Geldtransporter

10. Dezember 2019 10:33; Akt: 10.12.2019 10:33 Print

«Diese Gewalt ist neu auf Schweizer Strassen»

Wegen mehrerer Überfälle auf Geldtransporter zieht die Post Konsequenzen. Die Situation sei dramatisch, sagen Experten. Politiker wollen handeln.

Im Kanton Waadt kam es wiederholt zu Raubüberfällen auf Geldtransporter – zuletzt am 2. Dezember 2019.
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Im Kanton Waadt kam es in den vergangenen Monaten zu mehreren bewaffneten Raubüberfällen auf Geldtransporter. Die Täter zündeten die Transporter jeweils an, die Fahrer wurden mit Waffen bedroht und teils verletzt. Zuletzt wurde am 2. Dezember ein Transporter der Post in Daillens VD überfallen.

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Solche Überfälle ...

Nun zieht das Unternehmen Konsequenzen: Es führt keine Geldtransporte nach Daillens mehr durch. Die Post begründet den Schritt damit, dass der Versicherungsschutz aufgehoben worden sei. Das habe Konsequenzen für die Geldversorgung in der Westschweiz: Diese sei «teilweise beeinträchtigt», so die Post (20 Minuten berichtete).

«Ausmass der Gewalt ist unerreicht»

Einige Geldautomaten könnten nicht einwandfrei funktionieren. Die Post forderte, dass «alle beteiligten Akteure ihre Verantwortung wahrnehmen, damit der sichere Transport von Wertsachen auch in der Westschweiz wieder möglich wird». Zur Versorgung der Bevölkerung habe die Post Alternativpläne entwickelt.

Sie setze auf Transporte von anderen Standorten, wo der Versicherungsschutz nach wie vor gilt. Alain Hofer, der stellvertretende Generalsekretär der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren, sagt, solche Überfälle habe es bisher noch nicht gegeben. «Das Ausmass dieser Überfälle ist dramatisch und bisher unerreicht, auch was den Einsatz von Gewalt betrifft.»

Grenzkontrollen gefordert?

Schaue man sich die Fotos der Überfälle an, «erinnert das an den Wilden Westen». Die KKJPD unterstütze die Forderung nach einer Lockerung des Nachtfahrverbots. Dann könnten auch in der Nacht schwere, gepanzerte Geldtransporter eingesetzt werden und nicht nur Lieferwagen. Man könne zwar argumentieren, dass dann auch die Täter aufrüsten, so Hofer. «Andererseits hat diese Massnahme in Frankreich offenbar Wirkung gezeigt.»

SVP-Sicherheitspolitiker David Zuberbühler sagt: «Die öffentliche Sicherheit ist gefährdet.» Ohne systematische Grenzkontrollen werde bei Mitarbeitern von Geldtransport-Unternehmen auch in Zukunft «nachts die Angst vor einem Überfall mitfahren». Neben der Lockerung des Nachtfahrverbots brauche es deshalb auch mehr Grenzkontrollen.

«Diebe haben Schwachpunkt erkannt»

FDP-Nationalrat Marcel Dobler sagt, mit der Lockerung des Nachtfahrverbots könne das Problem gelöst werden. «Es ist mir nicht bekannt, dass grosse, gepanzerte Lastwagen je überfallen wurden.» Die Diebesbanden hätten den Schwachpunkt der Schweiz erkannt – nämlich, dass in der Nacht nur Lieferwagen unterwegs sein dürften.

«Es handelt sich nicht um unendlich viele neue Fahrten», sagt Dobler. Zwar verursachten diese etwas Lärm, aber die Interessen des Gewerbes und die Sicherheit der Fahrer müssten höher gewichtet werden. «Weniger Geld in den Filialen erhöht die Sicherheit und schafft Liquidität für das Gewerbe. Schnelle Bargeldlieferungen sind wichtig. Wenn Transporte in der Nacht nicht mehr möglich sind, dann geht viel Zeit und damit Geld verloren.»

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jack Perez am 10.12.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch so

    Solche Gewalt hat es nicht gegeben. Dann hat man sich geöffnet. Wurde lieb und bunt. Und lässt alles unkontrolliert hinein und hinaus. Sonst könnte ja die EU böse werden. Selbstaufgabe für die EU statt Selbstschutz der Schweiz.

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  • Patrick am 10.12.2019 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wiedereinführung der Grenzüberwachung?

    Das verdanken wir alles den offenen Grenzen und der abgebauten Grenzüberwachung. Wenn man friedliche Nachbarn hat ist das sicher eine gute Idee, aber diese friedlichen Nachbarn haben sich in den letzten Jahrzehnten ziemlich negativ entwickelt. Das gilt gleichermassen für Frankreich, Italien und Deutschland, nur Österreich steht besser da.

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  • RL am 10.12.2019 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politik verantwortlich!

    Das Justitsdepartement hatte jahrelang keine Führung, das sind nun die Auswirkungen.Hat sich sogar im Ausland herumgesprochen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mauxion am 11.12.2019 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weitere folgen

    Es gibt keine 100% Sicherheit und wird es nur geben. D. h. für mehr Schutz zu bitten führt nicht in die gewünschte Richtung. Die die jene Transporter überlallen rüsten dann auf und somit nur eine Frage der Zeit bis es dann tödliche Folgen hat. Der andere Punkt ist das sich diese Kriminalität nur verlagern würde. Somit böse gesagt sind einem die Hände gebunden, missfällt mir genauso wie Euch.

  • Sandy am 10.12.2019 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    Geliefert wie bestellt!

    Mein Dank geht direkt an die Bundesrätin

  • Markus48 am 10.12.2019 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Täglich und mehr am Bankomat

    Barged nur noch Münzen. Vielleicht noch 20Fr Münze

  • Typhoeus am 10.12.2019 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ursache

    Das kommt von vielen Filmen und Internetgewalt.

    • se am 10.12.2019 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Typhoeus

      ja u ich glaube an den Nikolaus

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  • Monalisa am 10.12.2019 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stink Fisch

    Schade um das schöne Land Schweiz die Regierung ist schuld in Bern,wäre besser gewesen,ohne die grosse Zuwanderung,aber immer mehr Geld das ist die Reiche Schweiz,ich frage mich nur wie das weiter geht auch mit der Migration,und dafür wird dem arbeiteten Bürger den Rucksack geschnürt,egal ob der noch seine Krankenkasse noch zahlen kann ,oder der hohe Steuerfuss,noch was zum Essen hat,