so mit knapp 38,5 Fieber, gibt es Tabletten.

    • Mami, machsch mer bitte es Teeli am 07.02.2020 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @beat graf

      Oje Beat, 38,5 Fieber sie armer. Ich hoffe Sie überstehen auch das 46 Jahr. Gut Schnupf!

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