Neue Parteileitung

03. März 2016 11:58; Akt: 03.03.2016 12:26 Print

«Die SVP bleibt knüppelhart und isoliert»

von Nikolai Thelitz - Die SVP erneuert ihre Parteileitung. Laut Politologe Mark Balsiger werden vor allem Frauen, Medienstars und Hardliner gefördert.

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Herr Balsiger, beschreiben Sie die neue SVP-Führung (siehe Bildstrecke) in drei Worten.
Laut, knüppelhart und isoliert. Man kann sich fragen, wie dies zur Konsenspolitik passt, die in der Schweiz eine lange Tradition hat. Bei Parlamentswahlen bringt dieser Kurs aber Erfolge.

Umfrage
Welches ist ihr Lieblings-Neuzugang an der SVP-Spitze?
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6 %
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47 %
9 %
Insgesamt 6394 Teilnehmer

Wird sich die SVP verändern?
Nein, sie bleibt ihrer Linie treu, das heisst, Provokationen und Tabubrüche kommen regelmässig vor. Doch das tun inzwischen ja auch andere. So sind einzelne Gegner der Durchsetzungsinitiative verbal entgleist – keine gute Entwicklung.

Céline Amaudruz gilt als politisches Leichtgewicht. Wieso wurde sie in die oberste Etage befördert?
Die SVP ist von Männern dominiert, der Frauenanteil der Bundeshausfraktion beträgt 17 Prozent. Deshalb will die Partei ihre wenigen Frauen in den Vordergrund stellen. Früher war da nur Natalie Rickli, heute sind es ein paar mehr. Es hilft sicherlich, dass Amaudruz sehr telegen und aus der Westschweiz ist. Dort ist die Partei noch nicht stark verwurzelt.

Asylpolitik macht Andreas Glarner, der in seiner Gemeinde keine Flüchtlinge wollte. Wird das die neue SVP-Linie?
Im persönlichen Gespräch ist Glarner anständig. Sobald eine Kamera läuft, legt er den Hebel um. Er hat sich einen Namen gemacht als Politiker, der knüppelhart austeilt, aber auch einstecken muss. Das scheut er nicht. Er wird die Debatte weiter vergiften.

Roger Köppel führt eine Zeitung, tritt in deutschen Talkshows auf und hat ein Nationalrats-Mandat. Hat er überhaupt Zeit für ein Amt in der Parteileitung?
Das ist die grosse Frage, denn Politik ist Knochenarbeit. Dass er als Nationalrat die Geduld hat, sich in den Kommissionen abzumühen, glaube ich nicht. Er wird sich oft vertreten lassen, aber mit seiner Bekanntheit und seiner rhetorischen Brillanz immer wieder den grossen öffentlichen Auftritt suchen.

Viele der neuen Gesichter sind Hardliner. Wären nach dem DSI-Nein nicht ein wenig Mässigung und Demut angebracht vor Volkes Willen?
Die Partei ist darauf angewiesen, mit scharf formulierten Initiativen Furore zu machen, sonst verlöre sie an Anziehungskraft und damit auch Wähleranteile. Allerdings hat sich die SVP in den letzten 20 Jahren isoliert. Im eidgenössischen Parlament ist sie heute seltener auf der Seite der Gewinner. Demut ist für mich eine wichtige Eigenschaft eines jeden Politikers, doch dies wird von vielen nicht erkannt. Leute wie Köppel und Glarner sind bekannt, haben sich durch provokative Auftritte in den Vordergrund geschoben, die Medien haben sie zu Stars gemacht.

Also ein Marketing-Entscheid?
Ja, aber auch ein Förderprogramm. Wir dürfen nicht vergessen: Andreas Glarner und Roger Köppel wurden erst im Oktober letzten Jahres in den Nationalrat gewählt. Sie sind hungrig, aber längst versiert im Umgang mit Medien. Vielleicht war dieser Hunger wichtiger als die Erfahrung eines Heinz Brand für den Posten des Asyl-Verantwortlichen. Mit den Ernennungen geht es auch um die Hackordnung innerhalb der Partei.

Immer noch in der Parteileitung ist Christoph Blocher. Kann die Partei den Übervater nicht loslassen?
Es besteht offenbar eine gegenseitige Abhängigkeit. Die Partei weiss um Blochers Verdienste und will diese honorieren. Blocher selbst macht nicht den Anschein, als könnte er sich ein Leben ohne Politik vorstellen.

Mark Balsiger ist Politologe und Wahlkampf-Experte

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Phil am 03.03.2016 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sind Politologen eigentlich neutral?

    Ein Politologe sollte meiner Meinung nach Neutral sein. Für welche Partei ist Herr Balsiger eigentlich Wahlkampf-Experte?

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  • Meier Max am 03.03.2016 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist gut so

    Ich unterstütze die Härte, denn die Schweiz ist von einem diktatorischen Gebilde umgeben, nur die wenigsten haben es gemerkt, bzw. da diese nicht oder gar nichts leisten, suchen sie Unterschlupf und Rückendecken dieser Nichttuer in Brüssel.

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  • Jackson Teller am 03.03.2016 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das braucht's!

    Angesichts der momentanen Situation ist es von Nöten, und vor allem auch angebracht, dass in bestimmten Zuständigungsbereichen sogenannte ,,Hardliner'' die Führungsposition einnehmen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gotthard am 03.03.2016 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es nur noch die SVP?

    Wieso wird der SVP in der Presse so viel Beachtung geschenkt? Man hört in den Medien nur noch SVP. Ich frage mich was das zu bedeuten hat was wollen die Medien mit dem bezwecken

  • ruth marie am 03.03.2016 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    männern

    warum hat es keine guten Frauen in dieser Partei, das sagt schon alles, wird nur von Männern dominiert. nein danke.

  • Markus mit Verstand am 03.03.2016 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Knüppelhart ist gut !

    Ich finde die SVP soll sich weiter radikalisieren. Diese Strategie ist gut für die Schweiz, denn dann finden sich doch noch einige "vernünftige" SVP'ler welche dem Grüppchen der Radikulos den Rücken kehren. Milliarden für die Büezer, nur hat noch keiner der Büezer je einen Rappen der Multis gesehen, nein, sie bezahlen die Zeche selbst. Glücklich jene die es noch bemerken bevor es für sie zu spät ist ! Die Folg ist dann das Sozialamt, welches dieselben Mitläufer der SVP jahrelang belächelten und verpönten. Wer sich eine Grube gräbt fällt .......

  • Nirak am 03.03.2016 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachen 

    Ich kann nur sagen , Hauptsache SVP. Denn ohne Diese wäre die Schweiz schon lange nicht mehr das was vor langer Zeit mühevoll und mit harter Arbeit von unseren Vorfahren aufgebaut wurde. Ohne SVP wäre die Schweiz schon lange verkauft . Ein Land voller Kriminalität. Das Problem ist nur das es viele noch nicht brgriffen haben was auf uns zukommt wenn wir so weitermachen. Viele haben ihren gesunden Menschenverstand verloren. Dabei ist dies das wichtigste um überhaupt vorzeitig Probleme zu erkennen. Das schlimmste ist wenn wir irgendwann mal sagen müssen " too late " .

    • beatus am 03.03.2016 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nirak

      Europa zerbricht grade, Länder in Europa müssen sich verteidigen (Militärisch). Und in den Schweizer Medien kriegt man davon nichts mit. Die SVP ist zur Zeit die einzige Partei die das überhaupt wahr nimmt und versucht, Lösungen für die Schweiz aufzuzeigen.

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  • marco am 03.03.2016 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsens

    Um eine Dialog Orientiert Politik zu betreiben müssen alle Parteien kompromisse eingehen können, aber der SVP einfach den Schwarzen Peter zuschiebe ist natürlich einfacher als sich und seine meinung zu hinterfragen