Schumi-Akten-Klau

06. August 2014 21:52; Akt: 07.08.2014 11:41 Print

«Die Rega muss jetzt wirklich aufpassen»

Der Fall des toten Rega-Kadermanns bringt die Rettungsflugwacht in eine heikle Situation. Experten schätzen ein, wie sich dies auf das Image der Rega auswirken könnte.

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Ein Kadermitarbeiter der Rega ist am Dienstag verhaftet worden, weil er unter dringendem Tatverdacht stand, die Krankenakte von Michael Schumacher gestohlen zu haben. Am Mittwochmorgen wurde er tot in seiner Zelle gefunden – er hatte sich erhängt. Die Staatsanwaltschaft hat «keine Hinweise auf eine anderweitige Täterschaft» – das Verfahren wird nun voraussichtlich eingestellt.

Eine heikle Situation für die Rega, die vom Vertrauen ihrer Gönner lebt. Rund 2,5 Millionen Gönner tragen die Organisation mit ihren Spendengeldern mit. 2012 nahm die Rega dadurch 83 Milionen Franken ein. Ein nachhaltiger Imageschaden und Spendenrückgang hätte für die Rega schwerwiegende finanzielle Konsequenzen.

«Rega muss Verantwortung übernehmen»

Laut Kommunikationsexperte Marcus Knill ist es nun entscheidend, wie sich die Rega in den nächsten Tagen gegenüber der Öffentlichkeit verhält. Sie müsse sich in dieser Krisensituation richtig verhalten und ehrlich kommunizieren. Sonst sei ihre Reputation schnell im Eimer. «Die Rega muss für den Fall Verantwortung übernehmen und darf ihn keineswegs bagatellisieren oder rechtfertigen.»

Für Reputationsberater Peter Metzinger wären voreilige Schlüsse oder Vorverurteilungen des verdächtigen Rega-Mannes für den Ruf der Firma ebenfalls fatal. Er rechnet jedoch damit, dass aufgrund professioneller Kommunikation seitens der Rega der aktuelle Vorfall nicht mehr als «einen leichten Kratzer im Lack» der Rega hinterlasse. «Die Öffentlichkeit kann zwischen der Institution Rega und den Handlungen einzelner Mitarbeiter unterscheiden.» Metzinger rechnet daher weder mit Spendeneinbrüchen noch mit einem Imageschaden.

Nicht der erste Krisenfall

Nicht ganz so entspannt sieht das Knill: «Ich habe Angst, dass die Rega jetzt unter Druck einen kapitalen Fehler macht», so Knill. «Sie muss wirklich aufpassen und bedacht kommunizieren.» Es sei nicht der erste Krisenfall, der Knatsch mit dem TCS etwa liegt noch nicht lange zurück.

«In der jetzigen Krise geht es um die Reputation», so Knill. Es werde sich zeigen, ob die Rega dank proaktiver Kommunikation grösseren Schaden abwenden könne, «oder ob sie durch unbedachte Kommunikationspannen einen irreparablen Imageschaden erleidet.»

Metzinger geht zwar nicht von nachhaltigen Imageschäden aus, sieht aber in der Einstellung des Verfahrens ein Problem für die Rega. Wegen des Suizids des Kadermannes könne nun wohl nicht mehr geklärt werden, ob er wirklich schuldig war oder nicht. «Dies wirft einen Schatten auf die Rega.» Es sei ein Verdachtsmoment, von dem sie sich nicht mehr reinwaschen könne.

(rok)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roland Kämpe am 06.08.2014 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Rega

    Verdachtsmoment hin, allfällige Kommunikationspannen her, ich steh zur Rega und fände es falsch, ihre jahrzehntelange wertvolle Dienstleistung jetzt am mutmasslichen Fehlverhalten eines ihrer Angestellten aufzuhängen.

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  • Max Muster am 06.08.2014 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alternative???

    Und was soll die Alternative zur REGA sein? TCS? - landet auf dem ZH Flughafen und gefährdet damit eine voll besetzte Passagiermaschine, welche dann durchstarten muss... Für mich macht die REGA einen super Job! Mich behalten sie als treues REGA Mitglied!

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  • Chris S. am 07.08.2014 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    REGA

    Die REGA hat meiner Meinung nach bereits am Anfang richtig reagiert und Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Ich stehe hinter der REGA. Wie viele Menschenleben hat die REGA bis jetzt geretet?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Splash am 07.08.2014 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja sicher.....

    Ausser der Presse nimmt wohl kaum ein Mensch der Rega dies arg. In jeder Firma verstecken sich faule Eier, oder schwarze Schafe. Einem Mitarbeiter in so einer Position, traut man einen solchen Fehltritt kaum zu. Aber eben, man sieht nie in einen Menschen hinein. Kann jeder Firma passieren. Wer die Rega jetzt ins schlechte Licht rückt, sind nur die Pressefritzen. Für mich ist die Sache gegessen, der Schuldige hat sich gleich selber gerichtet.

  • Peter G. am 07.08.2014 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen?

    Was dieser REGA Mitarbeiter (falls er es wirklich war) ist schockierend, hat meiner Meinung nach nichts mit der REGA selber zu tun, ich vertraue der REGA weiterhin und bin für ihre Tätigkeit dankbar!

  • Gras Grün am 07.08.2014 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    NUR DIE REGA????????

    Ach kommt schon!! Wenn all die krummen Geschäfte unserer Kaderleute aufgedeckt würden, müsste jede Firma =)

  • Dominik am 07.08.2014 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    REGA for ever

    der glücklichste Moment in meinem Leben war, als ich den rot-weissen Helikopter neben mir landen sah...

  • Gönner am 07.08.2014 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schuld??

    Zuerst müssen Beweise her bevor hier Regabashing im grossen Stil betrieben wird.Ich werde nach wie vor Gönner bleiben.