Todesfall im Tessin

13. April 2019 09:43; Akt: 13.04.2019 09:44 Print

Auch die Mutter der Britin (22) starb unerwartet

Der 29-jährige M.S. steht unter Verdacht, die 22-jährige A.R. getötet zu haben. Seine Ex-Partnerin sagt, sie müsse nun die gemeinsamen Kinder abschirmen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Was geschah am Dienstagmorgen in jenem Hotelzimmer in Muralto TI? Klar ist nur: Die Justiz ermittelt gegen M.S.* (29) aus dem Kanton Zürich wegen vorsätzlicher Tötung oder Totschlags. Seine Freundin Anna R. (22) war tot im Badezimmer gefunden worden. Laut Tessiner Medien wurde die junge Britin stranguliert.

Noch am Vortag hatten die beiden ein gemeinsames Foto auf Facebook gepostet. Darauf schienen sie verliebt. Den Tag verbrachten sie in der Umgebung von Locarno, wo sie auch eine teure Boutique besuchten. Die junge Frau entschied sich laut «Blick» für zwei teure Kleider, für welche der Mann in bar bezahlte.

Das Drama begann erst in der Nacht. Andere Gäste des Hotels berichten, Schreie aus dem Zimmer des Paares gehört zu haben. Gegen halb 7 Uhr in der Früh sei der Mann dann an die Rezeption gegangen und habe um Hilfe gebeten. Es gehe seiner Freundin «gesundheitlich nicht gut». Da war sie allerdings bereits tot. Was im Zimmer passiert ist, ist unklar.

Alkohol- und Drogenprobleme

Beim Mann handelt es sich um einen Deutschen, der in Zürich wohnt und als Türsteher und Barkeeper arbeitet. Sein Umfeld hat gegenüber «Blick» die Frage aufgeworfen, wie er sich all die teuren Reisen leisten kann. Unter anderem sei er vergangene Woche nach Singapur geflogen. Es wird ausserdem angedeutet, dass er an Alkohol- und Drogenproblemen leidet und bereits in einer Zürcher Entzugsklinik war.

Das Opfer kommt aus einer wohlhabenden englischen Familie, die in der Pferdezucht tätig ist. Es ist nicht der erste tragische Todesfall in der Familie. Die Mutter der Verstorbenen ist vor vier Jahren an einem Gehirnaneurysma gestorben, nachdem sie die Treppe heruntergestürzt war und sich den Kopf angeschlagen hatte.

Kinder fragen nach ihrem Vater

Dass die Staatsanwaltschaft gegen den 29-jährigen Deutschen ermittelt, trifft seine Ex-Partnerin. Sie halte nach wie vor voll zu ihm, sagte sie am Telefon zu 20 Minuten: «Es muss ein tragischer Unfall gewesen sein. Wir waren acht Jahre lang zusammen, haben zwei gemeinsame Kinder. Ich kenne ihn besser als jede andere Person. Er war stets sehr liebevoll und niemals gewalttätig.» In den Medien sei zu lesen, er sei ein Rocker. Aber: «Er wird falsch dargestellt, nur weil er auffällige Tattoos hat.»

Seine neue Freundin habe ihr Ex wohl in Thailand kennen gelernt. «Sie kannten sich noch nicht lange.» Ihren Ex-Partner habe sie erst vor kurzem gesehen, beim Kindergeburtstag ihres Sohnes, erzählt die Frau. «Da erzählte er mir, dass sie auf völlig abartige Sexpraktiken stehe. Solche, die er nicht gekannt habe.» Sie sei sehr verwundert gewesen, da er selbst überhaupt keine solchen Vorlieben habe.

Sie versuche nun, ihre Kinder vom ganzen Rummel abzuschirmen. «Hier bin ich wie eine Löwenmutter.» Die Kinder würden nach ihrem Vater fragen. «Ich sage nur, wir müssen schauen, wie es weitergeht.» Sie hoffe nur, dass der Albtraum bald vorbei sei.

Die Mindeststrafe bei einer Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung beträgt fünf Jahre Gefängnis.

* Name der Redaktion bekannt

(20 Minuten)