Schaffhausen

20. Juni 2017 14:53; Akt: 20.06.2017 15:58 Print

«Ein Biber biss meinen Sohn zweimal»

Beim Baden am Abend hat ein Biber den 8-jährigen Sohn eines Lesers plötzlich angefallen. Experten bezeichnen den Vorfall als sehr ungewöhnlich.

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«Mein Sohn schwamm kurz nach 19 Uhr mit seiner Schwester zwischen dem Ufer und den Holzbooten, als die Kinder plötzlich wie verrückt zu schreien anfingen», erzählt ein Leser-Reporter aus Schaffhausen. Der Vater stand am Montagabend am Ufer des Rheins am Lindli und konnte den Vorfall beobachten. «Das Tier biss den Buben zweimal – einmal in die Schulter und einmal ins Gesäss.» Bevor der Leser-Reporter etwas tun konnte, schwamm der Biber direkt bei ihm am Ufer in eine Röhre und war weg. «Er war gross, etwa 80 Zentimeter lang und ich konnte gut seinen ausgeprägt breiten Schwanz sehen.»

Seine beiden 8-jährigen Kinder seien richtiggehend geschockt über das Vorgefallene, sagt der Vater. «Das Lindli ist hier in Schaffhausen ein beliebter Ort zum Baden, wir gehen häufig hin.» Dass man dort nun fürchten müsse, von einem Biber angefallen zu werden, findet der Vater bedenklich.

Biber flüchten eher

Aus Sorge um eine Infektion der Bissstellen ging er mit seinem Buben noch am gleichen Abend in den Notfall. «Niemand konnte mir sagen, ob Biber vielleicht auch Krankheiten übertragen können.» Gegen Tetanus sei sein Sohn aber noch geimpft.

Der Schaffhauser Jagdaufseher Andreas Vögeli ist über den Vorfall informiert. Die Bissspuren könnten tatsächlich von einem Biber stammen, sagt er. Den Vorfall bezeichnet er als «sehr ungewöhnlich». «Biber flüchten eher, es sei denn, sie geraten in Bedrängnis, wenn man ihrem Bau zu nahe kommt.» Vögeli vermutet, dass dies am Montagabend der Fall war.

«Weitere Zwischenfälle wären dann nicht ausgeschlossen»

Am Lindli seien in letzter Zeit auch schon Biber gesichtet worden. «Das war aber nie dauerhaft, denn das verbaute Ufer eignet sich wenig als permanenter Biberstandort.» Der Jagdaufseher will nun prüfen, ob der Biber tatsächlich in der Röhre haust, in der er verschwunden ist. «Das wäre weder für den Biber noch für die Bevölkerung ideal.» Das Lindli sei zu bevölkert, betont Jagdaufseher Vögeli. Das Tier wäre dort nicht ungestört. «Weitere Zwischenfälle wären nicht ausgeschlossen.»

Darum würde der Jagdaufseher in so einem Fall Massnahmen ergreifen. «Wir müssten schauen, wie wir den Biber auf sanfte Art dort wieder wegbekommen.» Etwa mit einem Gitter vor der Röhre, wenn sich der Biber nicht darin befindet. Vögeli: «Er würde dann ziemlich sicher von selbst eine neue Bleibe suchen.»

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Araber am 20.06.2017 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Normal

    Das ist die Natur, ganz einfach!

  • Paula am 20.06.2017 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Mutterinstinkt

    Ungewöhnlich? Vielleicht hat die Biberfamilie Nachwuchs und der Junge kam einfach zu nah an sie heran, Bedrohung pur, also biss ihn die Mutter um ihn zu vertreiben. Mutterinstinkt, der bei tausenden Tieren beobachtet wurde!

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  • Emil Klöti am 20.06.2017 15:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der Rhein gehört nicht nur dem Menschen

    was für ein Geschrei da veranstaltet wird. Wir müssen endlich lernen, dass noch andere ein Anrecht haben hier unter uns zu leben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ich ich am 21.06.2017 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Biber

    Ich frage mich was die Kinder dem Biber angetan haben das er sie angreifen musste... ein Biber hat sicher mehr Angst vor Menschen als Menschen von einem Biber

    • Du Du am 21.06.2017 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ich ich

      Er hat wohl eher junge und zeigt deshalb dieses Verhalten.

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  • René am 21.06.2017 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Arrangieren ist das zauberwort

    Viele Tiere entwickeln sich inzwischen zu Kulturfolgern. Wir, Menschen verdrängen sie weiter aus ihren angestammten Gebieten. Sie versuchen sich uns anzupassen. Aber wenn es zu außergewöhnlichen und seltenen Zwischenfällen kommt ist das Geschrei groß. Toll das ihr da gerne badet. Aber im Ernst. Habt ihr keine Ausweichmöglichkeit. Lasst doch den Biber da und schwimmt woanders. Wir sollten Rücksicht lernen. Lange genug sind wir wie die Vandalen durch die Natur gezogen. Und wenn ich es richtig verstanden habe ist eigentlich außer einer Warnung nichts schlimmes passiert?

  • Pit M. am 21.06.2017 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz ungefährlich

    Ein Biber hat in Weißrussland einen Angler, der das Tier fotografieren wollte, so kräftig ins Bein gebissen, dass die Oberschenkelschlagader verletzt wurde. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät.

  • Biber Brüder am 21.06.2017 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe einen starken Verdacht!

    Dieser Biber ist bestimmt mit diesen FCZ-Hooligans verbrüdert! Es kann kein Zufall sein, dass sich dieser Notfall am selben Tag erreignet, an dem der Spielplan kommuniziert wurde und der FCZ wieder offiziell in der Nati A ist!

  • Der Naturjunge mit dem Flammenwerfer am 21.06.2017 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Das grosse Bibern vor den Bibern

    Scheichen wie Eichen hat gäng halt auch seine Risiken!