Beinahe-Crash zwischen Drohne und Airbus

14. November 2018 21:24; Akt: 15.11.2018 06:18 Print

«Eine Drohne kann ein Triebwerk zerstören»

von Qendresa Llugiqi - Eine Drohne und ein Swiss-Airbus sind beinahe zusammengestossen. Es ist bereits der fünfte solche Fall allein in diesem Jahr.

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Während eines Landeanflugs eines Swiss-Airbus aus Berlin auf die Piste 14 des Flughafens Zürich tauchte plötzlich eine Drohne auf. Diese surrte rund zehn Kilometer vor der Pistenschwelle in einem Abstand von weniger als 20 Metern oberhalb des Flugweges der A319 vorbei. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) spricht von einem «schweren Vorfall». An Bord waren 103 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder.

Gleich nach dem Vorfall hat die Swiss das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) informiert. Der Täter sei bis anhin nicht eruiert worden, so Urs Holderegger, Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl). «Wir gehen davon aus, dass es sich um die Drohne einer Privatperson handelte und sie die in den Kontrollzonen geltende Maximalhöhe von 150 Metern überschritten hat. Da keine Bewilligung vorlag, war der Flug illegal.» Es sei fast unmöglich, den Piloten der Drohne zu eruieren. «Vor allem, wenn sie die Drohne gar nicht von der Nähe aus steuern, sondern über eine Kamera», erklärt Holderegger.

Drohne kann Triebwerk oder Cockpit-Scheibe zerstören

Das Bazl habe dieses Jahr bereits vier bis fünf Vorfälle mit Drohnen registriert, in denen die Drohne eine Gefahr dargestellt habe, so Holderegger. Letztes Jahr seien es 8 bis 9 Fälle gewesen. Bereits eine Mini-Drohne mit einem Gewicht unter 500 Gramm könne einen Schaden am Flugzeug anrichten. «Je grösser die Drohne, desto grösser der Schaden», sagt Holderegger. So könne eine grosse Drohne ein Triebwerk zerstören: «Zwar muss ein kaputtes Triebwerk nicht zum Absturz führen, jedoch kostet dies Millionen. Auch kann eine Drohne eine Cockpit-Scheibe zerstören oder etwa an den Flügeln grossen Schaden anrichten.» Weltweit gebe es bisher aber nur fünf bis sechs bestätigte Unfälle zwischen Drohnen und Flugzeugen. «Dabei gab es keine Toten und auch keine Abstürze», sagt Holderegger.

Holderegger bezweifelt, dass die Piloten von Drohnen absichtlich einen Crash mit einem Flugzeug herbeiführen wollen: «Vielmehr wollen sie tolle Aufnahmen von Flugzeugen im Anflug und vergessen dabei, dass sie die Sicherheit der Passagiere gefährden. Andere wiederum kennen die Gesetzeslage nicht.» Wer wissentlich den öffentlichen Verkehr stört, muss in der Schweiz mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren rechnen. Handelt der Täter fahrlässig, muss er mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen.

«Drohne kann Helikopter vom Himmel holen»

Um die Sicherheit in der Luft zu gewährleisten, arbeitet das Bazl an Grundlagen für die Einführung eines elektronischen Registrierungssystems für die Piloten von Drohnen. Weitere Massnahmen für eine höhere Sicherheit hält der Flughafen Zürich auch im aktuellen «Politikbrief» fest: Neben der Registrierung von Drohnen wird auch eine Ausbildung für Piloten gefordert. Auch spricht er sich für Bewusstseinskampagnen aus. Und: Methoden zur Detektion und Abwehr von Drohnen seien zu prüfen. CVP-Nationalrat Martin Candinas fordert, dass der Bund Gas gibt: «Eine Drohne kann aber auch einen Helikopter vom Himmel holen. Wir müssen den Drohnenbetrieb in geordnete Bahnen lenken, bevor etwas passiert.» Candinas hat diesen März eine Motion eingereicht, die vom Parlament angenommen wurde. Darin verlangt er, dass der Bundesrat eine rechtliche Grundlage schaffen solle, damit die Besitzer von Drohnen mittels Registrierung identifiziert werden können.

Candinas erklärt: «Durch eine Registrierungspflicht kann man zurückverfolgen, wer die Drohne geflogen hat und allenfalls rechtliche Schritte einleiten. Auch gehen Menschen so verantwortungsvoller mit ihren Drohnen um. Weiter haben führende Schweizer Unternehmen gezeigt, dass es heute technische Mittel gibt, Drohnen zu identifizieren und zu kontrollieren. Dieses zukunftsorientierte Vorhaben muss rasch vorangetrieben werden.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chupi am 14.11.2018 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie...

    ... lange dauert es noch bis wirklich was passiert? Macht was dagegen...

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  • Didi Weidmann am 14.11.2018 21:39 Report Diesen Beitrag melden

    Es besteht Handlungsbedarf

    Drohnen, die in die Flugkorridore eindringen oder in der Umgebung des Flughafens in verbotenen Zonen fliegen oder über anderen heiklen Gebieten wie Fussballstadien eingesetzt, sind unschädlich zu machen. Sie sind am besten mit trainierten Raubvögeln einzufangen und zu konfiszieren. Wenn man nicht handelt, ist es bloss eine Frage der Zeit, bis der erste Terroranschlag mit einer Drohne ausgeführt wird.

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  • Tom am 14.11.2018 21:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drohnen vs. Hühner

    Gefrohrene Hühner verursachen doch bei Triebwerktests auch keinen erheblichen/folgeschweren Schaden!? Trotzdem, Drohnen gehören nicht an und um einen Flughafen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wie genau sag ich nicht am 15.11.2018 23:24 Report Diesen Beitrag melden

    Welche Erkenntnis.

    Könne zum Triebwerksausfall führen. Dies gelingt bereits mit Gänsen. Jets vom Himmel holen ist einfach.

  • kohler722 am 15.11.2018 22:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bald wird so kommen....

    Toll ich seh es kommen das wegen solchen drohnen piloten, andere oder ich als hobby photografen, die normal fliegen und die regeln einhalten noch mehr eingeschrenkt werden oder bald aufs drohnen fliegen verzichten müssen :(

    • Peter Baumann am 16.11.2018 00:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @kohler722

      Tja. Das ist wohl in allen Bereichen so! Wegen einiger Verkehrsrowdies gibt es auch immer mehr Gesetze und Kontrollen!

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  • marko 33 am 15.11.2018 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich

  • OhniSchlagrahm am 15.11.2018 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ZRH Airport denn keine No-Fly-Zone?

    .. wie andere Flughäfen auch? Wer eine DJI-Drohne hat, kann so systemtechnisch gar nicht in die Nähe eines Flughafens kommen.

    • MeinSenf am 15.11.2018 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @OhniSchlagrahm

      Ziemlich blauäugig. Firmen bieten gegen gutes Geld die Aufhebung der Sperrzonen der DJI Drohnen an.

    • Ein hint am 15.11.2018 22:03 Report Diesen Beitrag melden

      Ohne GPS

      geht das problemlos. Was haben sie in ihrem Smartfone nicht, was jeder Multicopter Controller eingebaut hat?

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  • Cruiser am 15.11.2018 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Rat ist teuer!

    Leider kämen neue Gefahren dazu, wenn diese Dinger einfach zum Abschuss freigegeben würden...