Organspende

27. Dezember 2017 18:51; Akt: 27.12.2017 18:51 Print

«Endlich kann ich auch mal auf den Zug rennen»

Die 16-jährige Arta Shabani hat endlich eine neue Lunge. Noch nie ist es ihr so gut gegangen wie heute.

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Nach einem Jahr auf der Warteliste hat Arta Shabani vor zwei Monaten endlich eine neue Lunge bekommen. Die 16-Jährige spricht jetzt erstmals darüber, wie es ihr nach der Operation geht. «Hätte ich an diesem Tag keine neue Lunge bekommen, wäre ich jetzt vermutlich nicht hier», sagte Shabani im «Talk Täglich» auf Tele Züri. Damals sei es ihr von Tag zu Tag schlechter gegangen. Immer wieder musste sie ins Spital. «Es war eine schwere Zeit», sagt die Baslerin. Im Oktober schrieb sie 20 Minuten via Whatsapp: «Aufgeben ist für mich keine Option.»

Eine Woche später kam dann die erlösende Nachricht: Es wurde eine passende Spenderlunge für Arta gefunden. «Ich war damals im Spital und habe gespürt, dass der Tag irgendwie besonders war. Ich sah die Ärzte und Chirurgen hin- und herlaufen und wusste, dass etwas geschehen würde», sagt sie. Als sie endlich Bescheid bekam, dass eine Lunge auf sie warte, sei sie sprachlos gewesen. Was nach der Operation geschehen würde, sei ihr egal gewesen. «Ich wollte nur eine neue Lunge und endlich frei sein vom Husten.»

Sie kann schon auf den Zug rennen

Heute gehe es ihr so gut wie noch nie. «Wenn ich sehe, dass meine Werte gut sind, dann glaube ich, dass das so bleibt.» Schon jetzt spürt sie die Veränderung: «Ich kann jetzt endlich mal auf den Zug rennen. Das war vorher nicht möglich. Solche gewöhnlichen Dinge sind für mich neu und spannend.» Fürs neue Jahr wünscht sich Arta, dass sie die Schule abschliessen und schliesslich eine Ausbildung im Bereich Architektur beginnen kann.

Die junge Baslerin dokumentierte ihre Geschichte auf ihrem Instagram-Account Artiproblems. Ihr folgen mittlerweile 36'000 Menschen. Sie leidet an zystischer Fibrose, einer durch einen Gendefekt ausgelösten Stoffwechselkrankheit, die zu Infekten der Atemwege führt. Ein Jahr lang stand sie auf der Warteliste für eine neue Lunge und engagierte sich für die Stiftung Swisstransplant. Diese hat eine Volksinitiative lanciert, die die Widerspruchslösung bei der Organspende in der Verfassung verankern will. In der Schweiz warten rund 1500 Patienten auf eine Organspende.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lala am 27.12.2017 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    freu mich für dich

    Ich weiss was das heisst... und wünsche ihr weiterhiin viel viel glück, keine Abstossung, und ganz viel Energie ... und der Familie die den Spender verloren haben viel Kraft und liebe

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  • Nana68 am 27.12.2017 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geniesse es :))

    Das freut mich sehr, ich wünsche ihr nur das Beste und sie soll es geniessen in vollen Zügen:)))

  • ICD-10 clarity am 27.12.2017 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebe in Freude junges Ding

    Heftig. Dazu benötigt es kaum mehr Worte.

Die neusten Leser-Kommentare

  • spender am 28.12.2017 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eine bitte

    Als lebensspender möchte ich allen, welche Angst vor Schmerzen bei der Entnahme nach einem Unfall haben und desshalb keinen Ausweis bei sich tragen sagen, dass dem nicht so ist. Ich müsste es ja sonst wissen. Jeder Ausweis kann grosses Leid lindern und Leben retten. Danke

  • Sola am 28.12.2017 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Organverpflanzung ist eine grosse Industrie!

    Das ist ja schön. Ich gönne es der jungen Frau. Aber dafür musste ein Mensch sterben. Sicher, mit grosser Wahrscheinlichkeit galt er als Gehirntoter! Nur bei der Entnahme, unter Narkose, damit der Spender unter Ausschüttung von massenhaft Adrenalin, nicht um sich schlägt ,wurden ihm lebendig Eis in den Körper getan und die Organe bei deren völliger Funktionstüchtigkeit entnommen. Die Gesichter dieser Ausgeweideten sind von Schmerzen und Schock entstellt! Das erfährt die Öffentlichkeit nicht. Auch nicht, ob ein Gehirntoter zu früh aufgegeben wird, weil es gerade passen würde.

  • Bea am 28.12.2017 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geschenk

    Ein grosses Geschenk. Geniesse es, denn nichts ist wichtiger als ein gesundes Leben.

  • Jugni am 28.12.2017 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles gute auf dem Weg liebe Arta!

    Liebe Arta,Wir wünschen dir nur dass beste das du für immer gesund bleibst und deinen Wege gehen kannst,eine gute Ausbildung und dass deine Eltern und Freunde hinter dir stehen.Und das mit der Organ Spende das war mehr als super!Heb deine neue Organe gesund.Und du siehst toll aus.Wünschen dir noch alles liebe und gute im neuen Jahr 2018.

  • Patrick am 28.12.2017 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Zwiespalt

    Auf der einen Seite freut es mich wenn ein junger Mensch ein wieder ein normales Leben führen kann. Auf der anderen Seite und das wird in solchen Berichten immer verschwiegen, wird das Mädchen ihr Leben lang Medikamente schlucken müssen. Wenn die Lunge nicht wieder abgestossen wird, dann kommt es langfristig durch die immununterdrückenden Medis sehr wahrscheinlich zu anderen gesundheitlichen Problemen. Und es gibt auch noch einen andern Aspekt, wenn sie dann irgendwann Kinder will, aber darüber darf man ja nichts sagen, sonst wird man vom Mainstream verrissen.

    • Bea am 28.12.2017 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Patrick

      Sooo negativ Äusserungen Ihrerseits sind nicht angebracht. Für mich sind Ihre Aussagen niveaulos, anmassend, frech und gemein. Herzlichen Dank der Familie der Spenderlunge. Die Empfängerin der Lunge wird den Spender / Spenderin immer in Ihrem Herzen tragen. Sie ist herzlich und dankbar. Also , hören Sie auf zu kommentieren.

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