Virale Militär-Videos

24. Mai 2017 05:48; Akt: 24.05.2017 05:48 Print

«Eine Bewilligung des Kommandanten ist nötig»

Immer wieder fotografieren oder filmen Schweizer Soldaten ihren Alltag und stellen das Material danach online. Das kann Disziplinarstrafen zur Folge haben.

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Ein Video, das Soldaten beim Demolieren eines Autos zeigt, macht derzeit die Runde. Es ist das jüngste Beispiel von Video- und Fotomaterial, das Schweizer Soldaten in letzter Zeit aufgenommen und im Netz veröffentlicht haben.

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Diese Selbstinszenierung im Internet ist aber problematisch und kann für die Rekruten Folgen haben. Laut Armeesprecherin Delphine Allemand ist die Nutzung des Mobiltelefons zwar erlaubt, wo es nicht explizit gemäss Vorschrift oder Befehl verboten ist. Aber: «Die Erstellung und Veröffentlichung von Foto- und Videoaufnahmen im Zusammenhang mit der militärischen Ausbildung und dem Dienstbetrieb sind ohne Bewilligung durch den zuständigen Kommandanten grundsätzlich verboten.»

Höchststrafe von bis zu 180 Tagessätzen

Wer diese Dienstvorschriften nicht befolge, müsse mit Disziplinarstrafen rechnen. Bei leichteren Verstössen könne der vorgesetzte Kommandant entsprechende Sanktionen durchsetzen. Diese könnten beispielsweise eine drei bis 15-tägige Ausgangssperre, eine Busse bis 1000 Franken oder ein maximal zehntägiger Arrest bedeuten. Eine solch lange Arreststrafe wurde gemäss Allemand beispielsweise gegen die Berner Soldaten verhängt, die den Hitlergruss gemacht und ein Hakenkreuz in den Schnee gezeichnet hatten.

Handelt es sich nicht mehr um einen leichten Fall, fällt die Beurteilung in die Zuständigkeit der Militärjustiz. «Die Sanktionen können dann anders ausfallen und bis zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen reichen», sagt Daniela Cueni, Sprecherin der Militärjustiz.

Handyverbot unrealistisch

Obwohl in letzter Zeit immer wieder Armeevideos und -bilder kursieren, spricht die Armee von keiner besonderen Zunahme solcher Fälle. Von einem Handyverbot sieht sie deshalb ab: «Wir sind uns bewusst, dass in der heutigen Zeit ein solches Verbot nicht tragbar ist», so Allemand. Bei spezifischen Aufgaben oder Orten habe man aber stets die Möglichkeit, die Nutzung einzuschränken oder zu verbieten.

Wird also auch bestraft, wenn Schweizer Soldaten in ihren Videos einfach zeigen wollen, dass man im Militär Spass haben kann? «Grundsätzlich drücken wir dann ein Auge zu, wenn keine Dienstvorschriften verletzt werden, der Inhalt nicht gegen die guten Sitten verstösst oder diskriminierend ist sowie das Ansehen der Armee nicht beschädigt wird», so Allemand. Ob das neueste Demolier-Video in diese Kategorie gehört, wird noch abgeklärt.

(duf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WK Soldat am 24.05.2017 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Würde in Uniform

    hat nicht 20Minuten vor nicht allzu langer Zeit zu solchen Fotos aufgefordert? Diese Dienstvorschrift existiert ja nicht erst seit Gestern. Ob man will oder nicht, mit der Uniform vertritt man die offizielle Schweiz und hat sich dementsprechend zu verhalten.

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  • R.Saubermann am 24.05.2017 06:45 Report Diesen Beitrag melden

    Der Feind kommt von innen..

    Für mich stellt sich die Frage für wenn stehen diese Rekruten im Ernstfall an der Grenze resp. gehen sie gegen ihr "Heimatland" vor? Es müsste viel mehr ausgesondert werden in er Armee.

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  • W. Meier am 24.05.2017 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fälschen kann jeder

    Armee schlecht machen, aber mal überlegen warum wir in der Schweiz leben dürfen, dafür reicht der Horizont nicht mehr.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Big. B am 24.05.2017 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schweizer?

    schweizer armee???? sieht mehr nach ausländischer armee aus. ich frage mich ob die "SCHWEIZER" wirklich für das Land schweiz einstehen würden. berrechtigte frage oder?

  • Destan am 24.05.2017 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Papierlischwizer

    Jeder der Dienst geleistet hat weiss, dass Herkunft und Religion keine Rolle spielen. Im Militär zumindest ist die Hautfarbe Grün, die Religion Grün und die Kultur Grün. Als Inf. Durchdiener kann ich nur sagen, dass man vieles im Militär lernt. Ich denke unsere Armee wird STARK unterschätzt (ist vlt auch gut so :) ) Weil Videos oder Bilder viral gehen ist es kein Weltuntergang. Such früher wurden Dummheiten gemacht, nur hatte man keine Handys. Lasst den Soldaten mal ihre 10 min Spass. Wer sich denkt, das Militär taugt nichts war noch nie im Dienst.

  • Luna am 24.05.2017 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neu auf alt

    Das jeder ein Smartphone ist verständlich . Eigentlich könnte man die umtauschen während dieser Zeit in ganz alte Handy . So können nur Fotos gemacht werden , und alle erreichbar !

  • Heiry Geison am 24.05.2017 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Handyverbot sofort möglich!

    Handyverbot.... ganz einfach... Der CDA Befielt, die Handys werden bei Einrücken ausnahmslos auf der Wache abgegeben, bei nicht befolgen 20 Tage Scharfen Arrest, und Handy wird eingezogen. Abe bei der heutigen wischi waschi Weichspül Armee wird ja eh nix durchgesetzt!

  • boka am 24.05.2017 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Lümmeleien

    Langeweile verleitet zum Lümmeln, Gruppendynamik sowieso, ich bin so froh, ich bin so froh, bin nicht im Dienst, mues nümme gooh ;)