Eltern von Lucie

05. Dezember 2013 13:58; Akt: 05.12.2013 17:48 Print

«Er ist eine Gefahr für die Gesellschaft»

von Catherine Bex - Die Eltern von Lucie sind über den Entscheid des Bundesgerichts schockiert. Die Richter hätten den Psychologen viel zu viel Gewicht gegeben.

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Roland und Nicole Trezzini, die Eltern von Lucie, können den Entscheid des Bundesgerichts nicht verstehen. (Bild: Keystone/urs Flueeler)

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Geknickt hat Roland Trezzini den Entscheid des Bundesgerichts zur Kenntnis genommen. Dass Daniel H. irgendwann freikommen könnte, kann er nicht verstehen: «Er kommt raus, das ist eine Realität», sagt er auf Anfrage von 20 Minuten. «Das ist eine Enttäuschung. Es hinterlässt bei uns einen bitteren Nachgeschmack, dass der Mörder unserer Tochter in fünfzehn Jahren frei sein wird.»

Roland Trezzini ist der Auffassung, dass das Bundesgericht seinen Entscheid viel zu stark auf das psychiatrische Gutachten abgestützt hat. «Wir haben den Eindruck, dass es die Frage der Verwahrung den Experten und nicht den Richtern überliess.»

Er glaubt auch, dass das Gesetz über die lebenslange Verwahrung nutzlos ist. «Der Beweis wurde bereits mit den jüngsten Fällen von Maria und Adeline angetreten.» Ihre Mörder seien auf freien Fuss gekommen, obwohl alles dagegen sprach.

«Der Beweis für die Therapierbarkeit fehlt»

Das Bundesgericht ist der Ansicht, Daniel H. könne möglicherweise irgendwann therapiert werden. Roland Trezzini glaubt dies nicht: «Der Beweis dafür fehlt. Wenn er therapierbar ist, sollen sie uns sagen, wann und wie.»

Auch die Mutter von Lucie, die getrennt vom Vater lebt, hat sich zum Entscheid geäussert. «Es ist ein Schock, man gibt ihm noch eine Chance», so Nicole Trezzini zu «Le Matin». «Er ist ein Mörder. Man bringt die Gesellschaft in Gefahr.»